Hwang Woo Suk Gericht verurteilt Klonfälscher zu Bewährungsstrafe

Bis zuletzt hatte Hwang Woo Suk nicht aufgegeben - jetzt hat ein Berufungsgericht den südkoreanischen Klonfälscher zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Der Forscher hatte sich für seine Experimente illegal Eizellen beschafft und mehrere hunderttausend Euro Forschungsgelder veruntreut.

Klonfälscher Hwang Woo Suk (Mitte): Einst als "Volksheld" gefeiert
AFP

Klonfälscher Hwang Woo Suk (Mitte): Einst als "Volksheld" gefeiert


Seoul - Ein Berufungsgericht hat den "King of Cloning" aus Südkorea zu 18 Monaten auf Bewährung verurteilt. Das Seouler Landgericht folgte am Donnerstag dem Urteil der Vorinstanz. Demnach hat sich der einst als Fälscher entlarvte Klon-Spezialist Hwang Woo Sook wegen Veruntreuung von Forschungsgeldern und illegaler Beschaffung von Eizellen strafbar gemacht.

Allerdings wurde das Strafmaß reduziert: Im Oktober 2010 war er schuldig gesprochen und zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Dem einst als "Volkshelden" gefeiertenForscher war vorgeworfen worden, gegen das Gesetz zur Verwendung menschlicher Eizellen verstoßen und insgesamt 830 Millionen Won (derzeit etwa 544.000 Euro) für private Zwecke veruntreut zu haben. Das Landgericht kam jetzt zu dem Schluss, dass ein Teil der Zuschüsse nicht missbraucht worden sei.

Die eigentlichen Fälschungen der Studien waren nicht Gegenstand der Urteilsfindung. Das Verfahren hatte mehr als vier Jahre gedauert. Sowohl die Staatsanwaltschaft, die vier Jahre Haft beantragt hatte, als auch Hwang hatten Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil eingelegt. Hwangs Fälschungen sorgten für einen der spektakulärsten Wissenschaftsskandale in den vergangenen Jahrzehnten. Ende 2005 waren zwei zuvor als bahnbrechend gefeierte Stammzellstudien als Fälschungen aufgeflogen.

Im Februar 2010 versuchte Hwang, auf die Forscherbühne zurückzukehren: Er reichte beim Europäischen Patentamt (EPA) in München einen Patentantrag ein, der sich in großen Teilen auf Stammzellen und Stammzellkulturen bezog. Doch das EPA lehnte den Antrag weitestgehend ab.

cib/dpa

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