Klinikstatistiken: Cannabis- und Alkoholkonsum unter Jugendlichen boomt

Jährlich betrinken sich Tausende Jugendliche zwischen 15 und 25 hemmungslos oder kiffen so viel, dass sie im Krankenhaus landen. Die jüngsten Statistiken sind alarmierend: Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl der Fälle in Deutschland mehr als verdoppelt.

Jugendliche: Anzeichen für Abhängigkeiten durch Cannabis-Konsum höher als durch Alkohol Zur Großansicht
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Jugendliche: Anzeichen für Abhängigkeiten durch Cannabis-Konsum höher als durch Alkohol

Hamburg - Alle elf Minuten kommt in Deutschland ein Jugendlicher zwischen 15 und 25 wegen Cannabis- oder Alkoholkonsums ins Krankenhaus. Mit mehr als 45.000 Klinikaufenthalten im vergangenen Jahr habe sich die Zahl der Fälle in dieser Altersgruppe innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt, teilte die Techniker Krankenkasse am Donnerstag in Hamburg mit.

Die Krankenkasse beruft sich auf Daten des Statistischen Bundesamtes, das kürzlich seinen jährlichen Bericht über die Diagnosedaten der Patienten und Patientinnen in Krankenhäusern veröffentlicht hat. Danach gingen 2010 gut 5000 Klinikaufenthalte von Jugendlichen zwischen 15 und 25 auf Haschisch und Marihuana zurück, bei mehr als 40.000 führte überhöhter Alkoholkonsum zu einer Krankenhauseinweisung. In vier von fünf Fällen handelte es sich um akute Alkoholvergiftungen, das sogenannte Komasaufen. Immerhin diagnostizierten die Ärzte nur bei knapp jedem zehnten Patienten die Suchtsymptome, wie sie bei Alkoholikern typisch sind.

Bei den kiffenden Jugendlichen sieht es jedoch anders aus: Bei fast 60 Prozent der Cannabis-Konsumenten wurden Abhängigkeiten festgestellt, berichtet die TK. In 566 Fällen habe eine akute Vergiftung vorgelegen, und bei 415 der Jugendlichen und jungen Erwachsenen sei es zu vorübergehenden psychotischen Störungen gekommen. In den meisten Fällen habe es sich um männliche Patienten gehandelt.

Knapp ein Drittel der Komasäufer waren Mädchen und junge Frauen. Beim Cannabis-Missbrauch lag der Anteil der Patientinnen dem Bericht zufolge bei 21 Prozent. Zahlen für das Jahr 2011 liegen noch nicht vor, sie erscheinen erst 2012.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Statistischen Landesämter auf den bedenklichen Trend hingewiesen. Einen besonders hohen Anstieg beim Komasaufen gab es demnach 2009 in Rheinland-Pfalz mit 1664 Fällen (plus elf Prozent gegenüber 2008) und Niedersachsen mit 2685 Fällen (plus 10 Prozent gegenüber 2008). In Berlin kamen 408 Kinder und Jugendliche nach Alkoholmissbrauch in ein Krankenhaus, das war ein Zuwachs von sechs Prozent.

cib/dpa

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insgesamt 78 Beiträge
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1. -
franko_potente 29.12.2011
Zitat von sysopJährlich betrinken sich Tausende Jugendliche zwischen 15 und 25 hemmungslos oder kiffen so viel, dass sie im Krankenhaus landen. Die jüngsten Statistiken sind alarmierend: Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl der Fälle in Deutschland mehr als verdoppelt. Klinikstatistiken: Cannabis- und Alkoholkonsum unter Jugendlichen boomt - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,806204,00.html)
Bei den kiffenden Jugendlichen sieht es jedoch anders aus: Bei fast 60 Prozent der Cannabis-Konsumenten wurden Abhängigkeiten festgestellt, berichtet die TK. In 566 Fällen habe eine akute Vergiftung vorgelegen, und bei 415 der Jugendlichen und jungen Erwachsenen sei es zu vorübergehenden psychotischen Störungen gekommen Das ist UNMÖGLICH! Cannabisprodukte können ausschließlich zu einer psychischen Abhängigkeit führen, eine THC Vergiftung ist schlicht unmöglich. Das Problem sind beigemischte Stoffe zum Strecken oder Nikotinvergiftungen. Menschen jenseits der 21 noch als Jugendliche druchgehen zu lassen, ist weltfremd und 981 Cannabispatienten mit 40.000 Alkoholpatienten in einem Satz zu erwähnen ist schlicht Propaganda Spon, es wird wirklich immer schlimmer.
2. .
donvito85 29.12.2011
Zitat von franko_potenteDas ist UNMÖGLICH! Cannabisprodukte können ausschließlich zu einer psychischen Abhängigkeit führen, eine THC Vergiftung ist schlicht unmöglich. Das Problem sind beigemischte Stoffe zum Strecken oder Nikotinvergiftungen. Menschen jenseits der 21 noch als Jugendliche druchgehen zu lassen, ist weltfremd und 981 Cannabispatienten mit 40.000 Alkoholpatienten in einem Satz zu erwähnen ist schlicht Propaganda
vermutlich sollte auch noch erwähnt werden, dass in den letzten Jahren die Hanfpflanzen so hochgezüchtet worden, dass viele Hanfsorten schon pervers hohe THC Gehalte aufweisen, wodurch auch nochmal der Rauscheffekt der Pflanze vervielfacht wurde...
3.
stobbard 29.12.2011
"Bei den kiffenden Jugendlichen sieht es jedoch anders aus: [...] In 566 Fällen habe eine akute Vergiftung vorgelegen," Wer auch immer diese Pressemitteilung verfasst hat, beraubt sich mit dieser Aussage jeder medizinischen Glaubwürdigkeit. - Cannabis hat noch kein einziges mal nachgewiesen zu Vergiftungen geführt - schon garnicht 566 mal in einem Jahr. Und das obwohl es immer mehr Konsumenten gibt. Mischkonsum ist was ganz anderes. Wenn ich mich totsaufe und dabei einen Joint rauche, heißt es dann im Krankenhaus: "Er starb am THC."? Nicht, wenn die beteiligten Mediziner wissen was Cannabis ist.
4. Statistiken...
dukezonk 29.12.2011
Zitat von sysopJährlich betrinken sich Tausende Jugendliche zwischen 15 und 25 hemmungslos oder kiffen so viel, dass sie im Krankenhaus landen. Die jüngsten Statistiken sind alarmierend: Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl der Fälle in Deutschland mehr als verdoppelt. Klinikstatistiken: Cannabis- und Alkoholkonsum unter Jugendlichen boomt - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,806204,00.html)
Mir scheint, es wurden die falschen Schlüsse aus den Statistiken gezogen und tendenziell leider verfälscht. Tut mir leid, aber das erinnert mich an die USA in den 30er Jahren: Reefer Madness: Assination of Youth (http://www.reefermadness.org/propaganda/youth.html)
5. Ich frage mich,
_ichbinich_ 29.12.2011
warum junge Menschen mit einer "Überdosis" (bzw. akuten Vergiftungserscheinungen) THC im Krankenhaus landen... ---Zitat--- Die LD50 bei der Maus beträgt 42 mg/kg Körpergewicht intravenös und 482 mg/kg bei oraler Verabreichung, beim Rhesusaffen tritt nach intravenöser Gabe von 128 mg/kg Körpergewicht der Tod durch Atemstillstand und Herzversagen ein.[14] Der LD50-Wert wird am Menschen nicht ermittelt und lässt sich nicht verlässlich hochrechnen. Nimmt man in einer groben (und niedrig angesetzten) Schätzung, den potentiellen peroralen LD50-Wert für Menschen mit 150 mg/kg Körpergewicht an, dann würde eine 70 kg schwere Person nach oralem Akut-Konsum von 10,5 g THC mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % sterben. Diese Menge ist enthalten in rund 70–130 g eines Cannabisprodukts mit 8 – 15 % THC-Gehalt. Andere Autoren geben niedrigere letale Dosen von etwas über 4 Gramm an.[12] Da THC über den Darm nur zu etwa 6 % resorbiert wird und über die Lunge zu rund 20 % resorbiert wird[7][15] ist es praktisch unmöglich letale Mengen THC durch den Konsum natürlicher Cannabisprodukte zuzuführen, zumal die erforderlichen Menge um etwa den Faktor 1000 über der üblichen Konsummenge liegt. Es ist deshalb beim Menschen kein Fall einer Überdosis mit Todesfolge bekannt. Tetrahydrocannabinol (http://de.wikipedia.org/wiki/Tetrahydrocannabinol#Toxizit.C3.A4t) ---Zitatende--- Sicherlich ist die im Artikel aufgezeigte Entwicklung besorgniserregend und Prävention und Aufklärung ist gerade bei jungen Leuten wichtiger denn je. Viel wichtiger ist jedoch herauszufinden, WIESO so viele immer jüngere Menschen zu Drogen greifen, mit denen sie nicht umgehen können. Das Problem sind in meinen Augen nicht die Drogen selbst, sondern das gesamte Umfeld, fehlende Unterstützung/Liebe/Verständnis/Zeit von zu Hause, übertriebener Leistungsdruck von Seiten der Schulen und Universitäten, Zukunfts- und Verlustängste schon im jungen Alter und so weiter... solange sich daran nichts ändert, wird sich auch an der gesamten Jungendproblematik (zu der ich den Alkoholmissbrauch zähle) nichts ändern! P.S. Ich bin Ende 20, erfolgreiches Abitur (1.7), erfolgreichen naturwissenschaftlichen Studienabschluss (1.9), noch nie einen Job verloren und Cannabis Konsument, seitdem ich ca. 16 Jahre alt bin. (nur um ein Beispiel zu nennen, das die These widerlegt, Drogenkonsum sei die Ursache aller Probleme!!)
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