Kinder-Vergleich: Babyschwimmen verbessert Koordinationsvermögen
Die Schulung des Körpergefühls sollte bereits im Alter von zwei Monaten beginnen: Kinder, die als Babys regelmäßig Bade-Gymnastik absolviert haben, zeigen ein erheblich besseres Koordinationsvermögen. Das zeigt eine Langzeitstudie.
Eltern können den Gleichgewichtssinn ihrer Kinder verbessern, indem sie mit dem Nachwuchs bereits kurz nach der Geburt regelmäßig baden gehen. Wassergymnastik, das sogenannte Babyschwimmen, verbessere sowohl den Gleichgewichtssinn als auch das Koordinationsvermögen nachhaltig, berichtet ein isländisch-britisches Forscherteam. Die Wissenschaftler haben Kinder miteinander verglichen, die in Babyjahren im Wasser unterschiedlich aktiv waren.
An der Studie haben Eltern teilgenommen, die mit ihren Kindern Wassergymnastik machten, seit die Babys zweieinhalb Monate alt waren. Einige Jahre nach dem viereinhalb Monate dauernden Kurs verglichen die Forscher die Koordinationsfähigkeit der nun fünfjährigen Ex-Babyschwimmer mit der einer Kontrollgruppe. Die Kinder der Kontrollgruppe hatten keine solchen Übungen absolviert, sie waren aber bezüglich ihres Elternhauses und der wirtschaftlichen Situation durchaus vergleichbar.
Bei Koordinationsübungen schnitten die wassererfahrenen Kinder deutlich besser ab, berichten Hermundur Sigmundsson und Brian Hopkins von der Norwegian University of Science and Technology in Trondheim im Fachmagazin "Child: Care, Health and Development".
Das Babyschwimmen begann, als die Babys zwei bis drei Monate alt waren, wurde jedoch nur bis zum Alter von sieben Monaten fortgesetzt. 19 Babys konnten während jeweils zwei Stunden Wassergymnastik pro Woche vielfältige Bewegungserfahrungen im Wasser machen, etwa bei geführten Purzelbäumen auf einer schwimmenden Matte oder durch das Ergreifen von schwimmenden Gegenständen mit gleichzeitigem Balancehalten auf der Hand ihrer Mutter. Sie absolvierten die Wasserübungen unter Anleitung eines Trainers, der seit mehr als 20 Jahren Wassergymnastik-Kurse für Babys leitete.
Greif- und Gleichgewichtsfähigkeit stark verbessert
Viereinhalb Jahre später verglichen die Wissenschaftler anhand von Koordinationsübungen ihre Leistungen mit denjenigen einer Kontrollgruppe von 19 anderen gleichaltrigen Kindern mit gleichem sozialem Hintergrund. Die Resultate waren beeindruckend: Die Kinder, die als Babys den Wassergymnastikkurs besucht hatten, schnitten bei Gleichgewichtsübungen und Übungen zur Auge-Hand-Koordination deutlich besser ab als ihre wasserungeübten Altersgenossen. Dazu gehörte etwa das Stehen auf einem Bein oder das Ergreifen eines Jonglierballs in der Luft.
Die Studie zeige, dass mit Wasserübungen Greif- und Gleichgewichtsfähigkeit stark verbessert würden, sagt Studienleiter Hermundur Sigmundsson. Dreimonatige Babys konnten bereits aufrecht auf der Handfläche des Trainers im Wasser stehen.
"Wir sahen eindeutig, dass die Babyschwimmer am besten bei jenen Übungen abschnitten, die mit dem Gleichgewicht und der Fähigkeit, Dinge zu greifen, zusammenhingen", sagt Sigmundsson. Neben ihren erstaunlichen motorischen Fähigkeiten schienen die Babys auch Spaß an den Übungen zu finden, berichten Sigmundsson und Hopkins. Die Forscher sind überzeugt, dass die Wassergymnastik weitere positive Wirkungen hat, etwa auf die Kondition und das Selbstbewusstsein der Kinder.
boj/ddp/apn
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