Heim-Apotheke Welche von Omas Hausmitteln wirklich helfen

Von Kirsten Brodde

6. Teil: Hühnersuppe – bekämpft Erkältungssymptome


Ob Hühnersuppe zu Recht als eines der wichtigsten Hausmittel gegen Erkältung gilt, wollten Wissenschaftler vom Nebraska Medical Center in Omaha klären. Sie bereiteten eine Suppe nach einem alten Familienrezept zu (Kochzeit acht Stunden) und untersuchten deren Wirkung mit Labortests.

Ergebnis: Die Hühnersuppe hemmt die Bewegungsfähigkeit bestimmter weißer Blutkörperchen deutlich. Diese sogenannten Neutrophile rufen Erkältungssymptome wie gerötete oder geschwollene Schleimhäute und die damit verbundenen Schmerzen hervor. Zudem, so die Forscher, könne das Schlürfen der heißen Flüssigkeit dazu beitragen, dass die Nase wieder frei wird. Das Zeremoniell des Zubereitens und Essens sei ebenfalls ein wichtiger Faktor für die Wirksamkeit.

Um herauszufinden, ob die positiven Ergebnisse auf das spezielle Familienrezept beschränkt sind, kauften die Wissenschaftler in einem Supermarkt 13 verschiedene Fertig-Hühnersuppen und untersuchten auch die. Fünf von ihnen waren wirkungsvoller als das Familienrezept, acht weniger hilfreich. Das Fazit zogen die Forscher in dem Beitrag "Chicken Soup Inhibits Neutrophil Chemotaxis In Vitro" für das Wissenschaftsmagazin "Chest": Hühnersuppe könne eine ganze Reihe von günstigen Effekten bei Erkälteten haben. Man wisse aber nicht, ob nun das Hühnerfleisch, ein spezielles Gemüse oder ein Gewürz den entzündungshemmenden Effekt mit sich bringe – oder womöglich das Zusammen-wirken aller Bestandteile.

In der Erfahrungsmedizin wird Hühnersuppe schon seit vielen Jahrhunderten geschätzt – bezeichnend ist ihr Spitzname in der jüdischen Küche: "Jewish Penicillin".

Anwendung: Wichtig ist laut den US-Forschern, das Huhn mindestens zwei Stunden lang köcheln zu lassen – was genau damit erreicht werden soll, ist allerdings nicht bekannt.

Risiken und Nebenwirkungen: Suppe besonders Kindern nicht zu heiß servieren. Und: Hühnereiweiß kann allergische Reaktionen verursachen.



insgesamt 13 Beiträge
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readme74 05.04.2009
1. Thymiantee...
Ich habe früher oft zu schwerer Bronchitis geneigt bei Erkältungen. Dafür gibt es keine wirkliche organische Erklärung weil ich ansonsten gesund bin. Dann hat mich meine Großmutter auf etwas gebracht. Sie hatte schon seit Jahrzehnten sogar eine chronische Bronchitis, die möglicherweise noch aus Kriegszeiten stammte. Ein Homöopath hat ihr einmal dazu geraten, jeden Morgen ein, zwei Tassen Thymiantee zu trinken. Und siehe da, auf Dauer konnte sie damit ihre chronische Bronchitis so weit zurückdrängen, daß sie so gut wie keine Beschwerden mehr hatte. Man sollte allerdings Thymiantee aus der Apotheke nehmen - es gibt nämlich im Grunde zwei Sorten, den Gewürzthymian den viele Leute im Garten anbauen, und Arzneithymian. Letzterer soll wohl eine besonders hohe Konzentration der typischen ätherischen Öle enthalten. Mir jedenfalls hilft es wunderbar. Seitdem auch ich kontinuierlich jeden Morgen einen Becher Thymiantee trinke, bekomme ich kaum noch Bronchitis, und wenn doch, dann verläuft sie um einiges weniger schwerwiegend. Und im Winter ist man zudem viel weniger anfällig gegen trockene Heizungsluft, die einen ja auch ziemlich husten lassen kann. Kann ich also nur empfehlen!
Tubus 05.04.2009
2. Autonomie
Zitat von sysopHühnersuppe, Wadenwickel und andere Rezepte gegen Krankheiten haben eine lange Tradition. Helfen sie wirklich? Für einige gibt es eine wissenschaftliche Erklärung – oder zumindest einen reichhaltigen ärztlichen Erfahrungsschatz. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,593371,00.html
Leider wird auch in diesem Artikel wissenschaftliche, d.h. evidenzbasierte Medizin als Schulmedizin diffamiert und der sogenannten Erfahrungsmedizin gegenübergestellt. Evidenzbasierte Medizin ist eben keine Schulmedizin mehr, die wie früher der Meinung bzw. Erfahrung einzelner Lehrer/Ärzte und deren Schulen folgte. Dabei war Erfahrung eine frühe Form wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, auch wenn sie allein heute nicht mehr den wissenschaftlichen Standards d. h. modernen Sicherheitsbedürfnissen genügt. Die Wirkung vieler Hausmittel ist wissenschaftlich gut zu erklären, wo nicht, ist Skepsis angebracht. Der Wert von Hausmitteln liegt neben ihrer z.T.nachweisbaren Wirkung darin, ein Stück Autonomie auch in der Krankheit zu bewahren und diese nicht bei jeder Bagatelle beim Arzt oder Psychologen abzugeben.
GM64 05.04.2009
3. Mein Orthopäde rät auch zu Quarkauflagen bei Gelenkproblemen
und der kümmert sich auch um Profi Fußballer. Schlimm ist es nur, wenn in der Apotheke Allium Cepa angeboten wird. Wie z.B. hier http://www.dooyoo.de/homoeopathie/allium-cepa-d-4-simicur-globuli-15-g/1195637/ . Wer schon mal in ein Pflanzenbuch gesehen hat, weiß, dass es sich dabei um die gemeine Zwiebeln handelt. Also wird da der arme Kranke massiv beschissen. Da zahlt man 6,40 Euro für 15 g Globuli, dafür kann man einige Kilo Zwiebel kaufen. Und es ist dann bei den Meisten, auch wie mit dem Briefträger, dem der Arzt Bewegung verordnet. Muss man die Globuli dann vor vor dem Zwiebelessen oder danach einnehmen? :)
christiane006, 05.04.2009
4. mein persönlicher Arzneikasten
Zitat von sysopHühnersuppe, Wadenwickel und andere Rezepte gegen Krankheiten haben eine lange Tradition. Helfen sie wirklich? Für einige gibt es eine wissenschaftliche Erklärung – oder zumindest einen reichhaltigen ärztlichen Erfahrungsschatz. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,593371,00.html
ich habe häufig auf Medikamente verzichtet und stattdessen, Kräuter aus dem Garten verwendet, die schon meine Oma benutzt hat. Bei Wespenstichen habe ich zum Beispiel ein Breitwegerich Blatt gesucht und es auf den Stich gepackt, dass hilft super und man kann dieses " Unkraut " auch dann finden, wenn man unterwegs ist. Verbrennungen kuriere ich mit Aloe Vera, diese Pflanze steht bei mir jederzeit bereit auf der Fensterbank, sofort angewendet, bleibt nicht einmal ein roter Fleck übrig. Besonders schön ist, dass die Wirkung sehr schnell eintritt Aloe Vera hilft auch bei Sonnenbränden und die süße Sorte kann man in seinen Yoghurt rühren, wenn man Probleme mit der Verdauung hat. Man schneidet einfach einen Arm dieser Pflanze ab und holt das kühlende Gel heraus. Geht prima. Halsweh wird mit Salbei behandelt. Ein paar Blätter aus dem Garten mit heißem Wasser aufgegossen und 10 Minuten ziehen lassen, dann wird kräftig gegurgelt. Oft reicht es aus, damit die Erkrankung gar nicht erst in volle Blüte schießt. Ich verwende Salbeitee auch um Wechseljahresbeschwerden, wie Schwitzattacken zu mildern. Bei Ohrenschmerzen, wie Mittelohrentzündung habe ich herausgefunden, dass die verschriebenen Öle kaum helfen und wenn sie helfen, erst mit großer zeitlicher Verzögerung, da ist der Erkrankte schon auf dem Baum. Da ich als Kind häufig damit zutun hatte, habe ich einen einfachen Trick herausgefunden. Ich habe Klosterfrau Melissengeist auf ein Stück Watte geträufelt und ins Ohr gesteckt. Dies hat sofort eine betäubende Wirkung und der Schmerz schwindet ganz schnell. Es ist zwar Alkohol im Spiel, aber es wird ja nicht getrunken und die Wirkung ist unschlagbar. Mit stinkenden Zwiebeln muss man sich nicht wirklich abgeben. Soweit ein kleiner Einblick in meinen persönlichen Arzneikasten.
Christian Hansen 05.04.2009
5. Anthroposophie!?!?
Ein den Zeitgeist wiederspiegelnder Artikel. Besonders schön finde ich, dass ein anthroposophisches Krankenhaus hier als leuchtendes Beispiel dargestellt wird. Die Anthroposophie hat sehr spezielle Ansichten, das könnte man vielleicht auch in dem Artikel schreiben anstatt nur zu verherrlichen, dass Patienten die an "fieberhafter Lungenentzündung", das ist eine wirklich ernste Krankheit, erkrankt sind, eine vernünftige Therapie vorenthalten wird. Nichts gegen Hausmittel, aber bitte nur bei Wehwehchen und nicht bei Lungenentzündung! Und mal ganz polemisch gefragt, wenn diese "uralten Mittel" soviel besser sind als moderne Medikamente, warum nehmen wir dann nicht lieber wieder einen Rechenschieber als diese doofen modernen Computer?
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