Virtuell gealtert Kriminalamt zeigt Phantombilder von Kaiser Augustus

Schluss mit idealisierten Bildern: Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen hat drei Phantombilder von Kaiser Augustus veröffentlicht. Sie zeigen ihn in drei Altersstufen - und längst nicht immer von seiner besten Seite.

LKA NRW

2000 Jahre nach dem Tod des römischen Kaisers Augustus hat das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt (LKA) ein Phantombild des Herrschers angefertigt - oder, genauer gesagt, drei: Die Fachleute der Abteilung für visuelle Fahndungshilfe ließen das kaiserliche Konterfei virtuell altern und erstellten daraus verschiedenen Porträts.

Als Vorbild dienten eine Büste des jungen Augustus sowie literarische Beschreibungen. Die Abbilder sollen anlässlich des 2000. Todestages von Augustus in einer Gemeinschaftsausstellung deutsch-niederländischer Museen gezeigt werden, voraussichtlich von November bis Dezember in Aachen.

Die Phantombilder zeigen den römischen Kaiser als jungen Mann sowie im Alter von 50 und 70 Jahren. Der Historiker Klaus Scherberich der Aachener Hochschule RWTH hatte die Idee zum Phantombild. Er bemängelte, dass es von Augustus nur idealisierte Bildnisse gebe, aber keine realistischen Eindrücke des älteren Kaisers. "Diese Lücke wird mit den Phantombildern geschlossen", sagte er laut einer am Mittwoch in Düsseldorf veröffentlichten Mitteilung des LKA.

Kaiser Augustus wurde als Gaius Octavius am 23. September im Jahr 63 vor Christus in Rom geboren und gilt als erster römischer Kaiser. Er starb am 19. August 14 in der Nähe von Neapel.

Das nordrhein-westfälische LKA hatte bereits 2003 ein Phantombild des Apostels Petrus und 2008 eines des Apostels Paulus für einen Düsseldorfer Historiker nach dessen Vorgaben angefertigt. "Neu war jedoch, dass dieses Phantombild künstlich altern musste, um einen realistischen Eindruck des römischen Kaisers im Alter von 50 Jahren und von 70 Jahren zu erhalten", erklärte Kriminalhauptkommissar Ingo von Westphal, der nicht nur die Phantombilder der beiden Apostel, sondern auch die nun vorliegenden von Kaiser Augustus angefertigt hat.

jme/dpa



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insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
verhetzungsschutz 30.07.2014
1. Wenn die Gerechtigkeit alt aussieht
Zitat von sysopLKA NRW Schluss mit idealisierten Bildern: Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen hat drei Phantombilder von Kaiser Augustus veröffentlicht. Sie zeigen ihn in drei Altersstufen - und längst nicht immer von seiner besten Seite. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/kaiser-augustus-lka-nordrhein-westfalen-veroeffentlicht-phantombild-a-983706.html
Das kann also schon mal über 2000 Jahre dauern, bis der deutsche Generalbundesanwalt Ermittllungen bei einem Verbrechen aufnimmt. Wird Kaiser Augustus doch noch dafür verurteilt, Millionen Menschen auf der Welt bespitzelt und den damals bekanntesten Whistleblower gekreuzigt zu haben?
bezim 30.07.2014
2. Viel Mühe für nichts
Selbst wenn die Büste, die als Vorlage herangezogen wurde zu Lebzeiten des Augustus erstellt wurde, heißt das nicht, dass sie lebensecht gewesen wäre. Auch damals war es üblich, die Abgebildeten zu idealisieren. Hier wird unzutreffender Weise der Eindruck erweckt, man habe jetzt ein realistisches Abbild geschaffen. Weit gefehlt!
hokuspokusmann 30.07.2014
3. wozu
ist das gut?
kaltwasser 30.07.2014
4. Naja!
So kann er ausgesehen haben oder auch nicht. Der Schädel des Kaisers existiert schließlich nicht mehr. Ich erinnere mich, einmal eine Münze des Augustus aus dem Orient gesehen zu haben, die den Herrscher stark gealtert und deutlich fülliger zeigte. Im übrigen sind die römischen Porträtstatuen im Allgemeinem recht lebensnah. So dass auch die Jugenddarstellungen des Augustus bei aller Idealisierung der Realität ziemlich nahe kommen dürften.
apostata 30.07.2014
5. Woher wissen die,
dass Kaiser Augustus blaue Augen hatte?
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