Kontrolluntersuchung Behörde bestätigt Ehec auf Biohof-Sprossen

Eine Kontrolluntersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung beweist: Auf den Sprossen eines Biohofes in Niedersachsen befand sich tatsächlich die besonders aggressive Variante des Ehec-Erregers. Mittlerweile ist auch klar, dass insgesamt drei Mitarbeiterinnen der Firma infiziert waren.

Gemüsesprossen (Archivbild): neue Analyse untermauert erste Ergebnisse
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Gemüsesprossen (Archivbild): neue Analyse untermauert erste Ergebnisse


Berlin/Hannover - Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat bestätigt, dass rohe Sprossen eine Quelle des aggressiven Darmkeims Ehec sind. Die Forscher untermauerten damit Ergebnisse von Kollegen aus Nordrhein-Westfalen. Das Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper hatte am Freitag zum ersten Mal den aggressiven Serotyp O104 des Ehec-Erregers auf Sprossen eines Biohofes aus Niedersachsen gefunden. Allerdings war die Packung geöffnet und befand sich bereits in der Mülltonne eines Haushalts im Rhein-Sieg-Kreis.

Die Lieferkette vom Biohof in Niedersachsen dorthin sei noch unklar, sagte NRW-Landesverbraucherschutzminister Johannes Remmel dem WDR. Ein Familienvater hatte die Sprossen den Behörden übergeben. Er hatte keine Sprossen gegessen und blieb gesund, während seine Frau und seine Tochter schwer erkrankten.

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Ehec-Epidemie in Deutschland: Ein Sprossen-Krimi
Nach Angaben des Düsseldorfer Verbraucherschutzministeriums habe es nach der erste Untersuchung einen "Rest an Unsicherheit" gegeben, da nur eine geöffnete und keine geschlossene Sprossen-Packung untersucht wurde. Daher nahm das BfR ergänzende Untersuchungen vor, deren Ergebnis es nun vorlegte. Das neue Laborergebnis sei ein weiterer wichtiger Stein in der Beweiskette, dass rohe Sprossen als wesentliche Quelle für die Ehec-Infektionen der letzten Wochen anzusehen sind, erklärte das Bundesverbraucherschutzministerium in Berlin.

Mittlerweile ist auch bei zwei weiteren Mitarbeiterinnen des Biohofs der gefährliche lebensbedrohliche Ehec-Darmkeim nachgewiesen worden. Beide hätten aber bisher keine Erkrankungssymptome, teilte das Niedersächsische Landesgesundheitsamt mit. Bereits zuvor war bei einer anderen Mitarbeiterin das aggressive Bakterium nachgewiesen worden. Unklar ist, wie sich die Mitarbeiterinnen angesteckt haben.

Behörden nehmen Betreiber des Biohofes in Schutz

Die Betreiber der geschlossenen Firma müssen im Zusammenhang mit dem Ehec-Ausbruch wohl nicht mit juristischen Konsequenzen rechnen. "Nach allen bisherigen Erkenntnissen wurde in dem Betrieb nichts falsch gemacht", sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann der "Rhein-Neckar-Zeitung". Der Hof habe hohe Hygienestandards und sei auch in der Vergangenheit nicht negativ aufgefallen.

"Indizien reichen für eine Verurteilung"

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Es bestehe aber "fast kein Zweifel mehr", dass der Hof die Quelle der Ehec-Ausbreitung war, so Lindemann. Er rief dazu auf, Produkte des Betriebs nicht zu verwenden. "Hundertprozentig lässt sich nicht ausschließen, dass der Keim in einer vergessenen Salat- oder Sprossentüte noch zu finden ist." Seit vergangenen Sonntag gelange aber von diesem Hof "nichts mehr in den Handel". Für Diskussionen hatte gesorgt, dass die Behörden in Niedersachsen zunächst nur die Sprossenproduktion des Betriebs gesperrt hatten. Nur weil die Firma selbst darauf verzichtet hatte, war in den Tagen danach kein Gemüse in den Handel gekommen.

Der Präsident des niedersächsischen Bauernverbands, Werner Hilse, kritisierte das Vorgehen der Landesregierung, Betriebe wie den Sprossenhof namentlich genannt zu haben. "Man hätte ja auch einfach sagen können: Es ist ein Betrieb in Niedersachsen von Ehec betroffen, der ist gesperrt und vor dem Verzehr von Sprossen wird gewarnt", sagte Hilse der "Neuen Presse". "Der Name ist doch für die Öffentlichkeit völlig irrelevant."

Die öffentliche Nennung bedeute erstmal das Aus. "Die Chance ist, dass der Betrieb entweder schnell wieder freigegeben wird oder er genug finanzielle Reserven hat, um einen Neuanfang zu schaffen." Nach wie vor ist nicht geklärt, wie der Erreger auf den Hof gekommen sein könnte - ob etwa über verunreinigtes Saatgut oder durch einen infizierten Mitarbeiter.

Diskussion über "veraltete Kommunikationswege"

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hat Mängel bei den Ehec-Ermittlungen eingeräumt - und Verbesserungen angekündigt. Es sei "unverständlich", dass Meldungen von Krankheitsfällen hierzulande noch auf dem Postweg ausgetauscht würden, kritisierte der FDP-Politiker. Die Meldungen von Krankheitsfällen müssten "zügiger und schneller ausgetauscht werden", sagte Bahr am Freitagabend im ZDF. Es sei für ihn "unverständlich, dass wir hier noch veraltete Kommunikationswege benutzen".

Mehr als 4000 Menschen sind deutschlandweit an einer Ehec-Infektion erkrankt oder stehen unter Infektionsverdacht. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind in Deutschland 30 Menschen an der Infektion oder der schweren Komplikation Hus gestorben. Minister Bahr warnte in der "Bild am Sonntag", weitere Todesfälle seien nicht ausgeschlossen: "Als Bundesgesundheitsminister schaue ich deshalb besonders auf die aktuelle Situation in den Krankenhäusern."

Und die haben offenbar Angst, auf den Kosten der Krise sitzenzubleiben. Der Wissenschaftsminister von Schleswig-Holstein, Jost de Jager, klagte: "Allein am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein drohen uns schon jetzt Fehlbeträge in Höhe von mehreren Millionen Euro."

Ehec-Bekämpfung: Zuständigkeiten der Behörden
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Ehec-Bekämpfung: Zuständigkeiten der Behörden

chs/AFP/dpa

Forum - Haben die deutschen Behörden im Kampf gegen Ehec versagt?
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bibernell 04.06.2011
1. Sehr auffällig..
finde ich, dass noch kaum ( erst jetzt, das Restaurant in Lübeck..) Berichte über Gruppenerkrankungen gab. Diverse Foristen, so auch ich, haben immer wieder die Frage gestellt, wieso gerade bei solchen Gruppenerkrankungen ( am selben Ort zu selben Zeit das Gleiche gefuttert und gleichzeitig erkrankt...) der Rückschluss auf die Quelle nicht gezogen werden kann. Mir selbst sind andere Gruppenerkrankungen bekannt, nicht nur die, aus der Kantine in Frankfurt, und nie wurde darüber berichtet. Also, nochmal : welchem Denkfehler unterliegt man mglw., wenn man meint, dass solche Gruppenerkrankungen ein deutlich einfacheres Verfolgen der Nahrungswege möglich machen, als das Verfolgen der Speisen von Einzelerkrankten ? Hä ?
heinrichp 05.06.2011
2. Allheilmittel
Zitat von sysopBei der Suche nach der Quelle der Ehec-Epedemie standen zunächst spanische Gurken im Verdacht, die Erreger zu verbreiten. Nun hat sich dies als falsch herausgestellt. Die Verbraucher sind zunehmend verunsichert und wollen wissen, was sie noch gefahrlos essen dürfen. Haben die deutschen Behörden im Kampf gegen Ehec versagt?
Jede Zeit hat ihre besondere Charakteristik. So werden wir im hoch technisierten und kapitalistischen Zeitalter immer mehr mit Krankheiten und Leiden konfrontiert, die für unsere Vorfahren noch undenkbar waren. Viele Erkrankungen lassen sich dabei auf eine unnatürliche Lebensweise, Umweltgifte, Luftverschmutzung, übermäßige Belastung im Beruf und auf den so genannten Freizeitstress zurückführen. Das Gleichgewicht des Menschen gerät in zunehmendem Maße aus den Fugen. Betrachten wir nur die stetig ansteigende Anzahl der Allergiker. Es gibt kaum noch einen Stoff, dem nicht eine allergische Wirkung nachzuweisen wäre. Angefangen vom harmlosen Blütenstaub, bis hin zu kosmetischen Präparaten oder gar Nahrungsmitteln. Wurden antibiotisch wirkende Medikamente vor nicht allzu langer Zeit noch als das Allheilmittel für infektiöse Erkrankungen angesehen, manifestiert sich jetzt mehr und mehr eine hartnäckige Resistenz der Bakterien gegenüber Antibiotika. Wir können die Vermehrung von Bakterien hemmen, letzten Endes züchten wir dadurch Antibiotika-resistente Organismen! Antibiotika-Resistanz durch Fleischkonsum - Massentierhaltung macht's! Was uns heute wirklich helfen würde wird ignoriert! http://die-welt-der-reichen.over-blog.de/
W. Robert 05.06.2011
3. Gefährliches Spiel
Ganz offensichtlich sind derartige veränderte Bakterien gentechnisch sehr einfach herzustellen, angeblich experimentieren in Frankreich Gymnasiasten speziell mit derartigen Aufgabestellungen aus einem "Bio-Baukasten". Überall gibt es militärische Labore, die speziell zur biologischen Kriegsführung und deren Abwehr unterhalten werden. Man muss sich klar sein, dass diese biologischen Kampfstoffe speziell zum Töten von Menschen entwickelt werden und das Fatale ist, dass mit fortschreitender "Globalisierung" nicht nur jeder Kampfstoff von jedem besseren Studenten hergestellt werden kann und dass sich derartige "Seuchen" auch sofort global ausbreiten, wie man an den Neuinfektionen mit EHEC in den USA schon sieht. Jedenfalls gibt es enorm viele Ungereimtheiten in diesem Fall, angeblich wurde die Quelle der Konterminierung noch nicht gefunden, was höchst seltsam erscheint. Zudem steht jetzt praktisch die gesamte Nahrung unter Generalverdacht und immer neue Theorien verbreiten sich in Windeseile. Zuerst sind es die spanischen Gurken, dann weiß man es wieder nicht so genau, dann gerät natürlich Bio-Kost unter Generalverdacht, andere halten die Gentechnik (wohl zurecht) für den Verursacher. Fakt ist, dass unsere Regierung und auch die Presse kaum noch Vertrauen genießt, zu oft wurde an den Fakten gedreht. Die WHO und die Pharmaindustrie sind nach dem "Schweinegrippe"-Skandal erst recht im Zwielicht. Keiner garantiert uns, dass derartige mutierte Bakterien nicht eines Tages die Menschheit ausrotten. Wir verhalten uns wie im Mittelalter mit unserer aggressiven Politik und vergessen, dass die modernen Waffen jederzeit das Ende der Gattung bewirken können und nicht wenigen Spinnern wäre eine drastische Bevölkerungsreduktion auf gewaltsame Weise ganz recht.
Montanaman 05.06.2011
4. Anders ist richtig
Zitat von heinrichpJede Zeit hat ihre besondere Charakteristik. So werden wir im hoch technisierten und kapitalistischen Zeitalter immer mehr mit Krankheiten und Leiden konfrontiert, die für unsere Vorfahren noch undenkbar waren. Viele Erkrankungen lassen sich dabei auf eine unnatürliche Lebensweise, Umweltgifte, Luftverschmutzung, übermäßige Belastung im Beruf und auf den so genannten Freizeitstress zurückführen. Das Gleichgewicht des Menschen gerät in zunehmendem Maße aus den Fugen. Betrachten wir nur die stetig ansteigende Anzahl der Allergiker. Es gibt kaum noch einen Stoff, dem nicht eine allergische Wirkung nachzuweisen wäre. Angefangen vom harmlosen Blütenstaub, bis hin zu kosmetischen Präparaten oder gar Nahrungsmitteln. Wurden antibiotisch wirkende Medikamente vor nicht allzu langer Zeit noch als das Allheilmittel für infektiöse Erkrankungen angesehen, manifestiert sich jetzt mehr und mehr eine hartnäckige Resistenz der Bakterien gegenüber Antibiotika. Wir können die Vermehrung von Bakterien hemmen, letzten Endes züchten wir dadurch Antibiotika-resistente Organismen! Antibiotika-Resistanz durch Fleischkonsum - Massentierhaltung macht's! Was uns heute wirklich helfen würde wird ignoriert! http://die-welt-der-reichen.over-blog.de/
Auf so etwas muss man erst einmal kommen. Anders herum wird ein Schuh daraus: VOR dem "technisierten und kapitalistischen Zeitalter" haben die Menschen ungesund gelebt, waren sie doch schutzlos Seuchen wie Cholera ausgeliefert, die hunderttausende Menschenleben forderte: http://de.wikipedia.org/wiki/Cholera#Geschichte_der_Krankheitsausbr.C3.BCche Natürlich leben wir heute viel gesünder als die Menschen vor hundert Jahren - das kann man etwa an der rapide steigenden Lebenserwartung sehen.
dillerjohann 05.06.2011
5. Es gibt keine gefahrlose Welt.....
Diese Welt steht für den ständigen Wandel. So sind Epidemien, immer wieder aufgetreten weil Menschenmassen, zu dicht, zu eng, zu Unhygienisch, auf einander treffen.Veränderungen in den Klimatischen Bedingungen sind nicht zu Unterschätzen, dazu kommt der Raubbau, der seit Industrialisierung um sich greift.Bis jetzt sind alle Mutmaßungen, die EHEC betreffen, in Leere gelaufen.Massentierhaltung, Monokulturen,Chemie und Radioaktive Strahlung,Umweltverschmutzungen, in unermesslichen Ausmaß, führen zu negativen Ergebnissen, die unser Leben beeinflussen.Wir werden wieder umdenken müssen, um in einer Welt leben zu können, in der die Gefahren, besser ein zu schätzen sind,und mehr Natürlichkeit unser Leben bestimmt.Eine Welt ohne Gefahren wird es niemals geben, denn die größte Fehlerquelle ist der Mensch!
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