Jerusalem Archäologen finden 2500 Jahre altes Namenssiegel einer Frau

Es ist ein seltener Hinweis auf Gleichberechtigung: Forscher haben in Jerusalem ein altes Namenssiegel gefunden. Die Besitzerin könnte eine erfolgreiche Geschäftsfrau gewesen sein.

Archäologin Yana Tchekhanovets mit Steinen in Spiegelschrift
DPA

Archäologin Yana Tchekhanovets mit Steinen in Spiegelschrift


Der Name der Besitzerin steht praktischerweise gleich auf dem Fundstück: Archäologen aus Israel haben ein seltenes, 2500 Jahre altes Siegel bei Ausgrabungen in Jerusalem entdeckt. Das antike Fundstück aus Halbedelstein trage den hebräischen weiblichen Namen Elihana bat Gael in Spiegelschrift, teilte die israelische Altertumsbehörde mit.

"Die Besitzerin des Siegels war im Vergleich zu anderen Frauen zur Zeit des ersten jüdischen Tempels außergewöhnlich: Sie hatte einen juristischen Status, der es ihr erlaubte, Geschäfte abzuwickeln und Güter zu besitzen", heißt es in der Mitteilung.

Bei den Ausgrabungen im arabischen Ostteil der Stadt sei auch ein Namenssiegel eines Mannes namens Saarjahu ben Schabenjahu entdeckt worden. Beide Siegel wurden in einem Gebäude aus der Zeit des im Jahre 586 vor Christus zerstörten, ersten jüdischen Tempels gefunden.

AFP

Der Bau habe damals offenbar als ein Verwaltungszentrum gedient. Die Ausgrabungsstelle liegt am Rande des Tempelbergs in Jerusalems Altstadt, der Juden und Muslimen heilig ist, unter einem Parkplatz.

"Nur ein sehr kleiner Teil der bis heute gefundenen Siegel gehörte Frauen", sagte der Archäologe Hagai Misgav von der Hebräischen Universität in Jerusalem. Grund sei der damals meist wirtschaftlich und gesellschaftlich schwächere Status von Frauen. "Der Name Elihana erscheint nicht in der Bibel, und es gibt keine weiteren Informationen über die Identität der Frau", sagte Misgav. "Aber die Tatsache, dass sie ein Siegel besaß, beweist ihren hohen sozialen Status."

joe/dpa



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