Kuschelhormon: Oxytocin verstärkt Emotionen für Mama

Mutterliebe ist der Kitt für die erste Bindung im Leben - und beim Menschen noch ein großes Verhaltens-Rätsel. Im Verdacht für das starke Gefühl steht das Hormon Oxytocin. Forscher haben nun herausgefunden, dass es bei Männern die gefühlsbetonten Erinnerungen an die mütterliche Zuwendung verstärkt.

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Corbis

Mutter und Sohn: Starke Bindung

Bekannt wurde es als Kuschelhormon. Oxytocin ist ein Elixier, das bei bemerkenswert vielen Vorgängen in Kopf und Körper eine Rolle spielt: Oxytocin = Vertrauen, Liebe, Treue, Zärtlichkeit, Bindung, Einfühlungsvermögen, Verständnis, Großzügigkeit - die Liste der Erklärungsmuster ist lang. Kleinkinder etwa entwickeln starke emotionale Bindungen zu ihren Bezugspersonen. Das sichert ihnen die Fürsorge der Eltern und damit auch das eigene Überleben. Aus dem Tierreich weiß man, dass Oxytocin für die starke Bindung der Mutter zum Kind verantwortlich ist.

Für ähnliche Wirkungen beim Menschen fehlten allerdings bisher die Beweise. Aber es gibt zahlreiche Hinweise auf eine ähnliche Rolle: Erst im April dieses Jahres veröffentlichten Forscher eine Studie, wonach das Hormon Männer einfühlsamer macht.

Ein ähnliches Ergebnis haben jetzt Forscher von der Mount Sinai School of Medicine in New York parat: Oxytocin, so ist es in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" nachzulesen, verstärkt bei Männern gefühlsbetonte Erinnerungen an die mütterliche Zuwendung in der Kindheit.

Demnach schätzen Männer, die sich gerne an die Fürsorglichkeit ihrer Mutter in der Kindheit erinnern, diese Zuwendung noch mehr, wenn sie erhöhte Werte von Oxytocin im Blut haben. Männer, die sich mit Angst an die Betreuung durch ihre Mutter erinnern, profitieren weniger von einem erhöhten Oxitocin-Spiegel im Blut - sie empfinden die Kindheit als noch unangenehmer. Das Fazit der Forscher: Das Hormon verstärkt bereits bestehende Emotionen.

Forscher warnen

Das ist für den Forschungsbereich ein beachtenswertes Ergebnis, denn es gibt bereits einige Vorstöße, um sich das Hormon nutzbar zu machen. Einige Studien haben beispielsweise herausgefunden, dass Oxytocin auch schüchternen Menschen helfen könnte, ihre Angst vor sozialen Kontakten zu mindern. So soll es etwa auch Autisten im sozialen Umgang mit anderen helfen.

Doch die neuen Ergebnisse belegen, dass Vorsicht geboten sei, schreiben die Forscher um Jennifer Bartz, Erstautorin der aktuellen Studie - und warnen davor, das Hormon als Allzweck-Heilmittel zu sehen.

Die Wissenschaftler hatten herausfinden wollen, ob Oxytocin bei der emotionalen Bindung an die Mutter eine Rolle spielt. Dazu prüften sie, ob das Hormon die Erinnerung an die mütterliche Fürsorge und Verbundenheit beeinflusst. Das Forscherteam befragte insgesamt 31 gesunde Männer zwischen 19 und 45 Jahren dazu, wie sie die Fürsorge ihrer Mutter in ihrer Kindheit einschätzen. Danach bekamen sie entweder Oxytocin oder aber ein Placebo, ein Präparat ohne Wirkstoff, als Nasenspray verabreicht.

90 Minuten später fragten die Forscher die Studienteilnehmer erneut nach ihrer Erinnerung an die mütterliche Fürsorge. Drei bis fünf Wochen nach diesem Versuch wiederholten die Wissenschaftler dieses Experiment. Diesmal tauschten sie die Gruppen: Die Männer, die zuvor das Hormon verabreicht bekommen hatten, bekamen jetzt das Placebo eingeflößt. Und diejenigen, denen beim ersten Mal das Placebo gegeben wurde, nahmen Oxytocin.

Die Ergebnisse zeigten den verstärkenden Einfluss des Oxytocins bei der Bewertung der mütterlichen Fürsorge in der Kindheit. Das Placebo hatte in beiden Gruppen dagegen keinerlei Wirkung: Die Erinnerungen der Männer veränderten sich nicht, nachdem sie das wirkstofffreie Präparat genommen hatten.

cib/dapd

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insgesamt 10 Beiträge
Naturhuf 30.11.2010
Ja, statt Atom- und anderen Bomben (und Waffen), setzte ich mich total für Oxytocinbomben ein! Kann nicht warten, bis es das in einer Sprühflasche zur Selbstverteidigung gibt :-)
Ja, statt Atom- und anderen Bomben (und Waffen), setzte ich mich total für Oxytocinbomben ein! Kann nicht warten, bis es das in einer Sprühflasche zur Selbstverteidigung gibt :-)
albert schulz 30.11.2010
Zumindest erklärt es die starke Attraktivität mütterlicher Reize auf Homosexuelle, ein altbekanntes Phänomen, das sich auch bei anthropologischen Feldversuchen immer wieder zeigt, auch in Ehen. Im Übrigen spielt das mütterliche [...]
Zumindest erklärt es die starke Attraktivität mütterlicher Reize auf Homosexuelle, ein altbekanntes Phänomen, das sich auch bei anthropologischen Feldversuchen immer wieder zeigt, auch in Ehen. Im Übrigen spielt das mütterliche Element auch in heterosexuellen Beziehungen eine wesentliche Rolle, die selten thematisiert wird. Die Ehefrau ist nicht nur Hafen, Hort und Heim, sondern sie sorgt und sie verwaltet weitestgehend die Gefühle des Mannes, die dieser offiziell gar nicht hat. Ist aber ein alter Hut: "Ich halte Weiberlachen für eine Naturanstalt, die Kinder zum Frohsinn zu erziehen; und was geht über einen lächelnden Mutterblick?" Karl Julius Weber Solch einen Blick zu erhaschen ist erwachsenen Männern nicht mehr vergönnt.
lakechamplainer 01.12.2010
Ich bin keiner Wissenschaftler, aber die Studie hat nur 31 Maenner genuetzt. Man muss natuerlich fragen, ob die Ergebnisse statistisch signifikant sind.
Ich bin keiner Wissenschaftler, aber die Studie hat nur 31 Maenner genuetzt. Man muss natuerlich fragen, ob die Ergebnisse statistisch signifikant sind.
Bilby 01.12.2010
Da man Oxytocin all jene wunderbaren Gluecksgefuehle nachsagt, wuerde die Mehrheit dieses Selbstverteidigungsspray gegen sich selbst richten (mich wahrscheinlich eingeschlossen, wenn es ungefaehrlich waere ;-))
Zitat von NaturhufJa, statt Atom- und anderen Bomben (und Waffen), setzte ich mich total für Oxytocinbomben ein! Kann nicht warten, bis es das in einer Sprühflasche zur Selbstverteidigung gibt :-)
Da man Oxytocin all jene wunderbaren Gluecksgefuehle nachsagt, wuerde die Mehrheit dieses Selbstverteidigungsspray gegen sich selbst richten (mich wahrscheinlich eingeschlossen, wenn es ungefaehrlich waere ;-))
albert schulz 01.12.2010
Und wie will man sich nach Einnahme der Harmonie - Droge gegen die aggressiven und tolldreisten Weiber behaupten ? Die lieben ihre Kinder, der Beziehungsgegner wird als notwendiges und lästiges Übel in kauf genommen. Seine [...]
Zitat von BilbyDa man Oxytocin all jene wunderbaren Gluecksgefuehle nachsagt, wuerde die Mehrheit dieses Selbstverteidigungsspray gegen sich selbst richten (mich wahrscheinlich eingeschlossen, wenn es ungefaehrlich waere ;-))
Und wie will man sich nach Einnahme der Harmonie - Droge gegen die aggressiven und tolldreisten Weiber behaupten ? Die lieben ihre Kinder, der Beziehungsgegner wird als notwendiges und lästiges Übel in kauf genommen. Seine Kampfunfähigkeit herbeizuführen ist für eine empfindsame Frau eine Kleinigkeit. Sie arbeitet also mit dem gleichen Instrument. Ich würde demnach Frau durch die Droge ersetzen. Da war doch noch was.
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  • Dienstag, 30.11.2010 – 16:41 Uhr
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