Social Design Award verliehen Sport gewinnt!

Die Sieger des Social Design Award von SPIEGEL ONLINE und SPIEGEL WISSEN stehen fest: Gewonnen haben eine App für gemeinsamen Spaß mit Sport aus Kiel und ein Baumpflanzprojekt aus Berlin. Herzlichen Glückwunsch!

Katrin Würtemberger

Von


Sport kann man in unseren Städten an vielen Orten treiben, nicht nur in Turnhallen oder auf Tartanbahnen, sondern auch in Parks, auf Plätzen oder in Hinterhöfen. Die Kommunen haben Basketballkörbe und Tischtennisplatten aufgestellt, Parks sind attraktiv für Jogger und Fußballer.

Doch nicht alle dieser informellen Sportstätten sind leicht zu finden. Häufig wissen nur die Anwohner, wo die nächste Tischtennisplatte steht. Noch schwieriger ist es, ein Team aus Nachbarn oder Fans einer Sportart zusammenzustellen und sich beispielsweise auf dem Basketballfeld im Park zu verabreden. Als Kommunikationswege bieten sich Mundpropaganda an, Zettel an Bäumen oder Facebook.

Und nun auch die App Groundkeeper. Damit können Spielstätten verzeichnet und Mitspieler gesucht werden, man kann Fans einer Sportart kennenlernen und somit auch neue Freunde. Für dieses Projekt hat ein Entwicklerteam aus Kiel nun den Jurypreis beim Social Design Award gewonnen und konnte am Montagabend bei der Preisverleihung im Hamburger SPIEGEL-Haus einen Scheck über 2500 Euro entgegennehmen.

App Groundkeeper
Raumstation Kiel

App Groundkeeper

"Die App Groundkeeper schließt eine Lücke im immer dichter werdenden Angebot von Dienstleistungen. Einfach zu bedienen und dadurch sehr niedrigschwellig, ist sie für alle leicht zugänglich", sagt die Jurorin Jolanthe Kugler, Kuratorin am Vitra Design Museum in Weil am Rhein. Die App rege damit nicht nur zu Bewegung an, sondern leiste einen Beitrag zur Integration, indem sie Menschen aller Nationalitäten und aller Altersgruppen zusammenbringe.

Für den Juror Friedrich von Borries, Professor für Designtheorie an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, ist Groundkeeper ein "gelungenes Beispiel dafür, wie Stadtbewohner die Gestaltung und 'Bespielung' von Raum selbst in die Hand nehmen".

Der Social Design Award, den SPIEGEL WISSEN und SPIEGEL ONLINE mit der Unterstützung von Bauhaus ausgeschrieben haben, wurde bereits zum dritten Mal vergeben. Gesucht waren Ideen, die das Leben und das Zusammenleben in unseren Straßen verbessern. Mehr als 150 Einsendungen gingen ein, darunter auch Vorschläge aus der Türkei und China.

Fotostrecke

11  Bilder
Social Design Award 2016: Die Shortlist zum Publikumspreis

Auch die Leser waren gefragt, aus einer Shortlist von zehn Kandidaten ihren Favoriten zu wählen. Überzeugt hat die Idee "Nachwuchs" der gemeinnützigen Berliner Organisation Mundraub. Wer ein Kind bekommt, kann gegen eine Spende für seinen Nachwuchs einen Obstbaum im öffentlichen Raum pflanzen lassen, und dieser Baum wird mit dem Namen des Babys versehen.

Projekt Mundraub
Mundraub-Team

Projekt Mundraub

Die Eltern sind dann auch Paten des Baums und für dessen Pflege verantwortlich. In Berlin ist mit dem Bezirk Pankow vereinbart, dass zunächst 100 dieser Geburtsobstbäume gepflanzt werden. Im Frühjahr 2016 wurde der erste Geburtsbaum in Berlin gepflanzt, weitere Städte sollen folgen. Auch der Publikumspreis ist mit 2500 Euro dotiert.

Erstmals in diesem Jahr wurde ein Sonderpreis von Bauhaus vergeben, er ging an "Das Kleine Parkraumwunder". Die Idee dieses Projekts aus Stuttgart ist ganz einfach: Man parkt einen Handwagen, auf dem man zum Beispiel eine Sitzgruppe montiert hat, auf der Straße. Handwagen müssen auf der Straße abgestellt werden, das Parken ist für sie aber nicht gebührenpflichtig.

Projekt "Das Kleine Parkraumwunder"
Das Kleine Parkraumwunder

Projekt "Das Kleine Parkraumwunder"

Raum in der Stadt, den normalerweise parkende Autos belegen, soll so den Menschen für ein paar Stunden zurückgegeben werden. Zehn Erwachsene oder 20 Kinder haben auf dem 3,60 Meter langen Wagen Platz. Sie können ihn als Treffpunkt benutzen oder aber zum gemeinsamen Einkaufen.

"Auf humorvolle und gänzlich undogmatische Weise wird der Parkraum durch das Holzauto zweckentfremdet", lobt die Jurorin Kugler. "Anstelle einer Abstellfläche entsteht ein lebendiger und beweglicher Begegnungsort."



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.