Proteste Braunkohlegegner dringen in rheinischen Tagebau Hambach ein

Etwa 2500 Braunkohlegegner haben im Rheinland für einen Ausstieg aus der klimaschädlichen Form der Stromgewinnung demonstriert. Einige Aktivisten drangen dabei in den Tagebau Hambach ein.


Einen Tag vor Beginn der Weltklimakonferenz in Bonn sind Braunkohlegegner trotz eines Verbots in den rheinischen Tagebau Hambach eingedrungen, um mit Blockade-Aktionen für den Kohleausstieg zu demonstrieren. Das teilte die Polizei Aachen mit. Ausgangspunkt war eine Demonstration gegen die weitere Verstromung der Braunkohle.

An einem in Kerpen-Buir gestarteten Protestzug beteiligten sich Schätzungen der Polizei zufolge etwa 2500 Menschen, die Veranstalter sprachen sogar von 4500 Teilnehmern. Kurz vorher hätten Beamte zwei Teilnehmer in Gewahrsam genommen, die Elektroschocker bei sich gehabt hätten, teilte ein Behördensprecher mit.

Bereits kurz nach Beginn der Demonstration spaltete sich demnach am Vormittag eine größere Gruppe von Teilnehmern vom eigentlichen Protestzug ab und machte sich auf den Weg in Richtung Tagebau. Als die Kundgebung dann ihren Zielpunkt im rheinischen Morschenich erreichte, machten sich Augenzeugenberichten zufolge weitere Braunkohlegegner in Gruppen auf den Weg zum Tagebaurand.

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Protest gegen Braunkohle: Aktivisten im Tagebau

Die Demonstranten wollen vor der Weltklimakonferenz Druck für einen schnellen deutschen Kohleausstieg machen. Das Aktionsbündnis Ende Gelände hatte Blockade-Aktionen mit mehr als tausend Aktivisten im Tagebau angekündigt. Die Polizei warnte eindringlich vor den Gefahren im Tagebau bei unerlaubtem Betreten. Beamte setzten demnach Pfefferspray ein, ein Aktivist wurde vorläufig festgenommen.

Die Verstromung von Braunkohle gilt als mit Abstand klimaschädlichste Form der Stromgewinnung - und als wesentlich mitverantwortlich für ein mögliches Verfehlen der deutschen Klimaziele. Im Rheinischen Revier arbeiten knapp 10.000 Menschen im Tagebau und in Kraftwerken. Betreiber RWE hat rechtsgültige Abbaugenehmigungen bis 2045.

Am Samstag hatten bereits Tausende Menschen in Bonn für einen Kohleausstieg demonstriert. Die Veranstalter sprachen von rund 25.000 Demonstranten.

Am Montag beginnt in Bonn die 23. Weltklimakonferenz, bei der über die weitere Umsetzung der Klimaziele von Paris beraten wird. Das Pariser Klimaschutzabkommen sieht vor, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad - möglichst auf 1,5 Grad - im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu beschränken.

wit/dpa/AFP

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Jimmy.B. 05.11.2017
1.
Jemand der eine Bank überfällt ist ein Bankräuber, jemand der in der Kneipe die Zeche prellt ist ein Zechpreller, warum ist jemand der widerrechtlich in befriedete Gelände eindringt ein Aktivist? Für mich das Hausfriedensbruch (§123 StGB), und diese Personen somit Straftäter!
slim_chance 05.11.2017
2.
Klima als Reizthema wird nicht mehr lange ziehen.
von Hinnen 05.11.2017
3. Hausfriedensbruch, also Kriminalität
Ich würde saubere Atomkraftwerke (mit Wärmefernversorgung*) den Dreckschleudern zur Stromerzeugung aus Braunkohle vorziehen, aber die wurden ja von diesen hysterischen Kriminellen auch bekämpft. Denn die bekämpfen alles, was Publicity bringt. *Nicht nur, dass AKW´s völlig CO2-frei arbeiten, bei Fernversorgung der Haushalte mit Wärme als einziges Abfallprodukt würden sie den CO2 und Feinstoff-Ausstoss beim "Hausbrand" völlig beseitigen. Nur die Medien hätten weniger spektakuläre Bilder, die bisher die heisse Abwärme aus Kernkraftwerken mit den Dampfschwaden gerne (und völlig ungebildet) den Rauchschloten der Braunkohle-Stromerzeuger gleichsetzten. Ich bin für mini-nukes (wie Bill Gates) in jeder Stadt, um dort sowohl die Energieerzeugung wie die Wärmeproduktion zu übernehmen. Die sind ungefährlicher als Talsperren zur Wasserversorgung. q.e.d.
prokohle 05.11.2017
4. Pro Kohle!
Ein Kohlekraftwerk in meiner Nähe macht mir keine Angst. Ich habe Angst vor den maroden Kernkraftwerken Tihange und Doel in Belgien. Ich würde mich freuen, wenn die Aktivisten ihre Energie für Proteste gegen diese Kraftwerke einsetzen würden. Warum passiert da nichts?
schmidti43 05.11.2017
5. Also ich habe noch nie
Zitat von slim_chanceKlima als Reizthema wird nicht mehr lange ziehen.
jemanden kennengelernt, den irgendwas um CO2, Kohle ,AKW oder ähliches interressiert. Die vorgeschriebene Autowerbung mit dem CO2 Ausstoß im Kleingedruckten liest kein Mensch und interessiert niemanden. Wenn mir jemand so einen Stuss erzählen würde, das er ein Auto nach diesem Umweltkram kauft, ja bitte, aber las mich damit in Ruhe. Das ist die Realität. Dieser Klimablödsinn interressiert nur 9 bis 17 ÖD, die sonst nichts weiter zu tun haben.
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