Kalifornien Dürre lässt Boden um bis zu fünf Zentimeter pro Monat absacken

Es ist die schlimmste Trockenperiode seit mehr als tausend Jahren in der Region - ihre Folgen lassen sich sogar aus dem All beobachten. Die Nasa hat nun herausgefunden, dass der Boden im Central Valley immer schneller sinkt.

Canadian Space Agency/ NASA/ JPL-Caltech

Die anhaltende Dürre in Kalifornien lässt den Boden im Central Valley des Westküstenstaates schneller sinken. Wie die kalifornische Wasserbehörde unter Berufung auf eine Nasa-Studie mitteilte, führt der starke Zugriff auf das Grundwasser in dem landwirtschaftlich genutzten Tal an vielen Stellen zu starken Absenkungen der Bodenoberfläche. "Durch zunehmendes Abpumpen sind die Grundwasserstände auf eine Rekordtiefe gesunken, bis zu 30 Meter niedriger als frühere Tiefstände", teilte Mark Cowin, Leiter der Wasserbehörde, mit.

Als Folge davon würden bestimmte Landstriche schneller als bisher absinken. An einigen Stellen im San Joaquin Valley seien Senkungen von fünf Zentimetern pro Monat gemessen worden, heißt es in der Studie. Das könne neben Schädigung der Infrastruktur auch dazu führen, dass die unterirdischen Wasser-Reservoire zusammenschrumpfen und weniger Wasser aufnehmen und speichern können.

Video: Animation - Warum das Wasser knapp wird

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Auf Bildern des kanadischen Satelliten "Radarsat-2" zeigen sich zwei Brennpunkte, in denen der Grund besonders stark absinkt. Betroffen sind die Gebiete um die Kleinstadt Corcoran und südlich der Ortschaft El Nido. Die Nasa-Experten werteten für ihre Studie außerdem Bilder des japanischen Satelliten "Palsar" aus. Dazu kamen Daten, die mithilfe unbemannter Drohnen gesammelt wurden. Für zukünftige Auswertungen will die US-Weltraumbehörde auch auf die frei zugänglichen Daten des europäischen "Sentinel-1"-Satelliten zurückgreifen.

Im kalifornischen Central Valley wird auf einer Länge von 700 Kilometern das meiste Obst und Gemüse in den USA produziert. 80 Prozent aller Mandeln der Welt kommen aus der fruchtbaren Region. Ein Großteil der Anbaufläche muss bewässert werden. Nach einer mehrjährigen Dürre im Westen der USA sind die Wasserreservoire auf einem Tiefstand - und das Central Valley ist der Brennpunkt der Wasserkrise.

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Dürre-Notstand: Wasser von der Nachbarin
Manche Bauern haben von sich aus zugesichert, den Wasserverbrauch drastisch zu senken. Vielerorts sind Bewohner der Region aber auch zur Selbsthilfe übergegangen, um die Wasserversorgung zu sichern. (Lesen Sie hier einen Artikel über Donna Johnson und ihre Arbeit in ihrem Heimatort East Porterville.) Die Behörden wollen das Wassersparen auch über Verbote durchsetzen - zum Beispiel durch das Abschalten öffentlicher Strandduschen.

chs/dpa

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insgesamt 27 Beiträge
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GoaSkin 20.08.2015
1. egal
Momentan geht das Leben noch weiter. Und wenn die Lebenssituation der Menschen sich sichtbar verschlechtert, dann migriert man halt in "bessere Gegenden" innerhalb der USA. Damit ist das Problem dann gegessen. Lernen tut die Menschheit draus jedenfalls nichts.
spiegkom 20.08.2015
2. Jetzt wissen wir es, und nun?
Jetzt wissen wir es, und nun?
Thorongil 20.08.2015
3.
Diese zwei Sätze springen einen direkt an: "80 Prozent aller Mandeln der Welt kommen aus der fruchtbaren Region. Ein Großteil der Anbaufläche muss bewässert werden." Vulkangestein in einer Wüste ist auch sehr fruchtbar, wenn man es bewässert. Nur wenn dann halt nach jahrzehntelangem Raubbau das Wasser während einer Dürreperiode ausgeht, bemerkt man den Denkfehler. Ja, auch die spanische Wüste ist sehr gut geeignet für Erdbeer- und Melonenanbau. Wenn man sie bewässert. Oder die Biokartoffeln aus Ägypten wachsen auch sehr gut. Wenn man sie bewässert. Landwirtschaft, die auf Bewässerung durch Grundwasser setzt, das jahrhunderte braucht um sich wieder aufzufüllen - braucht der Mensch die wirklich?
fx33 20.08.2015
4. Dann muß...
Dann muß die Landwirtschaft eben woanders betrieben werden. Blöd für die ansässigen Landwirte, aber ohne Wasser geht es eben nicht. Für die Städte an der Küste kann man ja Entsalzungsanlagen bauen, das Know How gibt es. Funktioniert in den Golf-Staaten ja auch. Wer kommt auch auf die blöde Idee, mitten in der Wüste Obst und Gemüse anzubauen...
Jurx 20.08.2015
5. Und mit TTIP soll der landwirtschaftliche Export noch gesteigert werden?
Die USA betreiben bereits derzeitig einen völlig verantwortungslosen Umgang mit Grundwasserreserven zum Zweck der landwirtschaftlichen Produktion. Und mit dem TTIP Freihandelsabkommen soll auch der Export landwirtschaftlicher Produkte noch gesteigert werden. Wo soll denn das ganze Wasser dafür herkommen? Die Amerikaner steuern mit Kalifornien auf eine ähnliche Umweltkatastrophe zu, wie sie Kasachstan und Usbekistan mit dem Aralsee bereits durchleben.
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