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Golf von Mexiko: BP meldet großen Ölfund

BP-Mitarbeiterin bei Präsentation geologischer Daten (in Houston, Oktober 2013): Jubelmeldung zum Gila-Feld Zur Großansicht
AP/dpa

BP-Mitarbeiterin bei Präsentation geologischer Daten (in Houston, Oktober 2013): Jubelmeldung zum Gila-Feld

Die Ölsucher von BP sind fündig geworden - in der Nähe einer bekannten Lagerstätte im Golf von Mexiko. Weitere Bohrungen sollen klären, wie viel Öl zu erwarten ist. Die juristische Aufarbeitung der "Deepwater Horizon"-Katastrophe beschäftigt derweil noch immer die Gerichte.

London - Zwei größere Meldungen zum Ölriesen BP laufen in diesen Stunden über die Nachrichtenagenturen. Da ist zum einen die Berichterstattung über den Prozess gegen Kurt Mix, einen Mitarbeiter der Firma, der Ermittlungen nach dem Untergang der Ölplattform "Deepwater Horizon" behindert haben soll. Bei dem Unglück im April 2010 waren elf Arbeiter gestorben. Außerdem wurden die Ökosysteme im Golf von Mexiko durch Millionen Liter von Öl verschmutzt.

Und da ist zum anderen die Jubelmeldung, die von der BP-Zentrale am Mittwochmorgen gestreut wird. Demnach sind die Ölsucher des Unternehmens im Golf von Mexiko wieder einmal fündig geworden. Konkret geht es um ein Vorkommen im sogenannten Gila-Feld, das mit einer Probebohrung untersucht worden war. BP besitzt die Rechte gemeinsam mit dem Ölkonzern ConocoPhillips.

Der Bereich liegt rund 480 Kilometer südwestlich von New Orleans in rund 1500 Metern Wassertiefe. Insgesamt hatte die Probebohrung eine Tiefe von 8900 Metern erreicht. Weitere Bohrungen sollen nun zeigen, wie viel Öl im Detail zu finden sein könnte. Denn klar ist bisher nur, dass es ein Vorkommen gibt. Wie groß es ist, das muss sich noch zeigen.

Der zuständige BP-Regionalmanager Richard Morrison erklärte, die Entdeckung sei ein Beleg dafür, dass "wieder Bewegung" in das Bohrgeschäft seiner Firma im Golf von Mexiko komme. In ähnlichen geologischen Schichten aus dem Paläogen, das vor rund 66 Millionen Jahren begann und vor 23 Millionen Jahren endete, hat BP in den vergangenen Jahren zwei größere Funde melden können: das Kaskida-Feld im Jahr 2006 und das Tiber-Feld im Jahr 2009.

Suche im Keathley Canyon

Das Tiber-Feld liegt nur rund 40 Kilometer von dem neuen Fundort entfernt - und muss selbst noch durch weitere Bohrungen untersucht werden. Die Lagerstätten befinden sich allesamt im Bereich des Keathley Canyons. Das ist ein Unterwassertal im Golf von Mexiko. Dort hat zum Beispiel auch ExxonMobil im Jahr 2011 einen größeren Ölfund gemeldet. Zahlreiche weitere Unternehmen suchen noch.

Neben juristischen Herausforderungen müssen sie dabei auch mit einer veränderten Marktlage klarkommen: Der Boom von vergleichsweise billig herzustellendem Schiefergas und -öl auf dem US-Festland hat die Wirtschaftlichkeitsrechungen für milliardenteure Offshore-Projekte vor der Küste durcheinandergewirbelt. Gleichzeitig sind solche Vorkommen eine Versicherung der Konzernen gegen die Unwägbarkeiten der Zukunft.

Eigentlich hatte BP bereits in den vergangenen Jahren ein ambitioniertes Bohrprogramm für die Region geplant. Doch nach der "Deepwater Horizon"-Katastrophe hatte die US-Regierung zwischenzeitlich einen Bohrstopp verhängt.

Der Untergang der Bohrinsel und die anschließenden - zunächst erfolglosen - Reparaturmaßnahmen werden derzeit juristisch aufgearbeitet. In diesem Zusammenhang stehen vier aktuelle oder ehemalige BP-Mitarbeiter vor Gericht. Einer von ihnen ist der Kurt Mix, über dessen Urteil sich die Richter eines Bezirksgerichts derzeit nicht einigen können.

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Golf von Mexiko: Die Mega-Ölpest der USA

Ihm wird unter anderem vorgeworfen, SMS-Konversationen und Anrufbeantworter-Nachrichten gelöscht zu haben. Aus ihnen geht nach Ansicht des Gerichts hervor, dass BP die Öffentlichkeit über die Menge des nach dem Unfall ausgetretenen Öls getäuscht hat. Intern war demnach von 2,3 Millionen Litern Öl pro Tag die Rede, während die Firma in der Öffentlichkeit damals von 795.000 Litern am Tag sprach.

chs

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1. Tja...
duiveldoder 18.12.2013
bekannt ist dass wir maximal 25% der weltweiten Oelvorraete angezapft haben. Dazu die unbekannte Lagerstaette rechnen wird schwierig, niemand weiss es genau da diese unbekannt sind. An der TH in Aachen habe ich damals gelesen dies koennte noch ein Faktor 10 sein, da geht man von aus. D.h. die Oelvorkommen reichen noch fuer etwa 300-500 Jahre wenn man alles abbauen koennte.. Da aber sind die Probleme, man geht davon aus, was wir noch nicht entdeckt haben koennen wir auch nicht abbauen da es zu weit von unserem technischen Machbaren entfernt ist.. Tja.. abwarten, Schieferoele und Gase koennte man bevor Fracking auch nicht abbauen, und die Wasserkarbonatverbindungen an den Kontinentalplatten haben wir zwar entdeckt aber gehen davon aus die sind komplett NICHT abzubauen.. Wer weiss, in 50 Jahren vielleicht schon, dann haben wir etwa 400-500 Mal soviel Energie als in aller Oel und Gasvorkommen weltweit steckt.. Wie das den ENergiemarkt in 50 Jahren beeinflussen wird kann kaum jemand erahnen. Aber diese Hiobsbotschaften immer:" Oil Peak, menschheit wird ausrotten, usw.. also.. die Panikmacher sollen endlich aufhoeren.. es gibt schlimmeres .. denn aus meiner Sicht:"Existiert es, koennen wir Menschen auch etwas damit anfangen" So hat sich die Geschichte gezeigt.. Und es existiert noch so viel Oel, Gas, Wasserstoffkarbonate, usw.. Hinzu sind im Labor soviele Durchbrueche bezueglich Sonnenenergie, usw.. Dort arbeiten wir im Moment mit einem Wirkungsgrad von bis zu 25%, die Massenpanele eher unter 15%.. Im Labor erreicht man schon bis zu 70%.. also.. wenn das alles in die Massenproduktion kommt.. aber hey, lassen wir nicht positiv in die Zukunft blicken, es muss negativ sein, sonst kann man nichts besteuern und der Staat muss ja die Steuern unendlich erhoehen koennen!! Stellt euch Mal vor die Energiemengen wuerden in 20-30 Jahren den Weltmaerkte fluten und die Preisen sinken weltweit, dann muss man die Steuern extrem erhoehen, denn ueber geringeren Arbeitspreise wirken gleiche Steuersaetze auch geringeren Einnahmen aus.. Also macht alles schlecht, damit die Preise steigen und der Staat mehr einnehmen kann :)
2. Technischer Optimismus
poseidon173 18.12.2013
Ingenieure haben an die Zukunft durch technischen Fortschritt zu glauben woran denn auch sonst - es ist Ihre Antriebsfeder. Sie vergessen aber manchmal zu schnell die Welt um Ihre Spielzeuge herum! Es ist also nicht sinnvoll, einen Prozentsatz mit "angekratzten" Ölvorräten zu nennen wenn die restlichen 75% (von denen wir gesicherte Kenntnis haben) nicht erreichbar sein werden weil sie keiner kaufen kann. Der Kollaps wird hier ebenfalls völlig ausgeblendet - sprich - die starke Abhängigkeit von einem fossilen (endlichen) Energieträger nützt der überproportional wachsenden Weltbevölkerung auch nichts. Panikmache hin oder her.
3. BP im Golf
OliverKönig 18.12.2013
die kriegen wohl den Hals immer noch nicht voll genug. BP sollte wegen der Deepwater Horizon Katastrophe Förderungsverbot im Golf von Mexico bekommen.
4. Logik
vitalik 18.12.2013
Zitat von OliverKönigdie kriegen wohl den Hals immer noch nicht voll genug. BP sollte wegen der Deepwater Horizon Katastrophe Förderungsverbot im Golf von Mexico bekommen.
Und dann? Dann kommt hat Shell anstelle von BP und fördert das Öl. Was hat man dann erreicht? Oder glauben Sie, dass bei anderen Konzernen soetwas, wie bei Deepwater Horizon nicht passieren kann?
5.
knusperfisch 18.12.2013
Zitat von vitalikUnd dann? Dann kommt hat Shell anstelle von BP und fördert das Öl. Was hat man dann erreicht? Oder glauben Sie, dass bei anderen Konzernen soetwas, wie bei Deepwater Horizon nicht passieren kann?
Tja, wenn man einen deutlich und schmerzhaft straft, wird der nächste vermutlich besser aufpassen...
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