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Israel: Archäologen präsentieren römischen Mosaikfußboden

"Die gestalterische Qualität der Motive ist Zeugnis hoher Kunstfertigkeit": In Israel haben Wissenschaftler einen imposanten Mosaikfußboden aus dem alten Rom entdeckt. Es ist der zweite spektakuläre Fund in der Stadt Lod.

Israel: Archäologen finden römischen Mosaikfußboden Fotos
AP

Beim Bau einer Ausstellungshalle für das weltberühmte römische Mosaik von Lod ist in der israelischen Kleinstadt ein weiteres beeindruckendes Bodenmosaik entdeckt worden. Wie Grabungsleiter Amir Gorzalczani nun bei der ersten öffentlichen Präsentation des Fundes erklärte, lag das 11 mal 13 Meter große Mosaik im Innenhof einer weitläufigen Villa, die im 3. Jahrhundert errichtet wurde und während der römischen und byzantinischen Herrschaftszeit bewohnt war.

Der prächtig gestaltete Mosaikfußboden im zentralen Salon dieser Römervilla war 1996 bei Straßenbauarbeiten entdeckt und gesichert worden. 2009 wurde das 180 Quadratmeter große Mosaik mit brüllenden Löwen, Kampfelefanten, Giraffen und Delphinen dann freigelegt, restauriert und auf eine Weltreise geschickt.

Neben Stationen in New York, Paris, Sankt Petersburg und derzeit Venedig konnte der Fund bis Mai 2014 monatelang in Berlin in der Rotunde des Alten Museums bewundert werden.

"Zeugnis hoher Kunstfertigkeit"

Das Schwester-Mosaik besteht aus minutiös gearbeiteten Darstellungen von Jagdszenen, Fischen, Blumen in Körben und Vögeln. "Die gestalterische Qualität der Motive ist Zeugnis hoher Kunstfertigkeit", sagte der Grabungsleiter.

Für den zuerst entdeckten Mosaikfußboden wird derzeit in Lod, südöstlich von Tel Aviv, an der historischen Stätte ein Ausstellungszentrum errichtet. Dabei wurde, wie erst jetzt bekannt gegeben wurde, vor einem Jahr das etwas kleinere Mosaik freigelegt, das nun in das Museum integriert werden soll. Entdeckt wurden zugleich auch zahllose Fragmente von aufwendigen Fresken, berichtete die israelische Altertumsbehörde.

khü/AFP

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Eine klare Sprache fordert klare Gedanken!
AlbertGeorg 17.11.2015
"In Israel haben Wissenschaftler einen imposanten Mosaikfußboden aus dem alten Rom entdeckt" Wie kommt ein Mosaik aus Rom nach Israel?
2. Paphos nicht vergessen, bitte!
neutlant 17.11.2015
Die römischen Bodenmosaiken in Paphos (Zypern) sind ungleich vielfältiger und größer als die in Lod. Nicht umsonst stehen sie auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Leider ruhen seit mehreren Jahren die Ausgrabungen. Wenn sich da ein Sponsor finden ließe, könnte der nicht nur seinem archäologischem Herzen etwas Gutes tun, sondern auch noch im Rahmen der Kulturhauptstadt 2017 seinen Ruf aufpolieren.
3. in Stücken....?
Emil Peisker 17.11.2015
Zitat von AlbertGeorg"In Israel haben Wissenschaftler einen imposanten Mosaikfußboden aus dem alten Rom entdeckt" Wie kommt ein Mosaik aus Rom nach Israel?
Der Handwerker kam aus Rom, die kleinen Steinchen sammelte er vor Ort...:-)
4. Massenware
Datenscheich 17.11.2015
So schön der Fußboden auch ist - wenn Sie, wie ich, früher durch Syrien gereist sind, dann wissen Sie, daß diese Mosaiken Massenware gewesen sind, mit denen viele betuchte Römer ihre Heime schmöcken ließen... kein Anlaß also für die israelischen Archäologien, von einem 'spektakulären Fund' zu sprechen.
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Archäologische Methoden der Datierung
Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, kennt man auch das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag.


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