Verleihung der Ig-Nobelpreise Pinkeln nach dem Erdmagnetfeld

Orientieren sich Hunde beim Pinkeln am Erdmagnetfeld? Warum rutscht die Bananenschale? Forscher haben Antworten gefunden - und dafür jetzt den ironischen Ig-Nobelpreis bekommen.

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Boston - Toasts mit dem Gesicht von Jesus darauf, rutschige Bananenschalen und Hunde, die sich beim Pinkeln am Magnetfeld der Erde orientieren: Zehn wissenschaftliche Forschungen, die "erst zum Lachen und dann zum Denken anregen" sind an der US-Eliteuniversität Harvard in der Nacht zum Freitag mit den sogenannten Ig-Nobelpreisen ausgezeichnet worden.

Der Ig-Nobelpreis gilt als ironischer Nobelpreis, der kuriose Arbeiten prämiert. Sein Name kommt durch ein Wortspiel mit "ignoble" zustande, was in etwa unwürdig oder schmachvoll bedeutet. Zu der traditionell schrillen Gala mit mehr als tausend Zuschauern, die bereits zum 24. Mal stattfand, reisten wie in jedem Jahr auch echte Nobelpreisträger an.

Unter den Preisträgern war in diesem Jahr auch die deutsche Biologin Sabine Begall von der Universität Duisburg-Essen. Gemeinsam mit ihrem Team bekam sie den Ig-Nobelpreis für den Befund, dass Hunde, die ihr Geschäft verrichten, ihre Position am Magnetfeld der Erde ausrichten.

Ein Forscherteam aus Japan wurde für eine Studie über die Gleitfähigkeit von Bananenschalen ausgezeichnet. Wissenschaftler aus China und Kanada wurden geehrt, weil sie erforschten, was in den Gehirnen von Menschen vorgeht, die das Gesicht von Jesus auf einem Stück Toast sehen. Insgesamt wurden bei der rund zweistündigen Gala zehn Ig-Nobelpreise verliehen.

Eine Gruppe von Forschern aus den USA und Indien wurde ausgezeichnet, weil sie getestet hatte, wie starkes Nasenbluten mit Streifen aus gepökeltem Schweinefleisch unter Kontrolle gebracht werden kann. "Und dabei bin ich doch Vegetarierin", sagte Forscherin Sonal Saraiya in ihrer Dankesrede. Zwei Norweger wurden geehrt, weil sie erforscht hatten, wie Rentiere auf als Eisbären verkleidete Menschen reagieren.

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Ig-Nobelpreise 2013: Mäuse, Kühe, Mistkäfer

nik/dpa

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insgesamt 15 Beiträge
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jfk8040 19.09.2014
1. dinge
die die welt nicht braucht! und dafür werden auch noch forschungsgelder verschwendet.
QPDO 19.09.2014
2. Gott sei dank...
gibt es noch die verrückten Forscher! Wie wäre es mit Bananenschmieredestillat als Ersatz für Niedrigtemperaturschmiermittel auf Erdölbasis ? Immer schön weiter machen!
UlliK 19.09.2014
3. Immer wieder herrlich, ...
... die Themen dieser Nobelpreise. Dazu ein Hinweis auf das vor ca. 15 Jahren erschienene Buch 'Der Einfluß von Erdnußbutter auf die Erdrotation – Forschungen, die die Welt nicht braucht." Lesenswert! :-)
ambergris 19.09.2014
4.
Finde ich gar nicht mal so unnütz, diese Forschungen. Haben Hunde einen Sinn für das Magnetfeld und können deswegen vielleicht auch Erdbeben voraussagen?
metalslug 19.09.2014
5. Godzilla und die Bananenschale
Details zu den Studien bitte das nächste Mal auch liefern...wie reagieren Rentiere auf Menschen, die als Eisbären verkleidet sind? Wie viele Bananenschalen werden benötigt, um Godzilla heimtückisch in die Horizontale zu bringen? Wie kann ich auch mein Geschäft am Magnetfeld der Erde ausrichten?
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