Körperform Frauen-Taillen sind im Frühling dünner

Die Jahreszeiten beeinflussen den Hormonspiegel - und damit auch das Verhältnis zwischen dem Umfang von Hüfte und Taille bei Frauen. Über den Sommer wandert nämlich Fett, das sich im Frühling auf der Hüfte befindet, nach oben. Im Herbst ist das Verhältnis der Rundungen dann weniger weiblich.


Dass das Verhältnis zwischen Hüft- und Taillenumfang beim Blick auf einen weiblichen Körper Aussagekraft für die Wahrnehmung von Attraktivität hat, wissen Wissenschaftler seit langem.

Frühlingsform: Weil der Testosteronspiegel von Frauen im Sommer steigt, wandert Speck von der Hüfte zur Taille
REUTERS

Frühlingsform: Weil der Testosteronspiegel von Frauen im Sommer steigt, wandert Speck von der Hüfte zur Taille

Wie ausgeprägt dieses Verhältnis ist, hängt nicht zuletzt von der Jahreszeit ab, fanden Forscher nun heraus. So wandert Fett, das sich im Frühjahr auf den Hüften befindet, im Lauf des Sommers und des Herbstes in Richtung Taille - also nach oben. Dabei werden die typisch weiblichen Konturen - etwas - verwischt.

Verantwortlich dafür sind Schwankungen des Testosteronspiegels, der im Herbst deutlich höher liegt als im Frühjahr, schreiben Wissenschaftler um Sari van Anders von der Simon-Fraser-Universität im kanadischen Burnaby in der Fachzeitschrift "Psycholoneuroendocrinology" (Bd. 31, Ausg. 6, S. 715-723).

Für ihre Studie untersuchten van Anders und ihr Team Speichelproben von 220 Frauen und 127 Männern auf das männliche Geschlechtshormon Testosteron. Außerdem bestimmten die Forscher bei den weiblichen Probanden das Verhältnis von Taillen- zu Hüftumfang.

Veränderung bewusst nicht wahrnehmbar

Das Ergebnis: Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen war der Testosteronspiegel im Herbst am höchsten und im Frühjahr am niedrigsten. Parallel dazu veränderte sich auch der Unterschied zwischen Taillen- und Hüft-Umfang bei den Frauen, entdeckten die Forscher. Im Frühjahr war er am größten und nahm dann im Lauf des Sommers stetig ab, bis er im Herbst seinen kleinsten Wert erreichte - und damit das am wenigsten weibliche Rundungenverhältnis.

Die Forscher erklärten: Da es bereits in früheren Studien Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Taillen-Hüft-Verhältnis und der Attraktivität einer Frau gegeben habe, sei es wahrscheinlich, dass die Frauen daher im Frühjahr attraktiver wirkten als im Herbst - wenngleich dies höchstens unbewusst wahrgenommen würde. Denn dass diese Figurveränderungen ausgeprägt genug seien, um ins Auge zu fallen, bezweifeln Anders und ihr Team.

Verschiedene Untersuchungen hatten kurvige Körperformen mit einem besseren Gesundheitszustand und einer höheren Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Die Forscher wollen nun untersuchen, ob auch andere Eigenschaften wie das Verhalten oder die geistige Leistungsfähigkeit von den jahreszeitlichen Testosteronschwankungen beeinflusst werden.

stx/ddp



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.