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Influenza: Computermodell sagt Mutationen von Grippeviren voraus

Grippeviren im Blut: Sie kapern die menschlichen Zellen und nutzen sie zur Vermehrung Zur Großansicht
Corbis

Grippeviren im Blut: Sie kapern die menschlichen Zellen und nutzen sie zur Vermehrung

Influenzaviren können Forscher in die Verzweiflung treiben: Die Erreger verändern sich ständig, was die Entwicklung wirksamer Impfstoffe erschwert. Jetzt aber haben Wissenschaftler ein Modell entwickelt, das die Mutationen vorhersagen soll.

Köln - Influenzaviren sind hinterhältige Gesellen. Sie ändern von Jahr zu Jahr ihre Hülle und können so das menschliche Immunsystem immer wieder austricksen - zum Leidwesen der Forscher, die bei der Entwicklung von Impfstoffen in einem ständigen Wettlauf mit dem Virus stehen.

Jetzt melden Wissenschaftler einen Etappenerfolg in diesem Rennen. Sie haben nach eigenen Angaben ein Modell entwickelt, um die Veränderung von Grippeviren von einem Jahr auf das nächste vorauszusagen. Das könnte die Herstellung passenderer Impfstoffe ermöglichen, schreiben der Physiker Michael Lässig von der Universität Köln und die Biologin Marta Luksza von der Columbia University in New York im Fachmagazin "Nature".

Die Strategie des Virus

Die Forscher warfen einen Blick auf die Überlebensstrategie des Virus. "Bekommt ein Mensch die Grippe, wird er für den Rest seines Lebens gegen diesen Grippestamm immun", sagt Lässig. Jeder Grippestamm könne jeden Menschen also nur einmal infizieren. Würde das Virus sich nicht verändern, gingen ihm nach und nach die Wirte aus, da es jeden nur einmal nutzen könne.

Da der Erreger aber ständig seine Eigenschaften verändert, kann ihn das menschliche Immunsystem nicht mehr erkennen - der Mensch erkrankt erneut. "Erfolgreiche Mutanten sind jedoch auch konservativ, sie müssen alle wichtigen Funktionen des Grippevirus erhalten", schreiben die Forscher. "Anhand von Genomdaten können wir vorhersagen, welches Virus eine höhere Fitness hat als andere."

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beobachtet die Evolution der Influenzaviren seit 60 Jahren und wählt jeweils auf dieser Grundlage Grippestämme für die Produktion von Impfstoffen aus. Das aber funktioniert nicht immer optimal. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin hatte beispielsweise der Grippe-Impfstoff für die Saison 2012/2013 nur eine "moderate" Wirksamkeit in Deutschland.

Die neue Methode könnte nun eine neue, systematische Auswahl von Impfstämmen ermöglichen. Weitere umfangreiche Tests mit weltweiten Influenza-Daten sollen jetzt folgen, um die Impfstoffentwicklung zu verbessern.

khü/dpa

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insgesamt 5 Beiträge
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1. Die interessante Frage ist natürlich,
postit2012 27.02.2014
wie man ein derartiges Modell validieren kann.
2. ich hatte mal die Grippe
nixda 27.02.2014
und damit meine ich nicht einer Erkältung. Das war wirklich die Hölle. Eine Woche fast 40° Fieber. Essen und Trinken konnte ich kaum noch. Normal gehen auch nicht. Nur noch kriechen. Gut war ich Jugendlicher. So gesehen sollte man hier viel mehr Forschungsaufwand betreiben. Die Kosten und Folgen einer Pandemie wären immens.
3.
Da_Re 27.02.2014
Zitat von nixdaund damit meine ich nicht einer Erkältung. Das war wirklich die Hölle. Eine Woche fast 40° Fieber. Essen und Trinken konnte ich kaum noch. Normal gehen auch nicht. Nur noch kriechen. Gut war ich Jugendlicher. So gesehen sollte man hier viel mehr Forschungsaufwand betreiben. Die Kosten und Folgen einer Pandemie wären immens.
Sie sind vermutlich so schwer erkrankt, WEIL Sie jugendlich waren. Während der Pandemie um 1918 (spanische Grippe) sind zumeist Jugendliche verstorben, da das starke Immunsystem junger Menschen teilweise zu stark reagiert.
4. auf gesundheit achten
stardustcreator 27.02.2014
vitamin c schadet nicht, aber folgendes sollte man beachten https://www.youtube.com/watch?v=4U3IRAryt1c
5. absurd
lilalenchenpause 28.02.2014
...so ein Bild zu wählen. influenzaviren und blut in Verbindung zu bringen ist zumindest gewagt. die Viren infizieren eigentlich nur Zellen des atemtrakts, ganz selten kann die Infektion systematisch werden (vogelgrippe), aber selbst da geschieht die Replikation dann eher in anderen organen und weniger im blut. Also lieber eine andere Abbildung beim nächsten influenzaartikel wählen.
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Grippe: So schützt man sich

1. Häufig die Hände waschen. Wasser und normale Seife reichen aus, spezielle antibakterielle Seife ist nicht notwendig.

2. Die Hände vom Gesicht fernhalten. Hat man einen mit dem Virus belasteten Gegenstand angefasst, ist das Risiko groß, sich zu infizieren, wenn man sich an die Nase oder den Mund fasst.

3. Während der Grippewelle Abstand zu anderen Personen halten, engen Kontakt vermeiden. Dazu zählt auch, anderen die Hand zu geben, sich zu küssen oder zu umarmen.


Quellen: Robert Koch-Institut, Gesundheitsinformation.de

Grippe: So schützt man andere

1. Beim Niesen Nase und Mund bedecken, am besten in ein Papiertaschentuch oder den Ärmel niesen und husten, auf keinen Fall in die Hand!

2. Benutzte Taschentücher umgehend entsorgen, so dass sie andere Menschen möglichst nicht berühren können. Am besten Einwegtücher benutzen.

3. Häufig die Hände waschen, vor allem, nachdem man ein Taschentuch angefasst hat.

4. Enge Kontakte zu anderen Menschen möglichst vermeiden und mindestens zwei Meter Abstand halten. Dies gilt vor allem beim Kontakt mit Schwangeren, chronisch Kranken, Kindern und älteren Menschen.

5. In der akuten Erkrankungsphase möglichst zu Hause bleiben und regelmäßig lüften, damit der Körper frische Luft erhält und sich die Zahl der virusbelasteten feinen Tröpfchen in der Luft reduziert.


Quellen: Robert Koch-Institut, Gesundheitsinformation.de

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