Kompromiss Länder dürfen auf ein Drittel Schweinegrippe-Impfstoff verzichten

Einigung nach harten Verhandlungen: Die Bundesländer müssen dem Pharmakonzern GlaxoSmithKline rund ein Drittel weniger Schweinegrippe-Impfstoff abkaufen als ursprünglich geplant. Die Einsparungen belaufen sich auf mehr als 130 Millionen Euro.

Schweinegrippe-Impfung (in Stuttgart, Oktober 2009): "Annehmbare Lösung für alle"
dpa

Schweinegrippe-Impfung (in Stuttgart, Oktober 2009): "Annehmbare Lösung für alle"


Hannover - Nach harten Verhandlungen über die Abbestellung von überflüssigem Schweinegrippe-Impfstoff haben die Bundesländer und der Pharmahersteller GlaxoSmithKline (GSK) einen Kompromiss erzielt. Die Länder müssen nur noch 34 Millionen Impfdosen abnehmen - statt der ursprünglich bestellten 50 Millionen. Zudem würden nur 25 Millionen Impfdosen ausgeliefert, sagte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz Mechthild Ross-Luttmann (CDU) am Dienstag in Hannover. Die restlichen neun Millionen würden vom Hersteller zunächst auf eigene Kosten eingelagert und sollten ins Ausland weiterverkauft werden. Die Länder sparten durch den Kompromiss 133,3 Millionen Euro, sagte Ross-Luttmann.

Die Ministerin bezeichnete das Verhandlungsergebnis als "guten Kompromiss". Die Gespräche seien hart, aber fair gewesen. GSK-Geschäftsleitungsmitglied Bettina Brennecke sagte, es seien Zugeständnisse von allen Seiten notwendig gewesen. Ursprünglich wollten die Länder die Hälfte der 50 Millionen georderten Dosen beim Hersteller wieder abbestellen.

Welche Staaten den überschüssigen Impfstoff nun kaufen könnten, ist bisher offen. Die Verhandlungen liefen derzeit, hieß es in Hannover. Namen von interessierten Ländern wollte Ross-Luttmann am Dienstag nicht nennen. In der vergangenen Woche waren unter anderem Iran, das Kosovo und die Ukraine im Gespräch.

Die Bundesländer haben auch deshalb zu viel Impfstoff, weil anders als zunächst vorgesehen eine Einmalimpfung ausreicht. Zudem liegt die Impfquote nach den Worten von Ross-Luttmann um zehn Prozent. "Das ist viel zu wenig", sagte die Ministerin, die von einer Impfmüdigkeit vieler Menschen in Deutschland sprach.

Bislang habe GlaxoSmithKline an die Länder insgesamt 18,6 Millionen Impfstoffdosen geliefert, sagte Ross-Luttmann. Weitere rund sechs Millionen würden die Länder bis Mitte Februar erhalten. Beim Verkauf der restlichen neun Millionen Dosen ins Ausland zählen die Länder auf Mithilfe des Bundes: "Ich sehe den Bund in der Verpflichtung, uns bei Gesprächen mit anderen Ländern zu unterstützen", betonte die CDU-Politikerin. Ein Weiterverkauf ins Ausland werde aber "sehr, sehr schwierig."

Zwar sind die Infektionen bisher meist recht harmlos verlaufen. Doch das Bundesgesundheitsministerium rechnet weiterhin mit einer neuen Erkrankungswelle und rief die Bürger erneut auf, sich impfen zu lassen. In Deutschland starben nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums bis zum 5. Januar etwa 156 Menschen, die mit dem Schweinegrippevirus H1N1 infiziert waren. Erkrankt waren insgesamt rund 215.000 Deutsche.

mbe/DAPD/dpa

insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
zauberer1, 12.01.2010
1. Geldverschwendungen...
Zitat von sysopEinigung nach harten Verhandlungen: Die Bundesländer müssen dem Pharmakonzern GlaxoSmithKline rund ein Drittel weniger Schweinegrippe-Impfstoff abkaufen als ursprünglich geplant. Die Einsparungen belaufen sich auf mehr als 130 Millionen Euro. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,671600,00.html
...und nicht einsparungen muss es heißen. Wieder soll der Bürger für dumm verkauft werden. Hier ist unendlich Kohle verbrannt worden^^. Zauberer1
1lauto 12.01.2010
2. Milliarden für die Konzerne und wo bleiben die Staatsanwälte?
Vermutlich hat Freeman doch Recht: http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2010/01/die-schweinegrippe-war-eine-gefalschte.html?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+SchallUndRauch+%28Schall+und+Rauch%29 Besser als die Mainstreampresse waren die Analysen dort zu diesem Thema bisher auf jeden Fall.
Hovac 12.01.2010
3. Rechnung
Der Artikel hätte die tatsächlich geflossenen Gelder genauer beschreiben sollen. 9Mio Dosen sind bezahlt worden und werden aber nun nicht ausgeliefert, sprich vom Hersteller doppelt verkauft. Mir drängt sich da der Gedanke auch das wir gerade so viel "gespart" haben, dass der absolute Gewinn für das Pharmaunternehmen exakt gleich hoch bleibt, dann hätte das mit entgegenkommen nur sehr wenig zu tun. Hat da jmd. Preise zur Produktion bzw. Verkaufspreis
1lauto 12.01.2010
4. Eigentlich ganz einfach....
Zitat von HovacDer Artikel hätte die tatsächlich geflossenen Gelder genauer beschreiben sollen. 9Mio Dosen sind bezahlt worden und werden aber nun nicht ausgeliefert, sprich vom Hersteller doppelt verkauft. Mir drängt sich da der Gedanke auch das wir gerade so viel "gespart" haben, dass der absolute Gewinn für das Pharmaunternehmen exakt gleich hoch bleibt, dann hätte das mit entgegenkommen nur sehr wenig zu tun. Hat da jmd. Preise zur Produktion bzw. Verkaufspreis
Bestellt waren 50 Millionen Dosen a 8 Euro= 400 Millionen € Geliefert werden jetzt nur 25 Millionen für 266,7 Mill. Euro, geimpft sind aber nur 10% (vemutlich viel weniger)= 8 Millionen. Wenn sich keiner mehr impfen läßt- und so sieht es derzeit wohl aus- also über 30 Euro pro geimpfer Person an Kosten nur für den Impfstoff! Genial- wenn man bedenkt das die Herstellungskosten weit unter einem Euro / Dosis liegen!
SeaBug 13.01.2010
5. Irrefuehrung
Zitat von sysopEinigung nach harten Verhandlungen: Die Bundesländer müssen dem Pharmakonzern GlaxoSmithKline rund ein Drittel weniger Schweinegrippe-Impfstoff abkaufen als ursprünglich geplant. Die Einsparungen belaufen sich auf mehr als 130 Millionen Euro. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,671600,00.html
Es sind nicht 130 Mio gespart worden, sondern 130 Mio weniger zum Fenster rausgeworfen worden. Das ist ein Unterschied.
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