Gute Manieren: Höflicher Blechkamerad bittet um Hilfe

Auch Roboter können nett sein: US-Forscher haben eine Maschine konstruiert, die grundlegende Benimmregeln beherrscht. Seine sozialen Fähigkeiten soll der Automat auf einem Kongress demonstrieren.

Beim ihrem derzeitigen Entwicklungsstand müssen Roboter damit rechnen, regelmäßig in Schwierigkeiten zu geraten. US-Ingenieure haben deshalb einen Automaten gebaut, der in Notsituationen wenigstens stilsicher um Hilfe bitten oder nach dem Weg fragen kann. Allerdings ist der höfliche Blechkamerad namens "Grace" in der Lage, erstaunlich viele Situationen ohne menschliche Unterstützung zu meistern.

Entwickler Simmons, Roboter "Grace": "Ich habe leider keine Hand mehr frei"
AP

Entwickler Simmons, Roboter "Grace": "Ich habe leider keine Hand mehr frei"

Zum Beispiel soll sich der an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh entwickelte Roboter in der verwirrenden Welt eines Kongresses zurechtfinden können. "Grace" - abgekürzt für "Graduate Robot Attending Conference" - kann sich etwa, so die Konstrukteure um Reid Simmons, an einer Hotelrezeption anmelden, eiligen Menschen ausweichen oder einen Vortrag halten.

Seine Generalprobe soll der Automat, dessen Kopf aus einem Monitor mit einem digital animierten Frauengesicht besteht, auf einem Kongress für künstliche Intelligenz bestehen, der in der kommenden Woche im kanadischen Alberta stattfindet. Diverse Sensoren und ein umfangreiches Softwarepaket sollen verhindern, dass der Roboter im Realitätstest durchfällt.

Laser- und Sonarsysteme helfen der Maschine, Entfernungen zu bestimmen und Hindernissen auszuweichen. Mit einer Digitalkamera und Spracherkennungssoftware soll "Grace" zudem menschliche Gesten und Gespräche aufzeichnen und interpretieren können. Ob der Roboter auf menschliche Kongressbesucher korrekt reagiert oder unangenehm auffällt, können aber selbst die Entwickler noch nicht sicher sagen.

Eines kann der tonnenförmige Roboter garantiert nicht: nach Gegenständen greifen. Weil er keine Arme besitzt, ist "Grace" darauf angewiesen, in heiklen Situationen Hilfe zu suchen. Zum Beispiel kann der Automat Kongressteilnehmer darum bitten, ihm sein Namensschild anzuheften. Die höfliche Begründung: "Ich habe leider keine Hand mehr frei."

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