Kalifornien Falscher Erdbebenalarm sorgt für Unruhe

Klar, man hätte es bemerken können - schließlich stand dort die Jahreszahl "2025": Und doch hat eine Erdbebenwarnung im US-Bundesstaat Kalifornien kurzzeitig für Aufregung gesorgt. Immerhin ging es um ein Beben der Stärke 6,7.

San-Andreas-Verwerfung südlich von San Francisco
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San-Andreas-Verwerfung südlich von San Francisco


Die Einwohner in Teilen des US-Bundesstaats Kalifornien leben gefährlich - und das wissen sie auch. Schuld ist die San-Andreas-Verwerfung. Über mehr als 1300 Kilometer Länge scheuern hier zwei Erdplatten aneinander: die Pazifische und die Nordamerikanische Platte. Die dabei entstehenden Spannungen müssen sich regelmäßig entladen, dann kommt es zu Erdbeben, schwere Schäden drohen. Dass ein Megabeben, "The Big One" genannte kommt, ist nur eine Frage der Zeit.

Die Erdplatten rutschen im Fall eines Bebens teilweise gleich ein paar Meter weiter, bei den schweren Erdstößen des Jahres 1906 in San Francisco sollen es zum Beispiel sechs Meter gewesen sein. Bei solchen abrupten Bewegungen können Gebäude schwer beschädigt werden. Beim Beben von San Francisco im Jahr 1906 und den anschließenden Großbränden sollen etwa 3000 Menschen gestorben sein.

Längst ist die Region deutlich dichter besiedelt - und Warnungen vor unmittelbar bevorstehenden Erdbeben können lebenswichtig sein. Dazu gibt es zahlreiche Sensorsysteme. Nun hat jedoch ein falscher Erdbebenalarm die Bewohner von Kalifornien kurzfristig beunruhigt.

Schuld daran waren Forscher des California Institute of Technology in Pasadena. Sie hatten Daten eines weiteren schweren Erdbebens von 1925 noch einmal mit neuen Methoden ausgewertet. Dabei verschob sich auch das vermutete Zentrum des Bebens, bei dem vor 92 Jahren immerhin 13 Menschen gestorben waren. Große Teile von Santa Barbara wurden damals zerstört.

Die neu ausgewerteten Daten wurden anschließend - und das war das Problem - mit der Jahreszahl 2025 per Mail an das US-Erdbebenzentrum weitergeleitet, wie US-Medien berichteten. Die Warnung vor einem Beben der Stärke 6,8 wurde zum Glück nach wenigen Minuten als Falschmeldung erkannt und gelöscht.

Der Geologische Dienst der USA (USGS) entschuldigte sich anschließend auf Twitter:

"Die Warnung hat in mehr als nur einem Newsroom Alarmglocken ausgelöst", kommentierte der Sender abc7. Die Erdbebenwarnsysteme Kaliforniens sollen in den kommenden Monaten vor allem im Norden des Bundesstaats weiter ausgebaut werden. Dort, an der Grenze zum Bundesstaat Oregon, gibt es bisher noch größere Lücken. Sie könnten zum Problem werden, wenn San Francisco gewarnt werden muss. Gouverneur Jerry Brown will deswegen zehn Millionen Dollar investieren.

Erdbebenstärken
Die Richterskala
Die Stärke eines Erdbebens wird mit Hilfe der Richterskala und anderer Skalen beschrieben. Der jeweils angegebene Wert, die Magnitude , kennzeichnet dabei die freigesetzte Energie.

Mittels Seismografen werden die Maximal amplituden (also die Ausschläge der Nadel) bestimmt, die umgerechnet von Erdbeben in 100 km Entfernung erzeugt worden wären. Der dekadische Logarithmus der gemessenen Maximalamplituden ergibt die Magnitude. Die Erhöhung der Magnitude um 1 bedeutet dabei eine 33-fach höhere Energiefreisetzung – ein Erdbeben der Magnitude 5,0 ist also 33-mal so stark wie eines der Magnitude 4,0. Die Skala wurde 1935 von Charles Francis Richter und Beno Gutenberg am California Institute of Technology entwickelt.

Genau genommen werden Erdbebenstärken jedoch heute in der Moment-Magnituden-Skala angegeben. Sie berücksichtigt neben der Energie auch die Größe des gebrochenen Gesteins. Die Bruchfläche lässt sich aus der Erdbebenmessung vieler Seismografen berechnen.
Die Auswirkungen
Grob lassen sich die typischen Effekte der Erdbeben in der Nähe des Epizentrums folgendermaßen beschreiben:
  • - Stärke 1-2: nur durch Instrumente nachweisbar
  • - Stärke 3: nur selten nahe dem Epizentrum zu spüren
  • - Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden
  • - Stärke 6: mittelschweres Beben, Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen
  • - Stärke 7: starkes Beben, das zu Katastrophen führen kann
  • - Stärke 8: Groß-Beben
Weltweit ereignen sich jährlich etwa 50.000 Beben der Stärke drei bis vier, 800 der Stärke fünf oder sechs und durchschnittlich ein Groß-Beben. Das stärkste auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile .

chs/dpa



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