Im Dachstuhl versteckt Goslar lüftet Geheimnis um 88 Jahre alte Flaschenpost

Vor 88 Jahren versteckten Handwerker im Dach der Goslaer Domvorhalle eine Flaschenpost. Nun fand ausgerechnet der Enkel eines der Verfasser die Botschaft wieder.

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Das Rätsel um eine 88 Jahre alte Flaschenpost in Goslar ist gelöst. Finder der Botschaft, die 1930 von Handwerkern in der Domvorhalle in Goslar versteckt wurde, ist der Enkel eines der Verfasser: Der Dachdecker Peter Brand habe die Flasche bei einer Kontrolle unter dem Dach entdeckt, sagte Oberbürgermeister Oliver Junk am Montag.

Brands Großvater, der ebenfalls Dachdecker war, hatte darin am 26. März 1930 zusammen mit Kollegen eine Botschaft für die Nachwelt hinterlassen und in dem Bauwerk deponiert.

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In ihrem Schreiben beklagen die Handwerker - mit einigen Tippfehlern auf der Schreibmaschine verfasst - die schwere Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, "die Inflationsjahre, wo wir die ganze Woche arbeitetn für ein 1 Pfd. Butter, und 1 Bro" und die Arbeitslosigkeit in Deutschland. Gleichzeitig wünschten sie, dass "unsre Nachkommen dies Schreiben in einer besseren Zeit einmal vorfinden".

Streng genommen keine Flaschenpost

Streng genommen handelt es sich aber nach Ansicht des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrografie in Hamburg gar nicht um eine Flaschenpost. "Denn eine Flaschenpost wird ins Wasser geworfen und über die Strömung weitergetragen", sagte eine Sprecherin. In einer Flasche steckte das alte Schreiben dennoch.

Das Original der Botschaft soll künftig "an sicherer Stelle verwahrt werden", hieß es. Am Fundort wurde am Montag ein Duplikat hinterlegt.

koe/dpa



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