Hartnäckige Irrtümer Mythen, an die selbst Mediziner glauben

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2. Teil: 1. Mythos: Wir nutzen nur einen Bruchteil unserer Hirnkapazitäten


1. Mythos: Wir nutzen nur einen Bruchteil unserer Hirnkapazitäten

Gehirnmodell: Wohin man auch sieht, überall funken die Neuronen
DDP

Gehirnmodell: Wohin man auch sieht, überall funken die Neuronen

Wer hat diese Behauptung noch nicht gehört? Dass der Mensch nur 10 Prozent, mitunter heißt es 25 Prozent, seiner Hirnkapazität nutze, befeuert seit Jahrzehnten nicht zuletzt die Phantasie zahlreicher Sci-Fi-Autoren: Was, wird da oft spekuliert, wäre dem Menschen noch alles möglich, wenn er die grauen Zellen einmal vollständig aktiviere? Von genialischen Geistesleistungen bis hin zu Telepathie, Teleportation und Telekinese erscheint da alles denkbar.

Leider ist es Unsinn: MRI- und PET-Untersuchungen zeigen genauso wie biochemische Verfahren keinerlei inaktive Bereiche im Gehirn. Eine wissenschaftliche Wurzel des Gerüchts konnten Vreeman und Carroll auch nicht finden: Sie vermuten, dass die Legende von Quacksalbern in die Welt gesetzt wurde, die ihren Kunden hoch geistige Getränke als Hirnstimulantien unterjubeln wollten. Was ja auch irgendwie stimmt, wenn man davon absieht, dass sich die beabsichtigte Wirkung mit solchen Mitteln nur gefühlt einstellt. Immerhin soll es Menschen geben, die so nahezu metaphysische Wahrnehmungssteigerungen erreichen - bis hin zur Sichtung weißer Mäuse, die sonst niemand sieht.



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