Japanischer Erfinder Mini-Hubschrauber soll in da Vincis Geburtsort fliegen

Flug in historischer Umgebung: Im Geburtsort von Leonardo da Vinci will ein Japaner seinen Mini-Helikopter ausprobieren, weil ihn die mehr als 500 Jahre alten Zeichnungen des Universalgenies zu der Erfindung inspiriert haben.


Tokio - Wundersame Fluggeräte scheinen derzeit zu boomen. Während in der Schweiz der "Fusion Man" Yves Rossy als Ein-Mann-Düsenjet durch die Luft schießt und sogar schon Starts von fahrenden Autos aus plant, will der Japaner Gennai Yanagisawa in Italien mit einem Mini-Hubschrauber für Furore sorgen.

Mit seinem "GEN H-4"-Helikopter - dem wohl kleinsten Exemplar dieser Welt - will der 75-Jährige am kommenden Wochenende durch den Ort Vinci in der Toskana schweben - zu Ehren des Universalgenies Leonardo da Vinci, auf dessen mehr als 500 Jahre alten Zeichnungen einer Flugspirale die Konstruktion des Japaners zurückgeht.

"Das Konzept meines Hubschraubers stammt aus Italien, und ich wollte ihn schon immer einmal in da Vincis Geburtsort fliegen", erklärte Yanagisawa vor dem Testflug in der japanischen Stadt Matsumoto. Rund eine halbe Stunde kann sich der Mini-Helikopter in der Luft halten, der nur aus einem 125 Kubikzentimeter-Zweizylinder-Motor, zwei Rotoren, einem Alurohr-Rahmen mit Sitz, Handgriffen, Fußrasten und kleinen Rädern besteht. Wichtigstes Konstruktionsdetail sind die beiden gegeneinander laufenden Rotoren aus Kohlefaser, die das Fluggerät in der Luft stabilisieren.

Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei rund hundert Kilometern pro Stunde. Die höchste Flughöhe liegt weit jenseits von tausend Metern, doch bei seinem Flug in Italien will Yanagisawa nur knapp über den Köpfen seiner Zuschauer fliegen, damit die Gäste einen möglichst guten Blick auf den Helikopter haben.

Im Gegensatz zum "Fusion Man" Yves Rossy hat der Japaner seine Flugerfindung übrigens bereits kommerzialisieren können. Insgesamt sieben Mini-Hubschrauber hat er inzwischen in Japan und den USA in den vergangenen Jahren an den Mann gebracht. Rund 37.000 Euro kostet das Fluggerät - von dem der Japaner hofft, dass es eines Tages ebenso selbstverständlich eingesetzt werden wird wie heute ein Motorroller.

chs/AP



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.