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Kunstfleisch: Steaks aus dem Labor

Niederländische Unternehmer wollen das Töten von Tieren für den Fleischkonsum überflüssig machen. In riesigen Tanks sollen aus tierischen Muskelzellen schmackhafte Fleischklumpen heranreifen.

Künstliche Haut: auf diesem Verfahren basiert das Patent zur Herstellung von Steaks aus dem Labor
DPA

Künstliche Haut: auf diesem Verfahren basiert das Patent zur Herstellung von Steaks aus dem Labor

Sehr appetitlich klingt es nicht, was der Dermatologe Wiete Westerhof von der Universität Amsterdam und zwei niederländische Geschäftsleute ausgeheckt haben: In Containern mit mehr als 5000 Litern Fassungsvermögen wollen sie in einer eiweißhaltigen Lösung Fleischklumpen züchten: In den Tanks befinden sich Kollagen-Gerüste, an denen Muskelzellen von Spendertieren andocken und dann zu ganzen Stücken heranwachsen sollen - in Portionen zu mindestens 50 Gramm.

"Das Produkt hat die Struktur und den Geschmack von magerem Fleisch, ohne dass die Tiere leiden müssen oder religiöse und ethische Bedenken oder Umweltprobleme auftreten, wie das bei heutigen Fleischprodukten der Fall ist", heißt es in der Patentschrift für das Verfahren. Die Fleischstücke seien außerdem frei von Fett, Knochen, Knorpeln und Sehnen und deshalb auch "für die ältere Generation einfacher zu konsumieren".

Känguru- und Langustenfleisch

Wie das Magazin "Geo-Wissen Ernährung" berichtet, konnte der Forscher nicht nur Muskelzellen von Schweinen, Rindern und Hühnern vervielfältigen, sondern auch von Kängurus, Walen oder Langusten. Bisher sei die Technik allerdings noch nicht ganz ausgereift - die Zellen verdoppeln sich nur alle zwei bis drei Tage.

Die Idee zu dem Patent kam dem Mediziner Wiete Westerhof durch Verfahren zur Herstellung künstlicher Haut. Zurzeit suchen Westerhof und seine Partner noch nach Investoren für ihr Projekt - ein weltweites Patent wurde bereits erteilt.

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