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Heilender Geist: Wieso häufiges Meditieren das Hirn wachsen lässt

Stress wirkt wie Gift aufs Gehirn. Doch dagegen gibt es ein Heilmittel, verrät eine neue Studie: Auf SPIEGEL ONLINE erklärt Harvard-Forscherin Sara Lazar, warum Meditation Denkfähigkeit und Wohlbefinden steigert - und den Geist fit hält.

SPIEGEL ONLINE: Frau Lazar, mit dem Kernspintomographen untersuchen Sie die Gehirne von gestressten Menschen, die meditieren. Wonach halten Sie Ausschau?

Meditation im Büro: "Das Gehirn altert langsamer"
Corbis

Meditation im Büro: "Das Gehirn altert langsamer"

Lazar: Wir setzen den Kernspin ein, um einerseits zu erkennen, was das Gehirn gerade macht. Andererseits studieren wir, wie sich seine biologische Struktur verändert, also die Menge an grauer Substanz sowie die Form der Gehirnwindungen und Furchen.

SPIEGEL ONLINE: Was haben Sie entdeckt?

Lazar: Die ersten Veränderungen zeigen sich schon, wenn man nur zwei Monate lang regelmäßig meditiert. Beispielsweise erhöht sich die Dichte der grauen Substanz. Unsere Daten legen nahe: Je häufiger ein Mensch das Meditieren übt, desto stärker wächst sein Gehirn.

SPIEGEL ONLINE: Auf welchen biologischen Prozessen beruhen die von Ihnen beobachteten Veränderungen in den Gehirnen meditierender Menschen?

Lazar: Wir wissen, dass verschiedene Mechanismen am Werk sein können. Dazu gehört eine vermehrte Bildung von Blutgefäßen im Gehirn sowie eine Zunahme der Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Hinzu kommt: Ein Zuwachs an weißer Substanz, die aus den Nervenfasern besteht, hilft der grauen Substanz, die vorwiegend aus den Nervenzellkörpern besteht. Leider können wir mit dem Kernspin bisher nicht erkennen, welche dieser Vorgänge sich gerade abspielen oder ob sie alle zur gleichen Zeit ablaufen.

SPIEGEL ONLINE: Wo im Gehirn haben Sie eine veränderte Struktur gesehen?

Lazar: Bisher vor allem im sogenannten Insellappen, der zum Großhirn gehört und für das Erkennen innerer Empfinden eine Rolle spielt. Überdies war eine Region im frontalen Kortex verändert, der wichtig ist für Aufmerksamkeit und Gedächtnis.

SPIEGEL ONLINE: Was bedeuten diese Veränderungen für die Leistungsfähigkeit des Gehirns?

Lazar: Genau können wir das zwar nicht sagen, aber wir gehen davon aus, dass die betreffenden Areale besser funktionieren. Das scheint mit den seelischen Aufhellungen einherzugehen: Viele Menschen berichten ja, nach einer Meditation fühlten sie sich viel entspannter und wacher im Geiste.

SPIEGEL ONLINE: Sie untersuchen auch, inwiefern Meditation auf den Alterungsprozess des Gehirns wirkt.

Lazar: Ja, und die bisherigen Daten legen nahe, dass das Gehirn tatsächlich langsamer altert: Menschen, die regelmäßig meditieren, bleiben demnach länger geistig frisch als Personen, die nicht meditieren.

SPIEGEL ONLINE: Von der Ausbildung sind Sie Neurowissenschaftlerin. Woher kommt Ihr Interesse an der Meditation?

Lazar: Ich selbst meditiere vier- bis fünfmal in der Woche. Und ich finde es unglaublich, wie einfach das ist: Ein Mensch braucht nur 20 bis 40 Minuten lang bewusst wahrnehmen, wie er atmet – und das hat Studien zufolge bereits erhebliche Auswirkungen auf unser Wohlbefinden, Gedächtnis, Kognition und Gesundheit. Ich brenne darauf herauszufinden, wie genau diese Effekte zustande kommen.

Das Interview führte Jörg Blech


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Forum - Was hilft gegen das Massenleiden Stress?
insgesamt 180 Beiträge
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1.
Peter-Freimann 22.11.2008
Zitat von sysopDer Druck nimmt zu: Ob bei der Arbeit oder im Privatleben, immer mehr Menschen leiden unter den verschiedenen Formen von Stress. Was kann man dagegen tun, was hilft wirklich gegen den allgegenwärtigen Stress?
Tja, was hilft? Eine rationale Analyse dieses angestaubten Oldies aus den tiefsten Siebziger Jahren. Sehr viele Menschen werden heute zunächst unter "Nichtstress" leiden, also nicht genug positive Anreize von außen empfangen, die aktivierende Wirkung haben, zum Beispiel keine Arbeit oder keine anderen Menschen, für die man sich verantwortlich fühlt. Die Umwelt ist optional, ein Riesenmenü, aus dem man seine Auswahl treffen kann. Im besten Fall baut man sich seine Umwelt selber so, dass in dieser die richtigen Reizpegel vorhanden sind. Im schlechtesten Fall sorgt man permanent dafür, sich alle Möglichkeiten offenzulassen, zappt sich durch die Menüs, geht mal hier hin und mal dort und klagt über "Stress". Wem das als modischer Zugewinn nicht ausreicht, der sollte sich gleich das "Burnout" gönnen, klingt vielleicht noch beeindruckender.
2. Stress?
moordruide 22.11.2008
Die eigenen Erwartungen zurückschrauben, wenn ich einer Situation nicht gewachsen bin, muß ich etwas ändern. Wenn mich mein Job aufreibt stellt sich die Frage, warum bin ich überfordert? Entweder bin ich nicht trainiert genug, oder der Job ist für mich nicht der Richtige. Offensichtlich versuchen allerdings die meisten die Anforderungen zu senken, weil sie unfähig sind, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. So einfach ist das.
3.
Klo, 22.11.2008
Zitat von sysopDer Druck nimmt zu: Ob bei der Arbeit oder im Privatleben, immer mehr Menschen leiden unter den verschiedenen Formen von Stress. Was kann man dagegen tun, was hilft wirklich gegen den allgegenwärtigen Stress?
Das Erstellen von Forenbeiträgen. Aber es gibt noch ein besseres Mittel gegen Streß: Sich in ein deutsches Parlament wählen lassen. Das Klo.
4. Stresssituationen beenden oder vermeiden
MonaM 22.11.2008
Zitat von sysopDer Druck nimmt zu: Ob bei der Arbeit oder im Privatleben, immer mehr Menschen leiden unter den verschiedenen Formen von Stress. Was kann man dagegen tun, was hilft wirklich gegen den allgegenwärtigen Stress?
Die Antwort ist so einfach, wie es schwierig ist, sie in die Realität umzusetzen: Falls es sich um Disstress (negativen Stress) handelt, muss man ihn reduzieren oder ganz vermeiden bzw. Stresssituationen beenden. Die nötigen Schritte richten sich nach den jeweiligen Stressquellen. Und immer gilt: Lieber ein Ende mit Schrecken (z.B. Kündigung, Trennung), als ein Schrecken ohne Ende.
5. Ein dickes Bankkonto hilft
microsoftie 22.11.2008
Ein dickes Bankkonto hilft zumeist...
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