Görlitz: Neuer Vogelgrippe-Fall in Deutschland

Die Vogelgrippe ist nach Deutschland zurückgekehrt: In einem Nutzgeflügelbestand in Sachsen wurde eine Ente entdeckt, die mit dem Influenza-Virus vom Typ H5N1 infiziert war. 1400 Tiere sollen nun sicherheitshalber getötet werden.

Dresden/Görlitz - Es ist der erste Vogelgrippe-Fund in Deutschland in diesem Jahr, teilte das Dresdner Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Das Virus sei bei einer Routineuntersuchung festgestellt worden. Es handele es sich um den gefährlichen Asia-Strang des Erregers. Der Bestand in einem Dorf bei Görlitz werde vorsorglich getötet, sagte Ministeriumssprecher Ralph Schreiber. Betroffen seien 1400 Tiere, darunter 700 Gänse.

Feuerwehrleute bei Görlitz: Erneuter Vogelgrippe-Fall in Deutschland
DPA

Feuerwehrleute bei Görlitz: Erneuter Vogelgrippe-Fall in Deutschland

Zuletzt war die Vogelgrippe im Dezember 2007 bei Geflügel in Brandenburg entdeckt worden. Nach Auskunft des Instituts war das Vogelgrippe-Risiko für Deutschland zuletzt auf "mäßig" herabgestuft worden. Der Fund sei "eine kleine Überraschung", die Experten hätten aber neue Fälle nicht ausgeschlossen, sagte eine Sprecherin. Wie die positiv getestete Ente sich angesteckt habe, sei noch unklar. Wie weit das Virus in der Wildvogelpopulation verbreitet sei, lasse sich derzeit ebenfalls nicht sagen. Auch aus den europäischen Nachbarländern gebe es keine Meldungen über H5N1-Funde. Nur in Asien sei das Virus in jüngster Zeit wieder entdeckt worden, hieß es beim Friedrich-Loeffler-Institut weiter.

Das Vogelgrippevirus H5N1 befällt vor allem Hühnervögel und Puten, aber auch Wassergeflügel wie Enten und Gänse. Bei Geflügelhaltern kann es zu hohen wirtschaftlichen Verlusten führen. Auch Menschen können sich bei mangelnder Hygiene an infizierten Tieren anstecken. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nur bei extrem engem Kontakt beobachtet worden, vor allem in Asien. Mediziner befürchten aber, dass das H5N1-Virus im Falle einer Mutation auch unter Menschen eine verheerende Seuche auslösen könnte.

mbe/dpa/Reuters

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