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10. September 2018, 18:21 Uhr

Herstellung von Lebensmitteln

Gesundes Essen spart auch noch Wasser 

Für die Produktion von Lebensmitteln werden jeden Tag in Deutschland pro Kopf fast 3000 Liter Wasser verbraucht. Der Wert ließe sich um etwa ein Drittel senken - mit nur ein bisschen Verzicht.

Der Verzicht auf Fleisch könnte den Wasserverbrauch für die Lebensmittelproduktion deutlich senken. Aber auch mit einer gesunden Ernährung ohne grundsätzlichen Fleischverzicht ließe sich in Deutschland, Großbritannien und Frankreich einiges an Wasser sparen. Das berichtet ein Team der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission in Ispra in Italien im Fachjournal "Nature Sustainability".

Die Studienautoren erfassten die vergleichbaren Daten von 2007 bis 2011 zum Wasserverbrauch in der Landwirtschaft für möglichst kleine geografische Einheiten. In Frankreich wurden etwa 35.000 Kommunen, in Großbritannien gut 8500 statistische Einheiten und in Deutschland 412 Landkreise und kreisfreie Städte erfasst.

Das Team um Davy Vanham errechnete dann, wie sich eine nach gängigen Standards gesunde Lebensweise der Bevölkerung auf den Wasserverbrauch in den untersuchten Ländern bei der Lebensmittelproduktion auswirken würde. Dabei verwendeten sie den sogenannten Wasser-Fußabdruck, der für jedes Lebensmittel angibt, wieviel Wasser für seine Produktion verbraucht wurde.

Tierische Lebensmittel schneiden dabei oft schlechter ab als pflanzliche. Das liegt unter anderem daran, dass Tiere mit Pflanzen gefüttert werden.

Je nach aktuellem Konsum könnte der Wechsel zu einer gesunden Ernährungsweise mit wenig Fleisch und mehr Obst und Gemüse demnach zu einer Wasserersparnis von 11 bis 35 Prozent führen. Bei einer Ernährung ohne Fleisch, aber mit Fisch, würden 33 bis 55 Prozent eingespart, bei rein vegetarischer Lebensweise 35 bis 55 Prozent.

2929 Liter Wasser pro Kopf für die Lebensmittelproduktion

"Durchgängig essen die Bewohner aller aktuell verglichenen regionalen Einheiten insgesamt zu viel Zucker, Öle und Fette, rotes Fleisch sowie Milch und Käse", schreiben die Forscher. Zudem verzehren Franzosen und Deutsche im Durchschnitt zu wenig Obst und Gemüse. Briten und Deutsche nehmen zu wenig Fisch zu sich und trinken zu viel Alkohol.

Derzeit ist in den drei Ländern der durchschnittliche Wasserverbrauch für die Nahrungsmittelherstellung in Großbritannien mit 2757 Litern pro Kopf pro Tag am niedrigsten, gefolgt von Deutschland mit 2929 Litern. In Frankreich hingegen werden 3861 Liter pro Kopf pro Tag verbraucht.

Das hängt unter anderem damit zusammen, dass Franzosen mehr Wein trinken als Deutsche und Briten. Zur Weinproduktion werden 732 Liter Wasser pro Kilogramm benötigt, zur Bierherstellung nur 111 Liter. Auch wird vor allem in Südfrankreich sehr viel Öl konsumiert, das einen hohen Wasser-Fußabdruck aufweist.

"Diese Daten können auf verschiedenen politischen Ebenen verwendet werden, um auf bestimmte geografische Einheiten ausgerichtete Strategien anzuregen", schreiben die Wissenschaftler. Die Politik könne steuerliche Anreize setzen, Produktion oder Konsum durch politische Maßnahmen lenken sowie die Bevölkerung informieren, fördern oder befähigen, etwa durch Kennzeichnungen und Gemeinschaftsinitiativen.

"Die Umstellung auf eine gesunde Ernährung ist nicht nur gut für die menschliche Gesundheit", schreiben die Forscher. "Sie reduziert auch den Verbrauch von Wasserressourcen erheblich."

jme/dpa

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