Jesus-Statue Die Botschaft aus dem Hintern des Heilands

Zwei Restauratorinnen haben in einer 240 Jahre alten Jesus-Statue historische Dokumente entdeckt. Die überraschende Botschaft befand sich im Po der Figur.

DA VINCI RESTAURO/ dpa

Es war eine Überraschung, mit der niemand gerechnet hatte: Als sich in der Kirche Santa Águeda im spanischen Sotillo de la Ribera eine alte Jesus-Statue löste, mussten die Restauratorinnen ran.

Das Holz war rissig geworden, deshalb nahmen Gema Ramiréz und Ángeles Comba die Figur vorsichtig vom Kreuz, um die Statue zu reparieren. Doch hinter dem Riss, der sich am Po von Jesus gebildet hatte, verbarg sich ein Geheimnis.

Denn dort entdeckten die beiden Frauen einen Hohlraum. In ihm steckten alte vergilbte Zettel, vollgeschrieben mit schwarzer Tinte und der Datumsangabe aus dem Jahre 1777. Verfasst hatte sie offenbar Joaquín Mínguez, der ehemalige Kaplan der Kathedrale eines nahe gelegenen Ortes, etwa 180 Kilometer nördlich von Madrid.

Fotostrecke

6  Bilder
Grabeskirche Jerusalem: Der Deckel wird gelüftet

Offenbar hatte der Kirchenmann die Zettel in der Hoffnung versteckt, dass sie irgendwann einmal gefunden würden - es handelt sich um eine Art historischer Zeitkapsel, berichtet die spanische Zeitung "El Mundo". Darauf sind Angaben über das soziale Leben in der Region damals oder über Krankheiten wie etwa Typhus oder Sumpffieber, die grassierten.

"Der Autor schrieb auch, wo sich Schulen und Universitäten befanden und wie die Wirtschaft funktioniert hat", so ein Historiker, der die Dokumente analysiert hat. Auch der Künstler, der die Jesus-Statue geschaffen hat, wird erwähnt. Der Forscher spricht von einem sensationellen Fund, der nur über einen großen Zufall ein Vierteljahrtausend später gemacht werden konnte.

Die Zettel werden nun archiviert. Doch damit auch künftige Generationen solche Informationen finden können, wollen die Experten eine Kopie im Hinterteil von Jesus unterbringen, bevor die Kammer verschlossen und die Statue wieder aufgehängt wird.

joe

Mehr zum Thema


insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
willibaldus 09.12.2017
1.
Ich hoffe auf säurefreiem Pergament oder Büttenpapier. Sonst hält das nicht lange.
blinder_seher 09.12.2017
2.
Zitat von willibaldusIch hoffe auf säurefreiem Pergament oder Büttenpapier. Sonst hält das nicht lange.
Jetzt interessiert mich aber mal brennend, was Sie zu diesem Kommentar bewogen hat. Stellen Sie die Kompetenz der beiden Restauratorinnen in Frage? Falls ja: Warum? Weil sie Frauen sind, oder weil sie in Spanien arbeiten?
rainerwäscher 09.12.2017
3.
Es ist ja nicht so, dass es aus dem 18. Jh. keine Schriftzeugnisse gibt. Daher sehe ich nicht, was hier jetzt so sensationell sein soll.
kaltmamsell 09.12.2017
4. Letztes Viertel des 18. Jahrhunderts
ist alt, aber nicht sehr alt. Solche Funde von bewusst versteckten Schriften dürfte es gerade auch im geschichtsverpflichteten kirchlichen Bereich noch öfter geben. Beispielsweise auch versteckt in Kirchturmkuppeln etc.
joe_ucker 09.12.2017
5. zum Glück wurde damals auf Papier geschrieben
Mit einem USB-Stick oder Festplatte wären die Menschen in der Zukunft dumm dran. Nix mehr drauf oder die Frage "was ist das denn?" Oder kann noch einer 8-Zoll-Disketten lesen?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.