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Knorpel und Gedärm: Briten sollen sich vor Burgern ekeln

Um die Gesundheit der britischen Jugend sorgt sich die British Heart Foundation. Nun hat die Organisation eine Kampagne gestartet, die dem einen oder anderen den Magen umdrehen wird: Die Plakate zeigen drastisch, was wirklich in Burgern und Hot Dogs steckt.

Die Bilder sind schlicht ekelerregend: glitschiges Fleisch, fettiges Gekröse, Knorpel und Gedärme. Die Wohltätigkeitsorganisation British Heart Foundation will schockieren - um der Gesundheit willen. Überall in Großbritannien sollen Plakate mit Burgern, Hotdogs und Chicken Nuggets aufgehängt werden, die das zeigen, was im Formfleisch wirklich drinsteckt - zumindest manchmal.

"Food4Thought" heißt die Kampagne, und sie wurde angeblich inspiriert durch eine Umfrage, derzufolge 36 Prozent der befragten Jugendlichen zwischen acht und vierzehn Jahren nicht wussten, dass Pommes Frites aus Kartoffeln gemacht werden. Mit der Unterstützung einiger Prominenter soll die Kampagne dafür sorgen, dass weniger ungesundes Essen und ungesunde Getränke verkauft werden. Schlechte Ernährung gilt als eine der Hauptursachen für zahlreiche Krankheiten, etwa Herz-Kreislauf-Probleme und Diabetes.

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Ekel-Kampagne: Was in Burgern wirklich drin ist

Wie überall in der westlichen Welt ist auch in Großbritannien Übergewicht unter Kindern und Jugendlichen ein wachsendes Problem. Bei der British Heart Foundation glaubt man, das liege auch an mangelnder Information. "Die Kids wissen nichts mehr über die Grundnahrungsmittel", sagte Peter Hollins, der Generaldirektor der Organisation, der BBC. "Sie verstehen gar nicht mehr, was sie da essen." 37 Prozent der befragten Kinder wussten beispielsweise nicht, dass Käse hauptsächlich aus Milch besteht.

Die scheußlichen Bilder von dem, was laut der vorsichtig formulierten Bildunterschrift "die Rohzutaten einiger Burger, die in Großbritannien verkauft werden, vor der Verarbeitung" darstellt, werden auf Plakatwänden nur mit einem dicken "Zensiert"-Balken zu sehen sein. Auf der Webseite von Food4Thought wird jedoch auch die unzensierte Ekelhaftigkeit präsentiert. Flankiert wird die Parade der Scheußlichkeiten mit politischer Lobbyarbeit - Premierminister Tony Blair soll eine "political Pizza" serviert werden - und einem Informationsprogramm für Kinder und Jugendliche.

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