Alternsforschung Leibniz-Direktor verliert seinen Posten

Das Leibniz-Instituts für Alternsforschung in Jena steht wegen Verstößen gegen den Tierschutz in der Kritik, sein Direktor wurde wegen wissenschaftlichen Fehlverhaltens gerügt. Nun muss er seinen Posten räumen.

Karl Lenhard Rudolph (Archivbild)
DPA

Karl Lenhard Rudolph (Archivbild)


Der wissenschaftliche Direktor des Leibniz-Instituts für Alternsforschung in Jena, Karl Lenhard Rudolph, muss nach herber Kritik seinen Posten endgültig räumen. Das Kuratorium habe einstimmig beschlossen, die Position neu zu besetzen, teilte das Institut am Donnerstag mit. Zunächst soll schnellstmöglich eine kommissarische Leitung benannt werden; parallel dazu werde eine Findungskommission für den neuen wissenschaftlichen Direktor eingesetzt, hieß es.

Das Institut besteht seit 2004 und hat mehr als 330 Mitarbeiter. Sie erforschen molekulare Mechanismen des Alterns und altersbedingter Krankheiten. Es steht allerdings seit einiger Zeit wegen mutmaßlicher Verstöße gegen den Tierschutz massiv in der Kritik - dazu ermittelt die Staatsanwaltschaft Gera.

"Grob fahrlässiges wissenschaftliches Fehlverhalten"

Außerdem hatte das Präsidium der Leibniz-Gemeinschaft Mitte Juni Rudolph wegen "grob fahrlässigen wissenschaftlichen Fehlverhaltens" gerügt. Ihm wurden falsche Darstellung von Daten, ungenügende Datendokumentation und Verletzung der Aufsichtspflicht attestiert. Der Stammzellforscher ist seit 2012 wissenschaftlicher Direktor des Instituts. Nach der Rüge hatte er erklärt, sein Amt vorerst ruhen zu lassen.

Rudolph kündigte nun in einer Mitteilung an, sich auf die Arbeit als Forschungsgruppenleiter konzentrieren und die Vorwürfe aufarbeiten zu wollen. Er werde seine "ganze Kraft darauf richten, die kritisierten Abläufe in meiner Arbeitsgruppe zu beheben und Fehler bei Publikationen zu korrigieren".

jme/dpa



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