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Laborstudie: Hochdosiertes Vitamin C tötet Krebszellen

Vitamin C könnte eines Tages in der Krebsbehandlung eingesetzt werden. Es müsste direkt in die Venen gespritzt werden, damit die Konzentration hoch genug ist, um Tumorzellen abzutöten.

Der Chemie-Nobelpreisträger Linus Pauling war fest davon überzeugt, dass Vitamin C vorbeugend gegen Krebs wirkt. Er schluckte es täglich. Pauling erkrankte später dennoch an Krebs - allerdings erst 1991 im hohen Alter von 90 Jahren. 1994 starb er.

Eine positive Wirkung des Vitamins bei der Behandlung von Krebs hatten Wissenschaftler schon vor 30 Jahren festgestellt, als sie Patienten untersuchten. Spätere Studien konnten jedoch diesen Zusammenhang nicht beweisen.

Qi Chen und seine Kollegen von den National Institutes of Health in Bethesda konnten nun zeigen, dass Vitamin C tatsächlich Tumorzellen bekämpft. Der Erfolg hängt jedoch davon ab, wie die auch Ascorbinsäure genannte Substanz den Patienten verabreicht wird.

Die Wissenschaftler untersuchten die Wirkung von Ascorbinsäure an zehn Krebszelllinien und vier Kulturen gesunder Körperzellen. Das Ergebnis war eindeutig: Das Vitamin C tötete gezielt die Krebszellen ab, während die gesunden Zelllinien nicht geschädigt wurden.

Damit die Krebszellen tatsächlich abstarben, musste das Vitamin C jedoch in so hohen Konzentrationen verabreicht werden, wie sie beim Menschen nur durch eine Infusion direkt in die Venen erreicht werden können. Die Ascorbinsäure führte zur Bildung von Wasserstoffperoxid, das den Tod der Krebszellen verursachte, stellten die Forscher weiter fest. Wasserstoffperoxid entstand dabei jedoch nur in der unmittelbaren Umgebung von Zellen und nicht im Blut.

Das Blut sei deshalb ein ideales Transportmittel, mit dem die intravenös verabreichte Ascorbinsäure zu den verschiedenen Geweben befördert werden könne, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences" (Bd. 102, S. 13604). Da selbst hohe Konzentrationen von Vitamin C gezielt nur Krebszellen töteten und gesunde Körperzellen nicht beschädigt wurden, könnte es erfolgreich in der Krebstherapie eingesetzt werden.

Zudem könnte die Ascorbinsäure auch für die Behandlung von Infektionskrankheiten verwendet werden, denn Wasserstoffperoxid spielt im Immunsystem der Säugetiere eine wichtige Rolle in der Abwehr von Bakterien und Viren. Nun wollen die Forscher mit ersten Versuchen an Krebspatienten beginnen.

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