San Francisco - Schon Dreijährige kennen die Regeln für das faire Teilen. Sie wenden diese allerdings oft nicht an, sondern handeln trotzdem zu ihrem eigenen Vorteil. Erst mit etwa sieben Jahren richten Kinder ihr Handeln nach den erkannten Regeln, berichten amerikanische Psychologen im Fachjournal "Plos one".
Das Team um Craig Smith von der Universität von Michigan in Ann Arbor untersuchte das Verhalten von 102 Kindern von drei bis acht Jahren. Diese bekamen jeweils vier Sticker ihrer Lieblingsfarbe und wurden danach gefragt, wie sie aufzuteilen seien.
Ergebnis: Die kleineren Kinder wussten schon, das man Sticker gerecht aufteilen sollte, behielten aber dennoch die meisten für sich. Die sieben- bis achtjährigen teilten dagegen ihre Sticker gerecht mit einem anderen Kind. Dies zeige, dass Kinder zwar die Regeln eines gerechten Teilens schon früh kennen, schließen die Forscher. Aber erst mit sieben Jahren bekommen diese Regeln für sie so viel Wert, dass sie dafür den eigenen direkten Vorteil aufgeben.
Erst vor kurzem untersuchten Forscher den Sinn für Fairness bei Schimpansen. Biologen um Darby Proctor von der Georgia State University (Atlanta/US-Staat) hatten mit den Tieren einen Futter-Teil-Test durchgeführt. Die Schimpansen teilen das Essen dabei gerecht mit einem Artgenossen - zumindest, wenn sie andernfalls selbst Einbußen fürchten müssen. Ein solches Gespür wurde bisher nur Menschen zugeschrieben, berichteten die Biologen in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften. Die Studie zeige, dass sich Schimpansen in der gleichen Situation ganz ähnlich wie Menschen verhielten.
nik/dpa
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