Raubtat in Kalifornien: Diebe sägen Indianer-Zeichnungen aus Felsen

Sie kamen mit Leitern und Steinsägen: Im Osten Kaliforniens haben Unbekannte Felszeichnungen geraubt. Die Kunstwerke vom Indianerstamm der Paiute hatten Tausende von Jahren überstanden. Stammesangehörige und Archäologen sind entsetzt.

Volcanic Tablelands: Kunst der Indianer Fotos
AFP/ MLM

Berlin - Es ist eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch: Die Volcanic Tablelands im Osten Kaliforniens entstanden vor 700.000 Jahren bei einem Vulkanausbruch. Sie laden ein zum Wandern, Klettern, Reiten und zur Naturbeobachtung. In der Region Eastern Sierra in der Wüste von Nevada lebten einst Indianer von Stamm der Paiute. Ihre in Felsen gearbeiteten Zeichnungen gehören zu den Attraktionen der Volcanic Tablelands, zehn Kilometer nördlich der Stadt Bishop.

Doch nicht alle Besucher kommen in die bergige Gegend, um sich an ihrer Schönheit zu erfreuen. Diebe haben mindestens vier der geschätzt 3500 Jahre alten Felszeichnungen gestohlen, berichtet das Bureau of Land Management (BLM), das die Tablelands verwaltet. Eine weitere Felsarbeit wurde entstellt, eine bereits vom Felsen entfernte Platte zerbrochen nahe eines Parkplatzes zurückgelassen.

"Das ist der schlimmste Vandalismus-Akt, den ich je gesehen habe", sagte der Archäologe Greg Haverstock der "Los Angeles Times". Die Diebe mussten dabei einigen Aufwand treiben: Sie brachten offenbar Leitern mit, Stromgeneratoren und elektrische Sägen. In Höhen von bis zu fünf Metern schnitten sie Steinplatten der Größe 60 mal 60 Zentimeter aus dem Felsen.

Besucher hatten den dreisten Diebstahl Ende Oktober entdeckt. Eine Mitarbeiterin des Bureau of Land Management musste die Nachricht von dem Raub den Stammesführern der Paiute-Shoshonen in Bishop überbringen. Der Anruf sei ihr sehr schwergefallen, sagte Bernadette Lovato. Die Gefühle der Stammesmitglieder seien schwerverletzt. Man tue alles, um die Felszeichnungen wieder zurückzubringen.

Experten schätzen, dass die Zeichnungen auf dem Schwarzmarkt zwischen 500 und 1500 Dollar einbringen könnten. Das Bureau of Land Management hat eine Belohnung von 1000 Dollar für Hinweise auf die Täter ausgesetzt. Werden diese gefasst, droht ihnen bis zu ein Jahr Haft und eine zusätzliche Strafe von 20.000 Euro.

hda

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insgesamt 13 Beiträge
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1. Vielleicht...
Airkraft 20.11.2012
besser 1 € Strafe und 20.000 Jhre Haft für diesen Vandalismus!!!
2. Friedliebende Siedler?!
helmutderschmidt 20.11.2012
Zitat von sysopSie kamen mit Leitern und Steinsägen: Im Osten Kaliforniens haben Unbekannte Felszeichnungen geraubt. Die Kunstwerke vom Indianerstamm der Paiute hatten Tausende Jahre überstanden. Stammesangehörige und Archäologen sind entsetzt. Kalifornien: Indianer-Felszeichnungen gestohlen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/kalifornien-indianer-felszeichnungen-gestohlen-a-868178.html)
Das werden wohl wieder friedliebende Siedler gewesen sein?!
3. Die Worte fehlen
atemlos9 20.11.2012
Zitat von Airkraftbesser 1 € Strafe und 20.000 Jahre Haft für diesen Vandalismus!!!
angesichts einer solchen Tat. Welch eine Respektlosigkeit. Im Moment fällt mir dazu nur das Zitat von Albert Einstein ein: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
4. Treffen sich zwei Planeten...
praesidente 20.11.2012
... sagt der eine zum anderen: "Siehst Du sch*** aus. Was ist los?" "Ich habe Homo-Sapiens." "Achso. Harmlos. Ist bald wieder vorbei."
5. optional
20099 20.11.2012
"Das ist der schlimmste Vandalismus-Akt, den ich je gesehen habe" - Naja, dann soll er mal z.B. ins New Yorker Metropolitan Museum of Art gehen. Da stehen ganze Tempel die in Ägypten abgerissen wurden! - Trotzdem ein echt zerstörerischer Akt!
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