Blockierte Klimaverhandlungen Greenpeace-Chef fordert Rettungseinsatz von Merkel und Obama

Der Klimagipfel in Paris wird bis Samstag verlängert, weil China und Indien bremsen. Für einen Durchbruch müssen nun die Regierungschefs ran, fordert Greenpeace-Chef Kumi Naidoo.

Aus Paris berichtet

Greenpeace-Chef Naidoo: "Umweltminister anrufen"
REUTERS

Greenpeace-Chef Naidoo: "Umweltminister anrufen"


Greenpeace-Chef Kumi Naidoo hat die Regierungschefs der G 20 aufgefordert, sich noch einmal direkt in die Klimaverhandlungen von Paris einzuschalten. "Wenn die Staats- und Regierungschefs der mächtigen Länder ernst meinen, was sie an den ersten beiden Verhandlungstagen hier gesagt haben, müssen sie ihre Umweltminister anrufen. Sie müssen sie auffordern, mehr Ambitionen an den Tag zu legen", sagte Naidoo im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. "Paris muss glasklar machen, dass Kohle und Öl keine Zukunft mehr haben."

Es gebe einen Widerspruch zwischen den Reden der Top-Politiker zum Gipfelstart und dem tatsächlichen Auftreten mancher Verhandlungsführer, sagte Naidoo. Die Staats- und Regierungschefs hätten über Solidarität zwischen den Generationen gesprochen, über die Dringlichkeit zu handeln, über die Zukunft der Kinder, über verwundbare Staaten. "Wenn die Verhandlungen dieser Tonlage gefolgt wären, sollte jetzt ein noch ambitionierteres Abkommen auf dem Tisch liegen."

Die französische Gipfelpräsidentschaft hatte am Donnerstagabend einen Entwurf für das Abschlussdokument vorgelegt - doch die Verhandlungen in der Nacht gestalteten sich schwierig. Nicht zuletzt weil China und Indien auf ihren Positionen beharren. Widerstand gibt es etwa gegen die - unter anderem von den Europäern geforderten - Überprüfungen der vertraglichen Klimaschutzzusagen alle fünf Jahre. Diese Staaten sind auch dagegen, die Pläne schon vor 2020 ein erstes Mal zu überarbeiten - denn erst dann tritt das Abkommen überhaupt in Kraft, um das es in Paris geht.

"Anfang vom Ende des fossilen Zeitalters festschreiben"

"Ein Minimalergebnis der Verhandlungen muss sein, dass wir den Anfang vom Ende des fossilen Zeitalters festschreiben", forderte Greenpeace-Chef Naidoo. Wichtig sei ein Signal an die Investoren weltweit: "Wer auch nur noch einen Cent in den Bereich der fossilen Brennstoffe steckt, schadet nicht nur aktuellen und kommenden Generationen, sondern macht einfach auch ein schlechtes Geschäft."

Der unter anderem von Deutschland unterstützte Begriff der Dekarbonisierung der Weltwirtschaft - also des vollständigen Verzichts auf Kohle, Gas und Öl - findet sich nicht im aktuellen Entwurf des Gipfeltextes. Stattdessen ist von "Emissionsneutralität" die Rede. Umweltschützer kritisieren, dass der Begriff schwammig sei und Missbrauchsmöglichkeiten biete.

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insgesamt 178 Beiträge
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Seite 1
Glasperlenspiel 11.12.2015
1. Hoffentlich ....
... nicht das noch. Sonst bleibt uns ja rein garnichts erspart. Ich habe bei diesem Politikansatz immer irgendwie den Eindruck, dass sie sich alle einen "schmalen Fuss" machen wollen auf anderer Leute Kosten.
nesmo 11.12.2015
2. Perverse Rechnung
China und Indien beanspruchen die Luftverpestung nachholen zu dürfen, die die alten Industriestaaten bereits verbrochen haben. Und zwar gerechnet pro Kopf der Bevölkerung. So soll ihre Umweltverschmutzung gerechtfertigt werden. Wenn jeder Staat weiter so rechnen darf, ist die Erde noch schneller verloren. Gleicheit im Unrecht gibt es aber nicht. Zum Glück spüren Indien und China zur Zeit selbst am meisten, was Luftverschmutzung bedeutet. Leider ist der Ergeiz der Entscheider an (Wirtschafts-)Machtzuwachs größer als an der Erhaltung der Lebenserwartung der Bevölkerung.
flieger56 11.12.2015
3. Wenn ich schon Greenpeace höre !
Wenn Greenpeace seine Forderungen nicht selbstständig durchsetzen kann dann sind sie einfach ein überflüssiger Verein,genau wie pro Asyl oder Amnesty International. Die können alle immer nur fordern,fordern,fordern aber selber tragen sie NICHTS zur Lösung der Probleme bei.Wie mir diese o.g.Vereine auf den Senkel gehen glaubt mir keiner.
oidahund 11.12.2015
4.
Wäre das nicht eine sehr koloniale Art, wenn deutsche und us-amerikansiche Politiker Indien und China Vorschriften machen wollen? Klimaänderungen hat es immer gegeben und wird es solange geben, wie die Sonne weiter"arbeitet". Wenn jetzt eine Klimaveränderung im Zeitraffer abläuft, dann ist der Mensch daran beteiligt und beschleunigt einen natürlichen Verlauf, aber das Tier Mensch sollte sich nicht so wichtig nehmen und denken, es hänge alles nur an ihm. In Wirklichkeit sind wir übrheblichen Trockennasenaffen wesentlich weniger mächtig und wichtig als wir denken.
lupidus 11.12.2015
5.
also viele staaten sitzen am tisch und verhandeln. weil es jedoch nicht so rund läuft wie sich eine interessengruppe vorstellt, soll ein staatsopberhaupt mit politischer gewalt das gewünschte ergebnis erzwingen. das sagt ja alles über greenpeace aus...
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