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Steigende Pegel: Superdeiche sollen Deutschlands Küsten schützen

Herausforderung beim Deichbau: Küstenschutz in Deutschland Fotos
DPA

Für die kommende Sturmflutsaison gelten Deutschlands Deiche noch als sicher - doch bald müssen sie aufgestockt werden, um dem steigenden Meeresspiegel standzuhalten. Experten sind sich sicher: Es geht um Investitionen von Hunderten Millionen Euro.

Husum/Hannover - Die Warnung der Experten fiel noch einigermaßen moderat aus: In der am Freitag vorgestellten Zusammenfassung des neuen Uno-Weltklimaberichts heißt es, dass die weltweiten Meeresspiegel bis Ende des Jahrhunderts um durchschnittlich 26 bis 81 Zentimeter steigen könnten. Das wäre - weil erstmals auch die Eismassen Grönlands und der Antarktis mitberücksichtigt werden - etwas mehr als im letzten Bericht von 2007 vorhergesagt.

Doch würden die Werte immer noch weit unter extremeren Szenarien liegen, die auch einen Anstieg um 1,20 oder gar 1,50 Meter in diesem Jahrhundert für möglich halten. Und danach noch deutlich mehr. "Der Meeresspiegelanstieg wird 2100 nicht stoppen, das ist eine langfristige Angelegenheit", warnte IPCC-Autor John Church von der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation in Australien.

"Während sich die Ozeane erwärmen und Gletscher und Eisdecken schmelzen, wird der globale Meeresspiegel weiter steigen, aber schneller, als wir es in den letzten 40 Jahren erlebt haben", so der Chinese Qin Dahe, einer der Co-Vorsitzenden des Weltklimarates (IPCC). "Der Klimaratsbericht lässt diese Möglichkeit eines höheren Anstiegs zu, gibt aber keine explizite Obergrenze", erklärte Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Leitautor des IPCC-Berichts im Abschnitt Meeresspiegel.

"Deiche in einem guten bis sehr guten Zustand"

Für Küstenschützer sind solche Aussagen schwierig. Sie müssen entscheiden, wie stark die Deiche genau erhöht werden müssen - und jeder zusätzliche Zentimeter kostet Millionen. Für diesen Winter zumindest, so heißt es bei den Experten, sind Deutschlands Küsten winterfest. Die Deiche an Nord- und Ostsee könnten den Winterstürmen und Sturmfluten wohl trotzen, der "Blanke Hans" würde draußen bleiben.

"In der Regel waren die Deiche in den vergangenen Jahren in einem guten bis sehr guten Zustand", sagte der Direktor des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein, Johannes Oelerich. Damit das auch künftig so bleibt, werden im Land derzeit einige alte Deiche durch Superdeiche ersetzt. Und auch Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern rüsten sich gegen die Gefahr aus dem Meer.

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5. IPCC-Report: Die größten Risiken und Unsicherheiten des Klimareports
Der Anstieg des Meeresspiegels betrug in den vergangenen hundert Jahren um die 20 Zentimeter. Das wissen die Küstenschützer aus den Aufzeichnungen alter Pegelstände. Doch wie gesagt: Die Prognose für die kommenden hundert Jahre sind extrem schwer. Wie also handeln? Schleswig-Holsteins Deichschützer haben sich einstweilen für einen "Klima-Zuschlag" von 50 Zentimetern entschieden. Dieser gilt einheitlich für alle Landesschutzdeiche an Nord- und Ostsee sowie an der Tideelbe.

Insgesamt müssen in Schleswig-Holstein noch 93 Kilometer Deichabschnitte verstärkt werden, wie im Generalplan Küstenschutz 2012 festgelegt ist. Kiel hat in diesem Jahr insgesamt rund 66,8 Millionen Euro für den Küstenschutz eingeplant. Als große Maßnahmen standen außer den Deichverstärkungen in Büsum sowie auf Nordstrand und Sylt die regelmäßigen Sandaufspülungen vor Sylt an.

Forscher fordert "Schutz gegen 1,20 oder 1,50 Meter"

Auch die anderen Nordländer mühen sich. Mecklenburg-Vorpommern investiert nach Angaben des Umweltministeriums jährlich etwa 18,5 Millionen Euro, um die insgesamt 2000 Kilometer lange Küste zu erhalten und zu verstärken. Es gebe erheblichen Handlungsbedarf, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD). Mehr als 1000 Kilometer Küstenlinie gelten als potentiell überflutungsgefährdet. Bis 2020 seien Schutzmaßnahmen von insgesamt 120 Millionen Euro geplant, hieß es.

In Niedersachsen seien die Schutzprojekte weitgehend im Plan, hieß es vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Für 2013 waren dafür 72 Millionen Euro vorgesehen. Allein 12 Millionen Euro sollten für den Schutz der vorgelagerten ostfriesischen Inseln verbaut werden. Knapp 50 Millionen Euro waren den Hauptdeichverbänden mit Schwerpunkten am Jadebusen und an der Unterweser zugedacht.

Langfristig dürften freilich deutlich höhere Investitionen nötig sein. "Beim Deichbau geht man nicht von einer Überschwemmungs-Wahrscheinlichkeit von 33 Prozent pro Jahrhundert aus und riskiert entsprechend ein Überschwemmen der Stadt", sagt Forscher Levermann. Deswegen baue man die Deiche entsprechend einer Obergrenze - und brauche dabei "einen Schutz gegen 1,20 oder 1,50 Meter Meeresspiegelanstieg". Das reiche dann bis zum Jahr 2100.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) will nach eigenen Angaben erreichen, dass der Klimaschutz bei den bevorstehenden Koalitionsverhandlungen ein prominentes Thema wird. "Ich gehe davon aus, dass der Klimaschutz bei der anstehenden Regierungsbildung eine wichtige Rolle spielt und dass wir im neuen Koalitionsvertrag ein Kapitel verankern werden, in dem wir auf die wesentlichen Herausforderungen eingehen", sagte Altmaier am Freitag.

Die Notwendigkeit eines Kurswechsels sieht Altmaier allerdings nicht. Der Bericht "bestätigt die bisherige Politik der Bundesregierung und die ihrer Vorgängerregierungen", sagte der CDU-Politiker. Deutschland habe in der Vergangenheit "alles dafür getan, um auch international Vorreiter" beim Klimaschutz zu sein.

chs/dpa/AFP

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insgesamt 157 Beiträge
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1. Grodland
rigos 28.09.2013
Hätten die Grodländer vor Tausenden von Jahren große Dämme gebaut, würden sie heute noch ihr Land weit unter dem Meeresspiegel ihr EIGEN nennen. https://www.youtube.com/watch?v=1uaSKY--A9c
2. Warum schützen ?
galaxy2525 28.09.2013
An diesen Stellen müssen die Wohnsitze der Banker, Top-Manager, Politiker, Versicherer, Gewinnmaximierer in den Firmen usw. verlagert werden, also alle die, die nach dem Motto "nach mir die Sintflut leben und handeln". Und davon gibt es auch sehr viele in den Konzernen und Banken, die auf Kosten der nachfolgenden Generationen die Erde zerstören und deren einziges Ziel es ist, dass die Erdoberfläche in kürzester Zeit so aussieht wie die Marsoberfläche. Die Bürger müssen endlich gehen solche Unterdrücker aufstehen und 1789 widererleben lassen !
3. Der Wald sollte einst auch sterben
wuxu 28.09.2013
Die Experten, die lt. Spiegel vor ca. 35 Jahren sich so sicher waren, dass der Wald bald abgestorben sein soll, habe ich immer noch in Erinnerung. Und wann stirbt der Wald jetzt endlich? Genauso seriös kann man diese hysterischen IPCC-Forscher einordnen. Immerhin haben die auch in den Klimabericht geschrieben, dass es seit 15 Jahren mehr nicht heißer wird.
4. Klimamärchen
albertaugustin 28.09.2013
Jetzt haben die "Weltklimaspezialisten" wieder Hochkonjunktur und prophezeihen Weltuntergangsstimmung. Das Klima verändert sich seit es Menschen gibt und aufhalten kann man die Veränderung nicht. Das wollen immer noch einige nicht wahrhaben, vor allem die Grünen, Linken und Netten und deshalb wird wieder kräftig an der Gesetzes- und Verordnungsmaschine und nicht zuletzt an der Steuerschraube gedreht !!
5. Machen!
kurswechsler 28.09.2013
Pünktlich zu der Feststellung, dass es seit 15 Jahren nicht mehr richtig mehr wärmer werden will, soll man die Deiche erhöhen. Damit uns bloß kein Zweifel am Klimawandel aufkommt. Aber die Deiche zu erhöhen, ist immer gut. Also: Machen!
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Rätselhafte Kurven: Pause der Erderwärmung

  • Ein ungebremster Ausstoß von Treibhausgasen würde das Klima bis zum Ende des Jahrhunderts vermutlich um rund 3,7 Grad erwärmen.
  • Es drohen mehr Hitzewellen.
  • Der Anstieg der Meere könnte Jahrhunderte weitergehen. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts drohe ein Anschwellen um 26 bis 81 Zentimeter, je nachdem, um wie viel Treibhausgase die Welt erwärmen.
  • Viele Gletscher, die auch als Trinkwasserressourcen dienen, könnten komplett verschwinden.
  • Die Ozeane drohen saurer zu werden, Organismen würde es schwerer fallen, ihre Schalen zu bilden.
  • Klimazonen könnten sich verschieben. In den Subtropen und angrenzenden Regionen wie am Mittelmeer dürfte es deshalb häufiger Dürren geben.
  • In den Tropen und in mittleren Breiten wie Deutschland würde es mehr Starkregen geben.

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