CO2-Reduktion: Klimadiplomaten verlängern Kyoto-Protokoll

Das Minimalziel ist erreicht: Vertreter von 200 Staaten haben sich auf die Verlängerung des Kyoto-Protokolls bis 2020 geeinigt. Der Vertrag betrifft allerdings nur 15 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen.

Doha: Ein Teilnehmer applaudiert der Verlängerung des Kyoto-Protokolls Zur Großansicht
dapd

Doha: Ein Teilnehmer applaudiert der Verlängerung des Kyoto-Protokolls

Doha - Die fast 200 Teilnehmerstaaten des Welt-Klimagipfels haben sich am Samstag auf einen Kompromiss zur Bekämpfung der Erderwärmung geeinigt. Sie stimmten für eine Verlängerung des eigentlich Ende dieses Jahres auslaufenden Kyoto-Protokolls bis 2020.

Einen solchen Kompromissvorschlag hatte am Samstag Konferenz-Präsident Abdullah Bin Hamad al-Attija vorgeschlagen, um das Scheitern der Konferenz zu verhindern. Das Kyoto-Protokoll von 1997 ist der einzige Vertrag zur verbindlichen CO2-Minderung. Der Vertrag umfasst nicht einmal 15 Prozent der globalen CO2-Emissionen. Er verpflichtet nur Industrieländer zu Reduktionen. Die USA haben das Protokoll nie ratifiziert, Kanada ist ausgestiegen.

Bis zuletzt stemmten sich Russland, die Ukraine und Polen gegen eine Verlängerung. Sie wollten bessere Konditionen erreichen, zu denen sie ihre nicht genutzten Verschmutzungsrechte aus der Vergangenheit nutzen können. Diese nicht ausgeschöpften Verschmutzungsbudgets, die sogenannte "heiße Luft", kamen vor allem durch den Zusammenbruch der Industrie in Osteuropa nach 1990 zustande.

Die Beschlüsse im Überblick:

  • 37 Staaten verpflichten sich auf eine Verringerung des Treibhausgasausstoßes über 2012 hinaus. Offen blieb allerdings zunächst, wie hoch die Minderung sein würde. Vereinbart wurde, dass die bestehenden Zusagen 2014 überprüft werden sollen, mit dem Ziel, dass die Minderung gegenüber 1900 zwischen 25 und 40 Prozent beträgt.
  • Die umstrittenen überschüssigen Emissionsrechte können zwar in die neue Verpflichtungsperiode des Protokolls übertragen werden, dürfen aber nur innerhalb der Kyoto-Staaten gehandelt werden. Außerdem sollen sie gestrichen werden, wenn sie den durchschnittlichen Treibhausgasausstoß des Landes deutlich übersteigen.
  • Bis 2015 soll ein neues Klimaabkommen ausgehandelt werden, das ab 2020 in Kraft treten und für alle Staaten gelten soll. Im kommenden Jahr sollen weitere Schritte geklärt werden, um die Lücke bis 2020 zu überbrücken und den Treibhausgasausstoß weiter zu drosseln. Spätestens auf der Klimakonferenz Ende 2014, die in Südamerika stattfinden wird, sollen erste Elemente eines neuen Vertrags feststehen.
  • Die Entscheidung über mehr finanzielle Unterstützung für Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern wurde auf das kommende Jahr vertagt. Ziel bleibt es, ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar für den Klimaschutz zur Verfügung zu stellen

lis/dpa/dapd/Reuters

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1. Albedo-Mangel
zwecklaus 08.12.2012
Zitat von sysopDas Minimalziel ist erreicht: Vertreter von 200 Staaten haben sich auf die Verlängerung des Kyoto-Protokolls bis 2020 geeinigt. Der Vertrag betrifft allerdings nur 15 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Klimagipfel in Doha: Kyoto-Protokoll bis 2020 verlängert - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klimagipfel-in-doha-kyoto-protokoll-bis-2020-verlaengert-a-871780.html)
Der deutliche Schwund des globalen Süsswasservorrats ist für uns Menschen weit bedeutsamer und besorgniserregend als ein x-beliebiger Anstieg des CO2 in der Athmosphäre. Das eine hat natürlich mit dem anderen zu tun.
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