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08. Dezember 2012, 18:22 Uhr

CO2-Reduktion

Klimadiplomaten verlängern Kyoto-Protokoll

Das Minimalziel ist erreicht: Vertreter von 200 Staaten haben sich auf die Verlängerung des Kyoto-Protokolls bis 2020 geeinigt. Der Vertrag betrifft allerdings nur 15 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen.

Doha - Die fast 200 Teilnehmerstaaten des Welt-Klimagipfels haben sich am Samstag auf einen Kompromiss zur Bekämpfung der Erderwärmung geeinigt. Sie stimmten für eine Verlängerung des eigentlich Ende dieses Jahres auslaufenden Kyoto-Protokolls bis 2020.

Einen solchen Kompromissvorschlag hatte am Samstag Konferenz-Präsident Abdullah Bin Hamad al-Attija vorgeschlagen, um das Scheitern der Konferenz zu verhindern. Das Kyoto-Protokoll von 1997 ist der einzige Vertrag zur verbindlichen CO2-Minderung. Der Vertrag umfasst nicht einmal 15 Prozent der globalen CO2-Emissionen. Er verpflichtet nur Industrieländer zu Reduktionen. Die USA haben das Protokoll nie ratifiziert, Kanada ist ausgestiegen.

Bis zuletzt stemmten sich Russland, die Ukraine und Polen gegen eine Verlängerung. Sie wollten bessere Konditionen erreichen, zu denen sie ihre nicht genutzten Verschmutzungsrechte aus der Vergangenheit nutzen können. Diese nicht ausgeschöpften Verschmutzungsbudgets, die sogenannte "heiße Luft", kamen vor allem durch den Zusammenbruch der Industrie in Osteuropa nach 1990 zustande.

Die Beschlüsse im Überblick:

lis/dpa/dapd/Reuters

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