Insekt des Jahres Platter Bauch und flinke Beine

Die Plattbauch-Segellibelle hat es geschafft: Stellvertretend für 80 bedrohte Libellenarten wurde sie zum "Insekt des Jahres 2001" gewählt.


Berlin - Das rund acht Zentimeter lange Tier frisst nach Angaben der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) Mücken und Fliegen, die sie "während des Fluges mit den Beinen ergreift und dann mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen zerbeißt". Ansonsten sei sie völlig harmlos, obwohl sie im rasanten Anflug durchaus gefährlich wirke, sagten die Experten. Aber die Libelle sei nur neugierig. Sie könne mit ihren riesigen Komplexaugen aus 30.000 Facetten hervorragend sehen.

Insekt des Jahres: Die Plattbauch-Segellibelle

Insekt des Jahres: Die Plattbauch-Segellibelle

Die bedrohte Insektenart der Libellen gehört laut BBA zu den uralten Tierarten. Bereits vor 250 Millionen Jahren lebten Libellen, die damals Flügelspannweiten bis zu 75 Zentimeter hatten. Dagegen ist die Plattbauch-Segellibelle mit sieben bis acht Zentimeter klein. Ihr Name beschreibt den flach gedrückten Hinterleib. Zoologisch korrekt heißt sie Libellula depressa.

Da es kaum noch unverbaute Flüsse mit flachen Gewässerteilen gibt, sind viele Libellen sehr selten geworden. Die Eier werden von den Weibchen im Flug über flachem, leicht bewachsenem Gewässer abgeworfen. Die Larven leben unter Wasser von anderen Insektenlarven und Kleinkrebsen. Immerhin sehe man die Libellen noch. Wahrscheinlich habe sich die Mode der Gartenteiche positiv auf ihren Restbestand ausgewirkt, hieß es.

Dem Kuratorium "Insekt des Jahres" gehören namhafte Insektenkundler und Vertreter wissenschaftlicher Gesellschaften und Einrichtungen an. Das neu gekürte Insekt zeichne sich "durch seine besonders guten Flug- und Segelkünste aus", erklärte das Deutsche Entomologische Institut in Eberswalde.

Die Naturschützer in der Bundesrepublik versuchen seit Jahren, auf bedrohte Arten besonders aufmerksam zu machen. So hat der Naturschutzbund Nabu den Haubentaucher zum Vogel des Jahres 2001 erklärt. Der Esche wurde der Rang "Baum des Jahres" verliehen.



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