Klimaschutz CO2-Ausstoß in Deutschland gesunken

Deutschland hat 2014 weniger Kohlendioxid ausgestoßen als in den Vorjahren. Bundesumweltministerin Hendricks spricht von einer Trendumkehr - dabei ist der Rückgang vor allem dem milden Winter zu verdanken.

Blockheizkraftwerk in Brandenburg: 912 Millionen Tonnen CO2 hat Deutschland 2014 ausgestoßen
DPA

Blockheizkraftwerk in Brandenburg: 912 Millionen Tonnen CO2 hat Deutschland 2014 ausgestoßen


Der Kohlendioxidausstoß in Deutschland ist 2014 erstmals seit drei Jahren wieder zurückgegangen. Die klimaschädlichen Emissionen sanken um rund 41 Millionen Tonnen, was einem Rückgang um 4,3 Prozent im Vergleich zum Jahr 2013 entspricht. Das ergaben Auswertungen des Umweltbundesamts, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegen. Diese vorläufigen Daten wurden auch an die EU-Kommission übermittelt.

Insgesamt wurden in Haushalten, Gewerbe, Industrie, Verkehr, Land- und Energiewirtschaft vergangenes Jahr 912 Millionen Tonnen an Treibhausgasen in die Atmosphäre ausgestoßen. Das entspricht im Vergleich zu 1990 einem Rückgang von 27 Prozent in Deutschland. Damals wurden - auch wegen der hohen Emissionen in der DDR - noch rund 1250 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen.

Mit den neuen Werten rückt die Bundesregierung ihrem Ziel etwas näher, bis 2020 den Kohlendioxidausstoß um 40 Prozent zu reduzieren. Um das zu schaffen, wird derzeit auch über eine Strafabgabe für Kohlekraftwerke diskutiert, die älter als 20 Jahre sind. Deutschland sieht sich als ein Vorreiter und fordert den Abschluss eines Uno-Weltklimavertrages im Dezember in Paris.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sprach nach den Anstiegen der Vorjahre, die auch durch den hohen Kohlestromanteil verursacht worden waren, von einer Trendumkehr. "Ein Großteil der Minderung war 2014 auf den milden Winter zurückzuführen." Aber ein Teil sei auch echten Fortschritten beim Klimaschutz zu verdanken.

Allerdings kritisieren Umweltschützer mangelnde Fortschritte bei der Wärmedämmung von Gebäuden. So stoppte die Große Koalition jüngst einen geplanten Steuerbonus für energetische Sanierungen wegen eines Streits um die Finanzierung.

syd/dpa



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insgesamt 39 Beiträge
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wuxu 31.03.2015
1. Sind es wirklich Umweltschützer,
die sich kritisch zu Wärmedämmung äußern? Ich kenne einen Verein mit dem Namen 100 % Erneuerbar. In Leserbriefen kann man meinen, dass wären die Umweltengel selbst. In Wirklickeit sind die Mitglieder aber100 % grüne Industrielle. Die Wärmedämmung bringt nichts. Das wurde in Versuchen eindeutig bewiesen. Außerdem gehen nur 30 % der Wärme über die Außenhaut des Hauses verloren gehen. Die Einsparungen meines Wärmedämmverbundsystems sind nicht messbar. Hätte ich vorher auf die Kritiker gehört. Mein Tipp: Wenn gedämmt wird oder sogenannte Energieberater vor Ort sind und Einsparungen versprechen, dann muss man sich die Prognosen über Einsparungen schriftlich geben lassen und für den anderen Fall Schadensersatz zusichern lassen. Ich wette, dass nicht ein Trittbrettfahrer der sogenannten Energiewende so etwas unterschreiben wird.
thunderstorm305 31.03.2015
2. Diese Energiewende ist gescheitert!
Nachdem man die Kernkraftwerke alle abschalten möchte, sollen also noch die existierenden Kohlekraftwerke bestraft werden? M.E. aber es war doch allen klar, dass bei einem Atomausstieg der Anteil an Kohle, Erdgas und Öl ansteigen werden, denn bei ausbleibenden großindustriellen Speichersystemen muss man die Energie wenn es Nacht ist oder es keinen Wind gibt, eben an anderer Stelle erzeugen. Wer hier Strafen verhängt treibt nur den Strompreis weiter nach oben. Wer diese Energiewende objektiv betrachtet, der wird unweigerlich zum Schluss kommen, dass sie völlig gescheitert ist.
Eppelein von Gailingen 31.03.2015
3. Gibt es irgendeinen Sektor auf dem die Merkel-Regierung nicht trickst?
V.d.Leyen trickste seit Jahren mit den Arbeitslosenzahlen. Plötzlich sinken die CO2-Werte, obwohl die Braunkohleschleudern voll im Einsatz sind. Dann liefern die Medien gleich die Erklärung, alles nur dem milden Winter geschuldet. Für was brauchen wir überhaupt eine Regierung, leben wir im Jahr 200 v. Chr. als China seine Terrakotta-Krieger als Bluff erfand?
dr.kramer 31.03.2015
4. Bravo..
und welchen Anteil macht das im Vergleich zum Rest der Welt? Bauchnabel-Beschau ist das, nichts weiter. Hauptsache, unsere hohen moralischen Ansprüche stimmen.......
hermann_huber 31.03.2015
5. Chinas Co2
ob wir in unserem deutschen Schrebergarten wirklich allein die Welt vor Co2 retten können. Na ja. Aber trotzdem keine schlechte Nachricht. Sofern nicht nur dem warmen Winter geschuldet
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