Hypnose in der Medizin Entspann dich, jetzt kommt das Skalpell

Von Ute Eberle

4. Teil: "Ein hypnotisierter Patient ist einfach stabiler"


Das University Hospital of South Manchester in Großbritannien etwa behandelt jedes Jahr Hunderte von Menschen, die an einem "Reizdarm" leiden, einem chronischen Syndrom, das Betroffene mit dem unberechenbaren Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfallattacken quält.

Patient beim Zahnarzt: "Dein Mund ist wie eine Wohnung, die renoviert wird"
DPA

Patient beim Zahnarzt: "Dein Mund ist wie eine Wohnung, die renoviert wird"

In Fällen, bei denen jede andere Therapie versagt, setzen die Ärzte Hypnose ein. In Trance lernen die Kranken, sich ihren Verdauungstrakt als Fluss vorzustellen, dessen Wasserlauf sie mental beschleunigen oder abbremsen können. Bei mehr als zwei von drei Patienten gehen die typischen Symptome dann auch im Alltag drastisch zurück, und beim größten Teil hält der Effekt auch fünf Jahre später noch an. Diese Erfolge führten dazu, dass das Krankenhaus eine eigene Hypnoseabteilung eingerichtet hat.

Eine Trance greift offenbar in verschiedene fundamentale Körperprozesse ein. So kann sie den Blutfluss verändern, die Hormonkonzentration, den Stoffwechsel und sogar die Immunreaktion. Bei Studien an der Harvard University in Boston zeigte sich, dass Knöchelbrüche schneller heilen und Wunden sich rascher schließen, wenn Patienten gelernt hatten, immer mal wieder den Heilungsprozess im Zustand der Versenkung zu visualisieren.

Und Schweizer Heuschnupfen-Patienten litten messbar weniger an juckenden Augen und tropfender Nase, nachdem sie sich mittels einer speziellen Atemtechnik und Eigensuggestion selbst in Trance versetzten.

Eine Untersuchung an deutschen Krankenhäusern ergab, dass Schwangere, die sich mit Hypnose auf ihre Entbindung vorbereiten, deutlich weniger Frühgeburten erleiden und sich schneller wieder leistungsfähig fühlen als andere junge Mütter.

"Ein hypnotisierter Patient ist einfach stabiler", sagt Elvira Lang, Radiologin am Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston. Die Medizinerin hat Hunderte Kranke begutachtet, denen verstopfte Adern geöffnet, Nierenkatheter gesetzt, Biopsien entnommen wurden, oder die anderen Eingriffen ausgesetzt waren.

Das Ergebnis: Patienten, die sich für eine Hypnose entschieden hatten, empfanden weniger Angst, sie benötigten weniger Schmerzmittel, erlitten weniger Komplikationen und waren schneller wieder fit. Das spart pro Eingriff oft mehrere Hundert Dollar, wie Studien zeigen.

Zumindest in Deutschland muss eine medizinische Trance bislang aus eigener Tasche bezahlt werden. Obwohl das Gutachtergremium "Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie" Hypnosebehandlungen für ausgewählte Indikationen anerkannt hat, übernehmen die Kassen bisher nur im Einzelfall die Kosten. Diese liegen meist bei 80 bis 150 Euro pro Sitzung.

Entgegen der Annahme vieler Laien behält der Hypnotisierte auch im Trancezustand stets die Kontrolle und kann jederzeit aus eigenem Willen in die Wirklichkeit zurückkehren. Dennoch warnen die Fachgesellschaften davor, leichtfertig mit der Trance zu experimentieren. Immer wieder melden sich bei ihnen Menschen, die nach einer Showhypnose unter Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Verwirrungszuständen oder dem Aufbrechen alter Traumata leiden.

"Es gibt noch immer viele unseriöse Trittbrettfahrer, und die sind für den Patienten nicht immer leicht zu erkennen", so die Psychologin Helga Hüsken-Janßen von der Deutschen Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie. Sie rät, darauf zu achten, ob es sich beim Hypnosetherapeuten um einen niedergelassenen Arzt oder Zahnarzt handelt. Auf den Internetseiten der Fachgesellschaften lässt sich prüfen, ob er zertifiziert ist.

Einig sind sich die Experten allerdings darin, dass niemand gezwungen werden könne, unter Hypnose Dinge zu tun, die er nicht wolle. Die Zahnarztpatientin Marion Koch drückt das so aus: "Man hat eine Art Hypnosebeobachter im Kopf, der entscheidet, wie weit man gehen will."



insgesamt 15 Beiträge
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Dörte Leyser 07.03.2009
1. Hypnose
Mich freut es ungemein, zu sehen, dass in letzter Zeit immer häufiger über Hypnose berichtet wird - und die Aufmerksamkeit in der Bevölkerung dieser Thematik gegenüber wächst. Ich arbeite selbst als Hypnotherapeutin und kann die im Artikel beschriebenen Vorgehensweisen und vor allem die positiven Auswirkungen der Hypnose täglich in meiner Praxis beobachten. Aus meiner Sicht gibt es kaum eine "sanftere" und effektivere Form der Therapie als diese - was viele Klienten auch bestätigen. Und das ist das Wichtigste! Es geht schließlich in erster Linie um den Klienten, der sich einem Therapeuten anvertraut oder sich eben in die Hände eines Hypnotiseurs begibt, um einen operativen Eingriff bestmöglich zu überstehen. Großes Lob aus Köln für diesen fundierten Artikel !
DieterSalomon, 07.03.2009
2. Seit kurzem?
Seit 15 Jahren findet Hypnose in Zahnarztpraxen Verwendung.
adsum 08.03.2009
3. Hypnose niemals ohne Zeugen durchführen!!!
Zitat von sysopDer wahnsinnige Doktor Mabuse, Bühnenmagier, Spiritisten: Lange Zeit galt Hypnose als anrüchig oder esoterische Spinnerei. Doch seit kurzem dient sie als medizinisches Hilfsmittel: bei Operationen, Flugangst, Depressionen - sogar beim Zahnarzt. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,593655,00.html
In den 50ern wurde Hypnose auf Jahrmärkten zur Volksbelustigung durchgeführt. Heute kaum mehr vorstellbar. Die Würde des Menschen wurde hier auf schlimmste verletzt! Aber damals begeisterte mich als 18jähriger diese unheimlich Hypnose, bei der Erwachsen, wie Hühner gackerten, Ziebel aßen, weil der Hypnotiseur ihnen eintrichterte, sie hätten einen saftigen Apfel in der Hand usw. usf. Das wollte ich auch können. Ich las alles, was ich auf dem Büchermarkt über Hypnos ergattern konnte. Schließlich beherrschte ich diese Technik aus dem ff. Damit mir keiner etwas vormachen konnte, musste sich die in Tiefschlaf befindlich Person über drei Stühle legen. Ich sagte, dass ich jetzt den mittleren Stuhl herausziehen würde. Sie brauche keine Angst zu haben. Sie fühle sich sehr wohl und ich setzte mich zusätzlich auf den Bauch. Keine Person hält im normalen Zustand dies aus. Die hypnotisierte Person lächelte dabei sogar. Der Körper war steif und starr, wie ein Brett. Aus der Hpnose erwacht hatte die Person weder einen Muskelkater noch sonst irgend welche Schmerzen an den Druckstellen. Ich habe an einer anderen Stelle im Thread, da ging es um den "freien Willen" ausfürlicher berichtet, deshalb erspare ich mir weitere Details. Aber das gefährliche bei einer Hypnose im Tiefschlaf ist die Posthypnose!!! Ich habe damals in 50ern einer Person im hypnotischen Tiefschlaf einsuggeriert, sie solle mich nach einigen Tagen in der Mittagszeit auf der Arbeitsstelle besuchen, sie werde fürchterliche Zahnschmerzen haben, dann sage ich ein bestimmtes Wort, ich glaube "Pfingsten" oder "Ostern", dann verschwinden mit einem Schlag die Schmerzen. Tatsächlich kam diese Person, klagt über Zahnschmerzen als ich nebenbei erwähnte, was sie "Ostern" oder "Pfingsten" vorhabe, waren plötzlich die Schmerzen vorbei. Ich bin selbst ein sehr großer Skeptiker, was Hokuspokus, Zauberei, Wunderglaube usw.angelangt. Aber Hypnose ist kein Hokuspokus. Es kann sicher in der Medizin bei der Schmerzbekämpfung helfen. Aber es gibt auch eine andere Seite der Münze. Es muss ein Missbrauch dieser Technik unter allen Umständen vermieden werden. Kein Schabernak und keine Posthypnose, deshalb müssen immer Zeugen anwesend sein. Man kann im Tiefschlaf einer Person einsuggerieren, dass sie sich nach dem Erwachen an nichts mehr erinnert. Man kann auch einsuggerieren, das sie selbst alles energisch bestreitet, falls es ein Anschuldigung gegen den Hypnotiseur gibt.
Hypnoticus 08.03.2009
4. Hypnosetherapie: Ausbildung ist wichtig - Titel nicht!
Zitat von sysopDer wahnsinnige Doktor Mabuse, Bühnenmagier, Spiritisten: Lange Zeit galt Hypnose als anrüchig oder esoterische Spinnerei. Doch seit kurzem dient sie als medizinisches Hilfsmittel: bei Operationen, Flugangst, Depressionen - sogar beim Zahnarzt. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,593655,00.html
Super! Endlich ein Artikel zum Thema Hypnose welcher einigermassen korrekt das Potential wiederspiegelt. Es geht noch viel weiter als das Geschilderte, jedoch kommt es sehr auf die Ausbildung an, die man erhält. Entweder man hat Glück und stösst gleich auf die modernsten und effizientesten Methoden oder aber lernt viel Unnützes, Unwirksames und Überflüssiges und dies oft erst noch für viel Geld. Natürlich braucht es einmal mehr den mahnenden Finger von irgendwelchen "Spezialisten" mit Titel. Diese melden sich doch immer zu Wort - 90% von Ihnen haben aber kaum eine Ahnung zu den wirklich effizienten Methoden und sind fast ausschliesslich auf Milton Erikson Methoden fixiert. Mal ehrlich: Sind Titel aussagekräftiger als Resultate? Sicher nicht. Man muss kein Dr. oder Prof. Titel haben um ein exzellenter Hypnosetherapeut zu sein. Am OMNI Hypnosis Training Center of Zürich (Switzerland) werden die effizientesten und modernsten Methoden welche heute bekannt sind unterrichtet - auch Fachpersonen mit Dr. oder Prof. Titel haben erkannt, dass diese dort unterrichteten Methoden viel wirksamer und direkter sind, als die langweiligen und oft unwirtschaftlichen Eriksonschen Methoden (vorallem aus Sicht des Klienten!) die weit verbreitet sind. Es braucht keine 10 oder gar mehr Therapien bis ein Problem gelöst ist - es hat sich einfach noch nicht so herumgesprochen. Wenn Ihr Therapeut also mehr als 3 Sitzungen benötigt um Ihr Problem zu lösen, dürfen Sie seine Kompetenz und/oder sein Absichten ruhig in Frage stellen! Vorallem professionelle Therapeuten wie Psychiater und Psychologen sollten sich diese neuen Methoden aneignen - Sie müssen einfach über Ihren Schatten springen und auf dutzende, wenn nicht hunderte von Gesprächstherapiestunden verzichten - die Resultate werden Sie begeistern und sie haben erst noch Ihrem Klienten geholfen. Also, Titel können höchstens ein Indikator sein, aber sicher kein Garant für das die Person auch die modernsten und effizientesten Methoden kennt. Wann wissen Sie, dass Sie ev. veraltete und nicht so effiziente Methoden anwenden? Wenn Sie folgende Fragen nicht oder nur teils beantworten können oder aber unsicher sind: - Dauert Ihre Hypnoseeinleitung länger als 4 Minuten? Wenn ja, warum? - Beherrschen Sie die Blitz- und Soforthypnose? - Sagt Ihnen Dave Elman etwas? - Nennen Sie mind. 3 Methoden um die Tiefe der Hypnose zu testen - Was ist das Hypnotische Coma (Esdaile State)? - Wie erzielt man das Hypnotische Coma und für was ist es zu gebrauchen? - Beschreiben Sie den Zustand des Ultra-Height und wie man es erzielt - Beschreiben Sie das Mind Model und wie die Hypnose funktioniert - Welches sind die 4 mentalen Einstellungen die ein Klient haben kann gegenüber einer gegebenen Suggestion? - Welches ist die einzige Einstellung gegenüber einer Suggestion die auch zum Erfolg führt? - Kennen Sie die Abreaktionstherapie? Ist dies gut oder schlecht wenn ein Klient eine Abreaktion hat? Es gibt noch soviel zum Lernen! Keep an open Mind!
adsum 08.03.2009
5. Hypnose scheint nur ein Randthema in der wissenschaftlichen Ausbildung zu sein!
Zitat von HypnoticusSuper! Endlich ein Artikel zum Thema Hypnose welcher einigermassen korrekt das Potential wiederspiegelt. Es geht noch viel weiter als das Geschilderte, jedoch kommt es sehr auf die Ausbildung an, die man erhält. Entweder man hat Glück und stösst gleich auf die modernsten und effizientesten Methoden oder aber lernt viel Unnützes, Unwirksames und Überflüssiges und dies oft erst noch für viel Geld. Natürlich braucht es einmal mehr den mahnenden Finger von irgendwelchen "Spezialisten" mit Titel. Diese melden sich doch immer zu Wort - 90% von Ihnen haben aber kaum eine Ahnung zu den wirklich effizienten Methoden und sind fast ausschliesslich auf Milton Erikson Methoden fixiert. Mal ehrlich: Sind Titel aussagekräftiger als Resultate? Sicher nicht. Man muss kein Dr. oder Prof. Titel haben um ein exzellenter Hypnosetherapeut zu sein. Am OMNI Hypnosis Training Center of Zürich (Switzerland) werden die effizientesten und modernsten Methoden welche heute bekannt sind unterrichtet - auch Fachpersonen mit Dr. oder Prof. Titel haben erkannt, dass diese dort unterrichteten Methoden viel wirksamer und direkter sind, als die langweiligen und oft unwirtschaftlichen Eriksonschen Methoden (vorallem aus Sicht des Klienten!) die weit verbreitet sind. Es braucht keine 10 oder gar mehr Therapien bis ein Problem gelöst ist - es hat sich einfach noch nicht so herumgesprochen. Wenn Ihr Therapeut also mehr als 3 Sitzungen benötigt um Ihr Problem zu lösen, dürfen Sie seine Kompetenz und/oder sein Absichten ruhig in Frage stellen! Vorallem professionelle Therapeuten wie Psychiater und Psychologen sollten sich diese neuen Methoden aneignen - Sie müssen einfach über Ihren Schatten springen und auf dutzende, wenn nicht hunderte von Gesprächstherapiestunden verzichten - die Resultate werden Sie begeistern und sie haben erst noch Ihrem Klienten geholfen. Also, Titel können höchstens ein Indikator sein, aber sicher kein Garant für das die Person auch die modernsten und effizientesten Methoden kennt. Wann wissen Sie, dass Sie ev. veraltete und nicht so effiziente Methoden anwenden? Wenn Sie folgende Fragen nicht oder nur teils beantworten können oder aber unsicher sind: - Dauert Ihre Hypnoseeinleitung länger als 4 Minuten? Wenn ja, warum? - Beherrschen Sie die Blitz- und Soforthypnose? - Sagt Ihnen Dave Elman etwas? - Nennen Sie mind. 3 Methoden um die Tiefe der Hypnose zu testen - Was ist das Hypnotische Coma (Esdaile State)? - Wie erzielt man das Hypnotische Coma und für was ist es zu gebrauchen? - Beschreiben Sie den Zustand des Ultra-Height und wie man es erzielt - Beschreiben Sie das Mind Model und wie die Hypnose funktioniert - Welches sind die 4 mentalen Einstellungen die ein Klient haben kann gegenüber einer gegebenen Suggestion? - Welches ist die einzige Einstellung gegenüber einer Suggestion die auch zum Erfolg führt? - Kennen Sie die Abreaktionstherapie? Ist dies gut oder schlecht wenn ein Klient eine Abreaktion hat? Es gibt noch soviel zum Lernen! Keep an open Mind!
Hallo Hypnoticus, als ich aus meinem Bekanntenkreis einen promovierten Wissenschaftler der Psychologie von meinen Experimenten in den 50er Jahren erzählte, hörte dieser meine Geschichten mit ungläubiger Mine zu, dabei dachte ich, dass das, was ich sagte, für ihn nichts neues ist. Ja, habt ihr denn während euerer Ausbildung nichts über Hypnose erfahren. Er meinte, dass dieses Thema nur am Rande behandelt wurde.
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