Neues Gutachten Diskussion um Quecksilber-Gefahr durch Kohlekraftwerke

Kohlekraftwerke stoßen große Mengen CO2 aus - und Gifte wie Quecksilber. Die Grünen legen dazu nun ein neues Gutachten vor. Als Vorbild für eine Verbesserung der Situation führen sie ein unerwartetes Vorbild an: die USA.

Steinkohlekraftwerk Mehrum in Niedersachsen (Archivbild): Debatte um Quecksilber
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Steinkohlekraftwerk Mehrum in Niedersachsen (Archivbild): Debatte um Quecksilber


Rund die Hälfte des deutschen Stroms stammt aus Kohlekraftwerken. Und bei der Diskussion um deren Nachteile geht es normalerweise vor allem um die schlechte Klimabilanz der Anlagen. Doch die Kohlemeiler produzieren noch andere problematische Stoffe, darunter Quecksilber. Und das belaste vor allem Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder, stellt eine Studie im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion fest.

Aufgenommen werde das besonders problematische Methyl-Quecksilber hauptsächlich über den Fischverzehr. Die Grünen verlangen von der Bundesregierung eine drastische Reduzierung des gesundheitsgefährdenden Quecksilberausstoßes bei Kohlekraftwerken.

In Deutschland stammten der Studie zufolge 2010 bis 2012 rund 70 Prozent der Quecksilberemission aus dem Energiesektor, vor allem aus den mit Braun- und Steinkohle befeuerten Kraftwerken. In Deutschland seien 2012 insgesamt 69 größere Kraftwerke in Betrieb gewesen, die entweder nur mit Kohle oder zusätzlich mit Erdgas, Heizöl oder Abfall befeuert worden seien.

Mit Jahresemissionen von jeweils mehreren hundert Kilogramm seien 2011 neun und 2012 acht Braunkohle-Großkraftwerke für gut 40 Prozent der Gesamtemissionen an Quecksilber in Deutschland verantwortlich gewesen, so die Studie weiter. Die USA hätten 2012 angesichts der Gesundheitsrisiken und der damit verbundenen volkswirtschaftlichen Schäden die Grenzwerte für den Quecksilberausstoß von Kohlekraftwerken drastisch gesenkt. Die Bundesregierung verweigere dagegen bisher "die Konkretisierung des Standes der Technik", hieß es weiter.

"Verbindliche Grenzwerte müssen gesenkt werden"

Der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Oliver Krischer sagte dazu, wende man die US-Grenzwerte für den Quecksilberausstoß in Deutschland an, würde lediglich ein Steinkohlekraftwerk von den 50 untersuchten Kohlekraftwerken am Netz bleiben. Würden in Deutschland die US-Grenzwerte eingeführt, könnte die Quecksilberbelastung aus Kohlekraftwerken um mehr als die Hälfte reduziert werden.

Eine besonders hohe Konzentration des Quecksilberausstoßes gab es der Studie zufolge 2012 in den Bundesländern Brandenburg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen. In diesen Ländern seien entsprechend die meisten Kohlekraftwerke am Netz, hieß es dazu.

Die energiepolitische Sprecherin der Linksfraktion, Eva Bulling-Schröter mahnte: "Die Bundesregierung darf sich nicht weiter hinter industriefreundlichen EU-Normen verschanzen. Die verbindlichen Grenzwerte für Kohlekraftwerke müssen schnellstmöglich gesenkt werden." Der aktuelle Grenzwert reiche nicht aus, um Gesundheitsrisiken durch das Nervengift zu minimieren.

chs/dpa

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insgesamt 43 Beiträge
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ehf 02.05.2014
1. Grüne und die EU
Beide bringen sie uns mehr gefährliches Quecksilber in unsere Umgebung. Die schizophrene EU dadurch, dass sie einerseits Hg-haltige Thermometer verbietet (ja, verbieten können sie immer noch am besten, ebenso wie ihre artverwandten Grünen), uns dann aber Hg-haltige lampen aufzwingt. Den Grünen haben wir dagegen beispielsweise das Kohlekraftwerke Moorburg zu verdanken, das statt minimaler Strahlenbelastung eines KKWs (geringer als bei einem Flug von Hamburg nach Berlin) wesentlich gesundheitsschädlicheres Quecksilber in die Umwelt pestet.
tobir13 02.05.2014
2. Natürliche Quecksilber Emissionen
Jährlich gelangen durch Vulkanismus und Verwitterung 500–5.000 t Quecksilber in die Hydrosphäre (bei einem einzigen Vulkan auf Hawaii wurde eine jährliche Ausstoßmenge von 260 t Quecksilber gemessen), 25.000–150.000 t entweichen gasförmig aus der Erdkruste, 23.000 t aus dem Meer und 3.800 t stammen aus Flüssen und Gletschern. Zu den natürlichen Quecksilber-Emissionen (55.000– 180.000 t/Jahr) addieren sich 8.000–38.000 t/Jahr aus anthropogenen Quellen: 6.000–10.000 t von der Quecksilber-verarbeitenden Industrie, 1.500–20.000 t aus der Erz- und Mineral-Aufbereitung und 100–8.000 t aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe; auch bei der Müllverbrennung wird Quecksilber emittiert. Der MAK-Wert von Quecksilber ist auf 0,1 mg/m3 festgesetzt, der BAT-Wert auf
Ökofred 02.05.2014
3. AKW Moorburg??
Zitat von ehfBeide bringen sie uns mehr gefährliches Quecksilber in unsere Umgebung. Die schizophrene EU dadurch, dass sie einerseits Hg-haltige Thermometer verbietet (ja, verbieten können sie immer noch am besten, ebenso wie ihre artverwandten Grünen), uns dann aber Hg-haltige lampen aufzwingt. Den Grünen haben wir dagegen beispielsweise das Kohlekraftwerke Moorburg zu verdanken, das statt minimaler Strahlenbelastung eines KKWs (geringer als bei einem Flug von Hamburg nach Berlin) wesentlich gesundheitsschädlicheres Quecksilber in die Umwelt pestet.
Ist mir neu, dass Da ursprünglich ein richtig ökologisches AKW geplant wr..gibt es einen Bauantrag? Sie wissen aber schon, dass AKW heute viel zu teuer sind und es daher auch weltweit praktisch keinen Zubau an Reaktoren gibt.
tobir13 02.05.2014
4.
Zur Versachlichung der Diskussion: Jährlich gelangen durch Vulkanismus und Verwitterung 500–5.000 t Quecksilber in die Hydrosphäre (bei einem einzigen Vulkan auf Hawaii wurde eine jährliche Ausstoßmenge von 260 t Quecksilber gemessen), 25.000–150.000 t entweichen gasförmig aus der Erdkruste, 23.000 t aus dem Meer und 3.800 t stammen aus Flüssen und Gletschern. Zu den natürlichen Quecksilber-Emissionen (55.000– 180.000 t/Jahr) addieren sich 8.000–38.000 t/Jahr aus anthropogenen Quellen: 6.000–10.000 t von der Quecksilber-verarbeitenden Industrie, 1.500–20.000 t aus der Erz- und Mineral-Aufbereitung und 100–8.000 t aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe; auch bei der Müllverbrennung wird Quecksilber emittiert. Dieser Beitrag dürfte jedoch im Verhältnis zur natürlichnEmission vernachlässigbar sein. Und die Grenzwerte liegen schonrelativ niedrig, so dass der Aufwand zur weiteren Reduzierung der Hg-Emissionen mit den heutigen Filter- undMinderungsmaßnahmen nicht mehr zu rechtfertigen wäre.
verspiegelt24 02.05.2014
5. Quecksilber ein eher harmloses Gift im Vergleich zu. ..
Uran, welches vor allem in billiger Importkohle reichlich zu finden ist
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