Honduras: Versunkene Städte im Dschungel entdeckt

Archäologie aus der Luft: Verräterische Formen Fotos
UTL Scientific, LLC

Mit moderner Lasertechnik haben Forscher im Regenwald von Honduras die Überreste einer bisher wohl unbekannten Kultur entdeckt. Handelt es sich womöglich um die sagenumwobene "Weiße Stadt"?

Satellitenbilder waren nutzlos. Die Späher aus dem All konnten das Dickicht des Dschungels in der schwer zugänglichen Moskitia-Region von Honduras einfach nicht durchdringen. Also hatten sich Wissenschaftler der University of Houston mit einem kleinen Propellerflugzeug auf den Weg in die Region gemacht - und die grüne Unendlichkeit mit Laserstrahlen durchleuchtet. Nur 500 bis 1000 Meter über dem Grund flog die Maschine. Außerdem war sie mit 60 bis 80 Metern pro Sekunde sehr langsam unterwegs.

Hunderttausende von Laserpulsen sandten die Forscher durch die Baumdecke - und anhand der zurückgeworfenen Strahlen fertigten sie Bilder von der Oberflächenstruktur des Gebiets unter der Vegetation. Die Wissenschaftler suchten nach geraden und rechteckigen Strukturen, die nur von Menschenhand stammen können. Und sie wurden fündig. Das hatte die Regierung von Honduras auch schon bekanntgegeben. Doch nun haben die Wissenschaftler vom National Center for Airborne Laser Mapping auf einer Konferenz im mexikanischen Cancún über Details ihrer Arbeiten berichtet, die zuvor auch schon das Magazin "New Yorker" thematisiert hatte.

"Beweise, dass die Region einst dicht besiedelt war"

Die Wissenschaftler fanden bei den Flügen Hinweise auf zwei große Städte mit Pyramiden und Plätzen, terrassenförmige Felder und Kanäle. Ob es sich bei den Funden womöglich um die sagenumwobene "Weiße Stadt" handelt, ist den Forschern zufolge noch unklar. Die Legende geht auf einen Bericht des Konquistadors Hernán Cortés zurück, der dort enorme Reichtümer vermutete.

Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass die mesoamerikanischen Hochkulturen nicht bis in das heutige Honduras vorgedrungen waren. Diese Lehrmeinung muss nun möglicherweise revidiert werden. "Vielleicht können wir nie sagen, ob es die 'Weiße Stadt' gegeben hat", zitierte die honduranische Zeitung "La Prensa" den Anthropologen Christopher Fisher. Der Wissenschaftler von der Colorado State University war ebenfalls an den Forschungen im Dschungel beteiligt. "Aber jetzt haben wir eindeutige Beweise, dass die Region einst dicht besiedelt war und von den Menschen kultiviert wurde."

Übersichtsaufnahmen der Fundstelle wollen die Forscher bisher noch nicht veröffentlichen - aus Angst vor Plünderern. Mit demselben Argument hatten auch die Behörden von Honduras die Informationen zurückgehalten. Die Wissenschaftler haben sich vorgenommen, das Gebiet in diesem Jahr noch am Boden zu untersuchen.

chs/dpa

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1. Bild 3
Layer_8 17.05.2013
Zitat von sysopMit moderner Laser-Technik haben Forscher im Regenwald von Honduras die Überreste einer bisher wohl unbekannten Kultur entdeckt. Handelt es sich womöglich um die sagenumwobene "Weiße Stadt"? Honduras: Versunkene Städte im Dschungel entdeckt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/honduras-versunkene-staedte-im-dschungel-entdeckt-a-900470.html)
Fantastisch. Hat da die NASA mitgewirkt? Mit Filterprogrammen meine ich. Die kennen sich ja wohl am besten aus mit dem kartografieren "fremder" Planeten :-) Allerdings sind die Maya wohl doch schon bis zum heutigen Honduras "vorgedrungen": Copán (http://de.wikipedia.org/wiki/Cop%C3%A1n)
2. Pyramiden
radostinsommerwald 17.05.2013
Zitat von sysopMit moderner Laser-Technik haben Forscher im Regenwald von Honduras die Überreste einer bisher wohl unbekannten Kultur entdeckt. Handelt es sich womöglich um die sagenumwobene "Weiße Stadt"? Honduras: Versunkene Städte im Dschungel entdeckt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/honduras-versunkene-staedte-im-dschungel-entdeckt-a-900470.html)
Pyramiden sind nichts seltenes, die ägyptischen sind nur besonders gut sicherbar da unbewaldet. Eine wesentlich größerer Pyramide gibt es in Bosnien, und auch in Deutschland existieren uberwuchterte terassenförmige Hügelkuppen, zB Bärenstein bei den Externsteinen. Sie gehen mit Sicherheit auf vorchirstliche Zeit zurück. Gerade aber in Mittelamerika kann man davon ausgehen dass die ersten Europäer dort ihre Spuren hinterlassen haben. Warum nicht auch Infrastruktur wie in Byzanz und Südeuropa? Die Türken kannten sogar schon Zement ('Felsendom').
3. ot
Layer_8 17.05.2013
Zitat von radostinsommerwaldPyramiden sind nichts seltenes, die ägyptischen sind nur besonders gut sicherbar da unbewaldet. Eine wesentlich größerer Pyramide gibt es in Bosnien, und auch in Deutschland existieren uberwuchterte terassenförmige Hügelkuppen......
nicht die Türken, die alten Römer entwickelten Zement. Über Byzanz und die Araber ging dann diese Kenntnis auch an die Türken, welche mit dem Bau des Felsendoms nichts zu tun haben. Und Pyramiden sind halt die "einfachsten" Monumentalkonstruktionen, rein physikalisch gesehen, daher auch früh weltweit verbreitet.
4. UND ...werden da auch Gelder locker gemacht ???
kampftier 17.05.2013
Zitat von sysopMit moderner Laser-Technik haben Forscher im Regenwald von Honduras die Überreste einer bisher wohl unbekannten Kultur entdeckt. Handelt es sich womöglich um die sagenumwobene "Weiße Stadt"? Honduras: Versunkene Städte im Dschungel entdeckt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/honduras-versunkene-staedte-im-dschungel-entdeckt-a-900470.html)
Ich hoffe es doch sehr ....Denn die Menschheit hatte auch eine Geschichte.Von der man auch heute Lernen kann ...Und soll .
5. Auah!
snickerman 17.05.2013
Zitat von radostinsommerwaldPyramiden sind nichts seltenes, die ägyptischen sind nur besonders gut sicherbar da unbewaldet. Eine wesentlich größerer Pyramide gibt es in Bosnien, und auch in Deutschland existieren uberwuchterte terassenförmige Hügelkuppen, zB Bärenstein bei den Externsteinen. Sie gehen mit Sicherheit auf vorchirstliche Zeit zurück. Gerade aber in Mittelamerika kann man davon ausgehen dass die ersten Europäer dort ihre Spuren hinterlassen haben. Warum nicht auch Infrastruktur wie in Byzanz und Südeuropa? Die Türken kannten sogar schon Zement ('Felsendom').
Nein, das mit der bosnischen Pyramide ist ein Märchen, was schon länger herumgeistert, in Deutschland gab es allenfalls Hügelgräber, die maximal 15-20m hoch gewesen waren. Nein, es gab keine Europäer in Mittelamerika, die Pyramiden gebaut haben. Der Felsendom wurde nicht von den Türken gebaut (sondern unter den arabischen Eroberern von byzantinischen Baumeistern), Zement und Beton kannten schon die Römer, die haben sogar ein paar kleine Pyramiden gebaut, als Vorbild dienten ihnen die weltbekannten Kolosse von Gizah (Pyramide des Caelius, heute noch am Beginn der Via Appia). Die Entstehungszeit und Bauweise ägyptischer und mittelamerikanischer Pyramidenbauwerke ist vollständig unterschiedlich und bestens erforscht. Ein wenig Google oder Wikipedia hätten da geholfen...
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