Ausgrabungen in Köln Älteste Bibliothek Deutschlands entdeckt

Vor etwa 1800 Jahren stand in der Kölner Innenstadt eine Bibliothek: Archäologen sind bei Bauarbeiten auf ihre Fundamente gestoßen und hielten sie zunächst für ein ganz anderes Gebäude.

Hi-flyFoto / Römisch-Germanischen Museums der Stadt Köln

Bei Ausgrabungen in Köln haben Archäologen die Fundamente der ältesten nachweisbaren Bibliothek Deutschlands entdeckt. Der Bau ist wohl im 2. Jahrhundert nach Christus im römischen Köln errichtet worden. Zuerst hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" darüber berichtet.

Bereits vor einem Jahr sind Archäologen bei Bauarbeiten für das neue Citykirchenzentrum der Evangelischen Kirchengemeinde in der Kölner Innenstadt überraschend auf die massiven Mauerreste gestoßen. Doch erst jetzt sei ihnen klargeworden, dass die Fundamente einmal eine Bibliothek gewesen sein müssen.

"Zuerst dachten wir, es handele sich um die Überreste eines öffentlichen Versammlungsraums", sagt Marcus Trier, Leiter der Kölner Bodendenkmalpflege. Doch die Mauern hätten "eigentümliche, nischenartige Gliederungen" aufgewiesen - Nischen in den Innenwänden, die für Statuen zu klein waren.

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Entdeckung bei Bauarbeiten in Köln: Fundamente der ältesten Bibliothek

Nach intensiven Nachforschungen und Vergleichen mit anderen antiken Gebäuden, etwa in Ephesus, vermuteten die Forscher, dass in den Nischen Kisten für Pergament- und Papyrusrollen gelagert wurden. Das bedeutete für sie: Das Gebäude war einst eine Bibliothek.

Das Gebäude mit einem Ausmaß von zwanzig mal neun Metern plus einem Anbau sei vermutlich zweigeschossig gewesen. "Da lagen bestimmt mehrere Tausend Schriftrollen zum Ausleihen drin", sagt Trier.

Die Fundamente würden nun in den Neubau des Kirchenzentrums integriert. Ein Teil der Bibliothek soll nach dem Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers" später teilweise öffentlich zugänglich sein.

lpu/dpa



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