Gletschermumie: Südtirol zahlt Finderlohn an Ötzi-Entdecker
Die Gletschermumie Ötzi brachte Touristen nach Südtirol und begeisterte Wissenschaftler. Doch der Entdecker des 5000 Jahre alten Vorfahren ging leer aus. Nach 19-jährigem Rechtsstreit wird nun ein stolzer Betrag fällig.
Nürnberg/Bozen - Am 19. September 1991 hatte Helmut Simon aus Nürnberg bei einer Wanderung am Hauslabjoch in 3210 Metern Höhe eine weltbewegende Entdeckung gemacht. Er fand die Gletschermumie Ötzi, eine Sensation: Ötzi erlaubte Einblicke in das Leben vor mehr als 5000 Jahren. Doch sein Entdecker profitierte nicht finanziell, er ist inzwischen verstorben.
Nun jedoch habe die Landesregierung von Südtirol der Familie des Ötzi-Entdeckers 175.000 Euro überwiesen, teilte deren Anwalt Georg Rudolph mit. Der Finderlohn ist das Ergebnis eines 19 Jahre währenden Rechtsstreits.
Nach Ansicht von Rechtsanwalt Rudolph habe das Land Südtirol enorm von dem Sensationsfund profitiert, schließlich sei die Mumie für die Forschung sehr bedeutend und habe zudem den Tourismus in der Region angekurbelt. Es sei sogar eigens ein Museum für Ötzi entstanden. Ötzi wird seit 1998 im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen ausgestellt.
Ursprünglich wollte Südtirol den Nürnbergern nur 50.000 Euro Finderlohn zahlen. Zwei langjährige Prozesse hatten kein Ergebnis gebracht. Der Finderlohn geht nun an Simons Witwe und seine Söhne. Die Familie und das Land Südtirol einigten sich auf einen Vergleich. Simon wird vom Land nun auch offiziell als Ötzi-Finder anerkannt; die Erben verzichten auf weitere Forderungen.
boj/dpa
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