Neue Studie Forscher identifizieren das Grauhaar-Gen

Woran liegt es, dass einige Menschen früher graue Haare bekommen als andere? Nachdem Forscher die DNA von mehr als 6000 Menschen untersucht haben, sagen sie nun: Gen IRF4 ist schuld.

Schauspieler George Clooney
REUTERS

Schauspieler George Clooney


Graue Haare sind vielleicht an George Clooney oder Richard Gere beliebt, aber wenn es um den eigenen Kopf geht, wird häufig geschimpft, gezupft und gefärbt. Eine neue Studie befasst sich mit dem wissenschaftlichen Hintergrund für das Ergrauen der Haare, veröffentlicht wurde sie nun im Fachmagazin "Nature Communications".

Demnach haben Forscher das Gen IRF4 als Schuldigen ausgemacht. "Wir haben eine Genvariation (Allel) identifiziert, die zu grauen Haaren veranlagt", sagte Co-Autor Kaustubh Adhikari vom Londoner University College. Gene, die für Haarausfall und die Haarfarbe sorgen, waren schon früher bekannt. "Zum ersten Mal ist nun ein Gen identifiziert, das die Alterung von Haaren beeinflusst."

Die Forscher untersuchten die DNA von mehr als 6000 Menschen. Das Grauhaar-Gen wurde überwiegend bei Europäern gefunden. Beim kaukasischen Typ zeigten sich im Schnitt schon mit 35 Jahren die ersten grauen Haare, beim asiatischen Typ beginne das Ergrauen fünf, beim afrikanischen Typ zehn Jahre später, sagte der Wissenschaftler.

Er und seine Kollegen sind sich bewusst, dass zahlreiche Menschen viel Zeit und Geld investieren, um ihre grauen Haare zu färben. Aufgrund der neuen Erkenntnisse könne nun womöglich eine Methode entwickelt werden, durch die graue Haare gar nicht erst entstehen, hieß es von den Forschern.

Einer von ihnen ist Desmond Tobin von der University of Bradford. "Ich persönlich interessiere mich nicht besonders dafür, wie graue Haare wahrgenommen werden", sagte er. "Aber ich finde es spannend, daran das Altern im Allgemeinen zu untersuchen."

aar/AFP/Reuters

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