Künstliche Muskeln Schülerin besiegt Roboter im Armdrücken

Beim Schach haben Menschen gegen Maschinen kaum noch Chancen. Doch noch ist nicht alles verloren: Eine 17-jährige Schülerin ist jetzt für die Rettung des menschlichen Selbstbewusstseins in den Ring gestiegen - und besiegte drei Roboter beim Armdrücken.


 Armdrücken mit Roboter: Schülerin Panna Felsen siegt
NASA

Armdrücken mit Roboter: Schülerin Panna Felsen siegt

Yoseph Bar-Cohen war sich seiner Sache sicher. Es müsste doch möglich sein, einen Roboterarm mit künstlichen Muskeln zu entwickeln, der einen Menschen im Armdrücken besiegt. Vor sechs Jahren hatte der Wissenschaftler des Jet Propulsion Laboratorys der Nasa im kalifornischen Pasadena zu diesem Wettbewerb aufgerufen. Jetzt war die Zeit gekommen, die daraus entstandenen Entwicklungen gegen einen Menschen antreten zu lassen. Und so forderte der Wissenschaftler eine Schülerin zum Armdrücken mit Robotern heraus.

Gleich gegen drei Roboterarme von unterschiedlichen Forscherteams stieg Panna Felsen in den Ring. Ganze dreißig Sekunden schaffte es der stärkste Roboterarm der Schülerin standzuhalten. Dann siegte Fleisch über Kunststoff.

Künstliche Muskeln: fast so stark wie ein Mensch
NASA

Künstliche Muskeln: fast so stark wie ein Mensch

Die drei künstlichen Arme wurden von verschiedenen Forscherteams entwickelt. Wissenschaftler aus New Mexico konstruierten einen Arm aus Kunststoff. Einen anderen Roboterarm, der aus Gelfasern und elektrochemischen Zellen besteht, schickten Studenten der Virginia Tech University in den Kampf.

Den dritten Kunstmuskel hatten die Schweizer Forscher Claudio Iseli und Lukas Kessler entwickelt. Er besteht aus elektroaktiven Polymeren. Das sind Folien aus Acryl oder Silikon, die mit einem leitfähigen Material wie Graphitpulver beschichtet sind. Wird an diese Folien eine elektrische Spannung angelegt, entsteht ein elektrostatisches Feld, das sie zwingt, sich auszudehnen. Je höher die Spannung und je dünner die Folie desto stärker ist die Kraft des künstlichen Muskels. Damit er auch nur annähernd mit einem Menschen mithalten kann, mussten Tausende mikrometerdünne Polymere um eine zusammengedrückte Feder gewickelt werden.

Von der Niederlage der Roboter lässt sich Bar Cohen nicht entmutigen. Die künstlichen Arme würden weiter entwickelt. Und so könnte der Mensch in Zukunft auch hier das Nachsehen haben.



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