Kanai Higashiura/Hamburg - In einem als "japanisches Pompeji" bekannten Ausgrabungsgebiet haben Forscher die gut erhaltenen Überreste eines Mannes aus dem sechsten Jahrhundert entdeckt. Der mit einer Rüstung bekleidete Mann sei offenbar bei dem Versuch, den Zorn des Vulkans zu besänftigen, von etwa 1000 Grad heißer Asche begraben worden, erklärten Wissenschaftler.
"Normalerweise würde jeder fliehen, wenn ein pyroklastischer Strom mit Hitzewellen auf ihn zukommt. Doch dieser Mensch starb, als er sich dem Strom zuwandte", sagte Shinichiro Ohki der Nachrichtenagentur AFP.
Womöglich habe es sich demnach um eine Art Vulkan-Beschwörer und zudem um eine hochgestellte Persönlichkeit gehandelt, die beim Gebet oder bei einem ähnlichen Versuch zur Besänftigung des Vulkans gestorben sei, meinen die Forscher. Die Überreste wurden im Ausgrabungsgebiet Kanai Higashiura am Vulkan Haruna in der Präfektur Gunma nordwestlich von Tokio gefunden.
Neben den Überresten des Mannes lag ein Teil eines Kinderschädels. Bekleidet war der Mann mit einer Rüstung aus mit Lederbändern zusammengeknüpften Metallplatten. Diese Technologie war damals gerade erst von der koreanischen Halbinsel nach Japan eingeführt worden.
Die Archäologen wollen nun das Erbgut der Mannes mit Überresten aus alten Grabanlagen vergleichen - und klären, ob der Tote mit ranghohen Persönlichkeiten der Region verwandt war. Auch eine mögliche Verwandtschaft mit dem Kind soll geprüft werden.
boj/AFP
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