Hwang Woo Suk Klonfälscher scheitert mit Stammzell-Patent

Obwohl er als Klonfälscher entlarvt wurde, gibt Hwang Woo Suk nicht auf. Mit einer Welle von eingereichten Klonpatenten arbeitet der südkoreanische Forscher an seinem Comeback. Doch das Europäische Patentamt hat ihm jetzt einen Riegel vorgeschoben - und seine Anträge weitestgehend abgelehnt.

Hwang Woo Suk (Oktober 2009): Kein Patent auf Klonierungsverfahren erhalten
REUTERS

Hwang Woo Suk (Oktober 2009): Kein Patent auf Klonierungsverfahren erhalten


Er wollte zurück, jetzt ist er doch gescheitert: Dem "King of Cloning" hat das Europäische Patentamt (EPA) in München einen Patentantrag weitestgehend verwehrt. Hwang Woo Suk, der koreanische Forscher, der 2006 als Fälscher entlarvt wurde, hatte einen Antrag gestellt, der sich in großen Teilen auf Stammzellen und Stammzellkulturen bezog.

Von knapp 50 Punkten, die der Antrag umfasste, akzeptierte das Amt jedoch nur die Herstellung eines Nährmediums für Zellkulturen, sagte der EPA-Sprecher Rainer Osterwalder. In solchen Lösungen wachsen unter anderem befruchtete menschliche Eizellen. Das hat allerdings nichts mit einem Klonvorgang zu tun, sondern wird allgemein in der Fortpflanzungsmedizin genutzt.

"Herr Hwang hat bei uns mehrere Patente angemeldet, er hat kein einziges auf seine Klonierungsverfahren erhalten", sagte Osterwalder. Im aktuellen Fall sei Hwang einer von 19 Erfindern gewesen, die mit einer südkoreanischen Firma das Patent EP 1711599 angemeldet hatten. Aber auch in Australien hatte Hwang seine Klontechnik zum Herstellen menschlicher embryonaler Stammzellen zum Patent angemeldet - dort bewilligten die Behörden seinen Antrag.

Das Urteil der Kritiker des Klonfälschers über den jetzigen Beschluss der EPA fällt vernichtend aus: "Hwang hätte gut daran getan, den Patentantrag zurückzuziehen. Die Entscheidung des Europäischen Patentamts ist eine schallende Ohrfeige für den Forscher", sagte Christoph Then. Er ist Geschäftsführer der Organisation Testbiotech, die sich für die Folgenabschätzung in der Biotechnologie einsetzt. "Ohnehin hätte das Patent auch aus ethischen Gründen nicht erteilt werden können, da das Verfahren auf der Zerstörung menschlicher Embryonen beruht", so Then.

Hwang hatte für einen der größten und spektakulärsten Wissenschaftsskandale der vergangenen Jahre gesorgt. Das Journal "Science" hatte Anfang 2006 zwei nachweislich gefälschte Studien Hwangs zu menschlichen embryonalen Stammzellen zurückziehen müssen. Der 2005 vorgestellte erste Klonhund "Snuppy" hatte sich hingegen als echt erwiesen. 2009 hatte ihn ein Gericht in Südkorea wegen des Vorwurfs des Betrugs und der Veruntreuung von Forschungsgeldern schuldig gesprochen.

cib/dpa



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spiegel-hai 17.02.2010
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Zitat von sysopObwohl er als Klonfälscher entlarvt wurde, gibt Hwang Woo Suk nicht auf. Mit einer Welle von eingereichten Klon-Patenten arbeitet der südkoreanische Forscher an seinem Comeback. Doch das Europäische Patentamt hat ihm jetzt einen Riegel vorgeschoben - und seine Anträge weitestgehend abgelehnt. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,678560,00.html
immer nach der Devise "Frechheit siegt"?
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