Israel 3300 Jahre alter Sarkophag fasziniert Archäologen

Es ist eine Sensation: Bruchstücke eines etwa 3300 Jahre alten Sarkophags im ägyptischen Stil wurden jetzt in der Nähe von Nazareth entdeckt. Bestattet wurde der Tote mit zwei besonderen Gegenständen aus Bronze und Gold.

AFP

Jerusalem - Archäologen haben in Nordisrael Teile eines etwa 3300 Jahre alten Sarkophags im ägyptischen Stil gefunden. Die antiken Bruchstücke seien bei Ausgrabungen in der Nähe von Nazareth im Norden des Landes entdeckt worden, teilte die israelische Altertumsbehörde am Mittwoch mit. "Wir haben einen seltenen Fund gemacht, einen zylinderförmigen Tonsarg mit einem Deckel mit dem Relief eines Menschen", sagte einer der beteiligten Archäologen. In dem Sarg seien auch ein Skelett und mehrere Gebrauchsgegenstände aus Keramik und Bronze gefunden worden.

Man gehe davon aus, dass es sich bei dem Toten um einen Einwohner des auch in der Bibel erwähnten Landes Kanaan handelt, der für die ägyptische Regierung arbeitete, teilte die Behörde mit. Es könnte aber auch ein reicher Mann gewesen sein, der die ägyptischen Bestattungsriten imitierte. Man erwäge nun eine DNA-Probe, um zu klären, ob es sich bei dem Toten um einen Kanaaniter oder einen Ägypter handelte.

Neben dem Toten seien auch ein Dolch aus Bronze und ein goldener Siegelring mit Skarabäus-Motiv und dem Namen des Pharao Sethos I. gefunden worden. Der Fund des Sarges sei ein weiterer Beweis für die ägyptische Kontrolle des Jesreel-Tals während des späten Bronzezeitalters im 13. Jahrhundert vor Christus Geburt.

nik/dpa



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Oberleerer 09.04.2014
1.
Zitat von sysopAFPEs ist eine Sensation: Bruchstücke eines etwa 3300 Jahre alten Sarkophags im ägyptischen Stil wurden jetzt in der Nähe von Nazareth entdeckt. Bestattet wurde der Tote mit zwei besonderen Gegenständen aus Bronze und Gold. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/israel-sarkophag-mit-dolch-und-siegelring-gefunden-a-963511.html
Was will uns dieser halbe Artikel sagen? Hat irgendjemand die ägyptische Herrschaft dieses ominösen Tals bestritten? Archäologie ist jetzt nicht mein Spezialgebiet, aber bin sicherlich nicht der Einzige, der noch nie von Kanaabiern gehört hat und warum das so bedeutungsvoll ist, daß es seit Jahren mal wieder einer Erwähnung wert ist. Warum ist der Artikel so kurz und erklärt nicht wenigstens einen Zusammenhang oder irgendwas, daß man das Sensationelle an dem Fund einordnen kann?
joachim_m. 09.04.2014
2. optional
Wieso wird die Geschichte in diesem Raum immer wieder so bibelzentriert dargestellt. Zum einen ist der Sarg etwas älter als die Zeit oder aus der Zeit, als sich die Vorfahren der Juden im rückwärtigen Bergland niederließen, zum anderen hat der Fund mit der Bibel und den Juden aber auch so absolut nichts zu tun, nicht einmal die Bezeichnung Kanaaniter, auch wenn viele das nicht kapieren, weil sie ihre Bibel als eine Art Geschichtsbuch sehen; gerade das ist die Bibel aber nicht, sie ist ein Sammelsurium von Mythen und Legenden, die auf tatsächlichen Ereignissen beruhen können aber nicht beruhen, und soweit es ein tatsächliches Ereignis als Anknüpfungspunkt gibt, dieses so verzerrt und mystifiziert, dass man kaum von einer auch nur halbwegs verlässlichen Geschichtsschreibung sprechen kann; wer meint, die Bibel könne man als Geschichtsbuch lesen, der muss konsequenterweise auch die Artus- und die Nibelungensage für Geschichtsbücher halten und Siegfried zugestehen, dass er einen Drachen getötet hat. Schade, ich interessiere mich für Geschichte, aber was das sogenannte Heilige Land anbelangt, kommt da leider bei vielen fast immer ein Bezug zur Bibel, obwohl die Ergebnisse der Archäologie mit Bibel und Judentum außer in dem Falle, dass in einem ganz kleinen Gebiet im Bergland, dem ehemaligen Juda, gegraben wird, aber auch so absolut nichts zu tun haben. Bei solchen Berichten weiß ich dann letztlich nie, was Wissenschaft und was Religion ist. Das spätere Juda war entgegen der Bibel unzweifelhaft ein Teil des Gebietes, dass hier als Kanaan benannt wird, allerdings zu der Zeit noch so gut wie ohne Bevölkerung. Auf solchen Treibsand begibt man sich, wenn man Begriffe aus der Bibel zur Bezeichnung von Gebieten benutzt. Zur Geschichte: Die Vorfahren der Juden haben sich ungefähr zu der Zeit, aus der das Grab stammt, im Bergland, das später Gebiet des Königreich Juda, niedergelassen; alles, was man über ihre Religion aus der Zeit weiß, die sich noch stark von dem Glauben der Bibel unterschieden hat, gleicht sehr auffällig der Religion Kanaans. Der Glaube an nur einen Gott und das Verbot, bspw. auch die Frau von Gott, Aschera, anzubeten, hat erst Jahrhunderte später ein König von Juda eingeführt; angeblich hat er bei der Tempelrenovierung Schriften, welche die wahre Glaubenslehren beinhalten, gefunden. Interessanterweise passte dieser wiedergefundene Glauben sehr gut, nämlich zu 100 %, zu den damals aktuellen dynastischen Interessen des Finders, darunter massive Gebietsansprüche in Bezug auf das Gebiet von Samaria, das just gerade während seiner Regierungszeit mehr oder weniger herrenlos war und für den Herrscher riesige Einnahmen abwarf, von denen ein König von Juda im Hinblick auf die in Juda erzielbaren Einnahmen nur träumen konnte; Zufall? Ein Schuft, der ganz wissenschaftlich nicht an Zufälle dieser Art glaubt, sondern das annimmt, was in solchen Fällen in der Geschichte immer Sache war? Und auf so ein Buch und seine tendenziösen Begriffe, man kann dies auch zu Recht als eisenzeitliche Königspropaganda bezeichnen, stützt man sich, wenn man Archäologie betreibt? Tut mir Leid, aber bei mir ist gerade einer durchgefallen.
Tiananmen 10.04.2014
3.
Zitat von OberleererWas will uns dieser halbe Artikel sagen? Hat irgendjemand die ägyptische Herrschaft dieses ominösen Tals bestritten? Archäologie ist jetzt nicht mein Spezialgebiet, aber bin sicherlich nicht der Einzige, der noch nie von Kanaabiern gehört hat und warum das so bedeutungsvoll ist, daß es seit Jahren mal wieder einer Erwähnung wert ist. Warum ist der Artikel so kurz und erklärt nicht wenigstens einen Zusammenhang oder irgendwas, daß man das Sensationelle an dem Fund einordnen kann?
Da haben Sie vollkommen recht. Von Kanaabiern hat die Welt noch nicht gehört. Wenn Sie allerdings noch nichts von *Kanaanitern *gehört haben, so haben Sie den Religionsunterricht geschwänzt und auch sonst nichts über das Ursprungsland unserer Religion gelesen. ;-)
Tiananmen 10.04.2014
4.
Zitat von joachim_m.Wieso wird die Geschichte in diesem Raum immer wieder so bibelzentriert dargestellt. Zum einen ist der Sarg etwas älter als die Zeit oder aus der Zeit, als sich die Vorfahren der Juden im rückwärtigen Bergland niederließen, zum anderen hat der Fund mit der Bibel und den Juden aber auch so absolut nichts zu tun, nicht einmal die Bezeichnung Kanaaniter, auch wenn viele das nicht kapieren, weil sie ihre Bibel als eine Art Geschichtsbuch sehen; gerade das ist die Bibel aber nicht, sie ist ein Sammelsurium von Mythen und Legenden, die auf tatsächlichen Ereignissen beruhen können aber nicht beruhen, und soweit es ein tatsächliches Ereignis als Anknüpfungspunkt gibt, dieses so verzerrt und mystifiziert, dass man kaum von einer auch nur halbwegs verlässlichen Geschichtsschreibung sprechen kann; wer meint, die Bibel könne man als Geschichtsbuch lesen, der muss konsequenterweise auch die Artus- und die Nibelungensage für Geschichtsbücher halten und Siegfried zugestehen, dass er einen Drachen getötet hat. Schade, ich interessiere mich für Geschichte, aber was das sogenannte Heilige Land anbelangt, kommt da leider bei vielen fast immer ein Bezug zur Bibel, obwohl die Ergebnisse der Archäologie mit Bibel und Judentum außer in dem Falle, dass in einem ganz kleinen Gebiet im Bergland, dem ehemaligen Juda, gegraben wird, aber auch so absolut nichts zu tun haben. Bei solchen Berichten weiß ich dann letztlich nie, was Wissenschaft und was Religion ist. Das spätere Juda war entgegen der Bibel unzweifelhaft ein Teil des Gebietes, dass hier als Kanaan benannt wird, allerdings zu der Zeit noch so gut wie ohne Bevölkerung. Auf solchen Treibsand begibt man sich, wenn man Begriffe aus der Bibel zur Bezeichnung von Gebieten benutzt. Zur Geschichte: Die Vorfahren der Juden haben sich ungefähr zu der Zeit, aus der das Grab stammt, im Bergland, das später Gebiet des Königreich Juda, niedergelassen; alles, was man über ihre Religion aus der Zeit weiß, die sich noch stark von dem Glauben der Bibel unterschieden hat, gleicht sehr auffällig der Religion Kanaans. Der Glaube an nur einen Gott und das Verbot, bspw. auch die Frau von Gott, Aschera, anzubeten, hat erst Jahrhunderte später ein König von Juda eingeführt; angeblich hat er bei der Tempelrenovierung Schriften, welche die wahre Glaubenslehren beinhalten, gefunden. Interessanterweise passte dieser wiedergefundene Glauben sehr gut, nämlich zu 100 %, zu den damals aktuellen dynastischen Interessen des Finders, darunter massive Gebietsansprüche in Bezug auf das Gebiet von Samaria, das just gerade während seiner Regierungszeit mehr oder weniger herrenlos war und für den Herrscher riesige Einnahmen abwarf, von denen ein König von Juda im Hinblick auf die in Juda erzielbaren Einnahmen nur träumen konnte; Zufall? Ein Schuft, der ganz wissenschaftlich nicht an Zufälle dieser Art glaubt, sondern das annimmt, was in solchen Fällen in der Geschichte immer Sache war? Und auf so ein Buch und seine tendenziösen Begriffe, man kann dies auch zu Recht als eisenzeitliche Königspropaganda bezeichnen, stützt man sich, wenn man Archäologie betreibt? Tut mir Leid, aber bei mir ist gerade einer durchgefallen.
Wortreich, aber schrecklich eindimensional. Es gibt wohl niemanden, der die Bibel als "Geschichtsbuch" lesen wird. Kreationisten vielleicht, aber da kenne ich mich nicht aus. Was Artus- und die Burgunden angeht, ist ein historischer Kern verbürgt. Wenn Sie an den Buchstaben hängen, dann dürfen Sie getrost auch die jüngere Geschichtsschreibung als Phantasieprodukt betrachten. Nicht nur, weil Geschichte immer die Geschichte der Sieger ist. Wenn *Heinrich Schliemann* Ihre Einstellung geteilt hätte, dann wäre *Troja* trotz der Vorarbeit von Frank Calvert nie entdeckt worden: wer ist schließlich dieser griechische Spinner Homer, der 2400 Jahre zuvor die Ilias erzählt hat? Und die beruht "... auf frühgeschichtlichen *Mythen und Erzählungen*.." (Wikipedia), das erinnert stark an Ihre Passage: "die Bibel ... ist ein Sammelsurium von *Mythen und Legenden*"
klex.k 10.04.2014
5. optional
Ägyptische Sarkophage liegen in Israel nicht an jeder Ecke herum. Die vielen Verbindungen zwischen Israel und Ägypten finden sich in der Bibel belegt. Wer ein Problem mit der Bibel als Geschichtsbuch hat, ist schlecht informiert. Kein Buch der Antike wird so durch ausgrabungen bestätigt wie die biblischen Berichte. Das sollte einen für den Inhalt dieses Buches neugierig machen. Wer ein Problem mit Wundern hat, darf die getrost lächelnd überlesen und wird trotzdem Faszinierendes lernen...
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