Gletschermumie "Ötzi" soll erschlagen worden sein

Die letzten Lebensminuten des weltberühmten Gletschermannes "Ötzi" waren einer neuen Veröffentlichung zufolge dramatischer als bislang angenommen. Der Mann aus dem Eis soll nicht an einer Pfeilwunde in der Schulter, sondern durch einen Schlag auf den Kopf gestorben sein.


München/Bozen - Die neue Theorie, dass "Ötzi" nicht wie bisher angenommen an einer Pfeilwunde starb, sondern durch eine Attacke auf den Kopf, stellte ein italienisch-österreichisches Forscherteam am Abend in Bozen vor, wie der Informationsdienst Wissenschaft berichtet. Der 5300 Jahre alte Tote war 1991 in einem Gletscher am Südtiroler Tiesenjoch in 3.200 Meter Höhe gefunden worden - mit einer Pfeilwunde in der Schulter und einer verletzten Hand.

Gletschermumie "Ötzi": Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas
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Gletschermumie "Ötzi": Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas

Tatsächlich habe der Pfeil "Ötzi" zwar wehrlos gemacht, sei aber nicht tödlich gewesen, erklärten nun der Wiener Archäologe Andreas Lippert, die Bozener Radiologen Paul Gostner und Patrizia Pernter und der Gerichtsmediziner und Konservierungsbeauftragte Eduard Egarter Vigl. Erst ein frontaler Angriff mit einem Schlag auf den Kopf ließ Ötzi mit dem Rücken nach unten auf einen Stein fallen und ihn dort an den Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas sterben", schrieben die Wissenschaftler. Seine unnatürliche Körperhaltung rühre daher, dass der Angreifer "Ötzi" auf den Rücken gedreht und den Pfeil aus der Schuler gezogen habe. Die Ergebnisse sollen in der archäologischen Fachzeitschrift "Germania" (85/2007) veröffentlicht werden.

Dem entgegen hatten Anatomen der Universität Zürich im Juni erklärt, "Ötzi" sei in kurzer Zeit verblutet, nachdem der Pfeil die linke Schlüsselbeinarterie getroffen habe. "Ötzis" Untersuchung per Computertomographie habe die tödliche Wunde und den Bluterguss in das umliegende Gewebe offenbart, schrieben die Züricher Forscher in den Zeitschriften "National Geographic" und "Journal of Archaeological Science".

tno/AP



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