Fund in Guatemala: Die Schätze im Grab der Maya-Königin

Sie regierte im siebten Jahrhundert: Archäologen haben das Grab einer Maya-Herrscherin geöffnet. Schmuck und andere Kostbarkeiten kamen zum Vorschein - Geheimnisse einer untergegangenen Kultur.

REUTERS

Hamburg - Wenn Archäologen in den Gräbern von Maya-Herrschern Bilder, Schriftzeichen und Gegenstände finden, stehen sie oft vor dem Rätsel, um wessen letzte Ruhestätte es sich handelt. Deshalb war der Fund in der Ausgrabungsstätte Peru-Waka im Norden Guatemalas ein besonderer Glücksgriff: Die Archäologen aus Guatemala und den USA fanden in einem Grab neben Jadeschmuck ein kleines Gefäß aus Alabaster, verziert mit dem Porträt einer älteren Frau - und ihrem Namen.

Das Bild zeigt demnach die Maya-Königin Kalomt'e K'abel, die im siebten Jahrhundert regierte. Der Fund lässt nach Ansicht der Forscher eindeutig darauf schließen, dass es sich um ihr Grab handelt.

Die höchste Kriegsherrin ihres Königreichs

"Etwas so Wichtiges zu entdecken, ist sehr ungewöhnlich", sagte David Freidel, der die Ausgrabung leitet. "Sie war die höchste Kriegsherrin ihres Königreichs." Das Porträt der Königin war zuvor auf Gedenktafeln gefunden worden, die sie mit dem Jahr 692 in Verbindung bringen, also mit der klassischen Periode der Maya. In dem Jahr regierte allerdings ihr Mann, der König Wak K'inich Bahlam II.

Historiker vermuten, dass Königin K'abel das Gebiet Calakmul regierte. Die Bewohner der Region kämpften oft gegen den mächtigen König El Zotz und sein Reich Tikal. "Wir haben schon viele Objekte entdeckt, die auf die Königin hinweisen. Diese jetzt mit ihren Hinterlassenschaften zu ergänzen, ist sehr wichtig", sagt die guatemalische Archäologin Griselda Perez aus dem Forscherteam.

Die Wissenschaftler hatten die Objekte schon im Juni gefunden. Es dauerte jedoch bis jetzt, sicherzustellen, dass diese wirklich zu der Königin gehören.

sus/Reuters

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Archäologische Methoden der Datierung
Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.